09.01.2026
100 Tage Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie
100 Tage Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie (Interview)
Seit 100 Tagen ist Prof. Dr. Alexander Pfriem Inhaber der neu benannten Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie an der Technischen Universität Dresden. Mit der Neubesetzung ging nicht nur eine inhaltliche Neuausrichtung, sondern auch ein Standortwechsel nach Dresden einher. Im Interview spricht Prof. Dr. Pfriem über die ersten Monate im Amt, die strategische Ausrichtung der Professur und den persönlichen Neuanfang in neuer Umgebung.
Herr Professor Pfriem, Sie sind nun seit 100 Tagen im Amt. Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?
Positiv. Ich bin hier auf Mitarbeiter:Innen getroffen, die mich offen und herzlich empfangen haben und große Lust verspüren gemeinsam die Zukunft der Professur zu gestalten. Das hat mir den Einstieg deutlich erleichtert.
Die Professur wurde nicht nur neu besetzt, sondern auch umbenannt. Was bringt der neue Titel zum Ausdruck?
Die Professur ist sehr breit aufgestellt. Mit der Erweiterung um die holzbasierte Bioökonomie könne wir Themen wie Papiertechnologie, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft noch systematischer und umfassender berücksichtigen. Der neue Titel spiegelt diesen erweiterten Anspruch sehr gut wider.
Wie profitieren Studierende konkret von der Neuausrichtung der Professur?
Das Studium wird ebenfalls um das Themenfeld der Bioökonomie neu ausgerichtet und erweitert. Das geschieht durch die Entwicklung neuer Lehrveranstaltungen und ebenso die Weiterentwicklung der bestehenden Studiengänge. Ziel ist es, Studierenden ein aktuelles und zukunftsorientiertes Profil zu vermitteln.
Welche inhaltlichen oder strukturellen Weichen haben Sie in den ersten 100 Tagen bereits gestellt?
Inhaltlich und strukturell ist die Professur bereits sehr gut aufgestellt. Mir ist dabei besonders wichtig, eine Arbeitskultur zu fördern, die auf Vertrauen, Kooperation und offener Kommunikation basiert. Dieses gemeinsame Verständnis prägt aus meiner Sicht erfolgreiches Arbeiten und nachhaltige Ergebnisse.
Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Laufbahn prägen Ihren Ansatz in dieser Professur besonders?
Das Kommunikation sehr wichtig ist. Ich war 13 Jahre lang in der Hochschulleitung tätig und habe dabei gelernt, wie wichtig es ist, Menschen mitzunehmen und für Themen zu begeistern. Besonders dann, wenn Veränderungen anstehen.
Wo soll die Professur in fünf Jahren stehen – inhaltlich wie strukturell?
Wir sind in 5 Jahren die Professur, die sich am umfassendsten mit dem Themengebiet der holzbasierten Bioökonomie auseinandersetzt und diese Forschung auch national und international nach außen trägt.
Welche Botschaft möchten Sie externen Partnern, Studierenden oder dem wissenschaftlichen Nachwuchs mit Blick auf diese Professur mitgeben?
Verstehen uns als ein verlässlicher Partner und wir arbeiten an langfristig relevanten Fragestellungen hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Stichwort: die Grüne Transformation der Gesellschaft. Das gilt gleichermaßen für externe Partner wie für Studierende und den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Mit der Professur war auch ein Umzug in eine neue Stadt verbunden. Wie haben Sie diesen persönlichen Neuanfang erlebt?
Das war ein echter Kraftakt. Sowohl für mich, aber auch meine Familie. Innerhalb kurzer Zeit mussten wir in Eberwalde unser Leben „abwickeln“ und das Leben in Dresden neu gestalten. Erst jetzt in der Weihnachtpause hatten wir das Gefühl: Hier und jetzt sind wir angekommen!
Herr Professor Pfriem, vielen Dank für das Gespräch und den Einblick in die ersten 100 Tage der neuen Professur. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und die Impulse, die von ihr in Forschung, Lehre und Praxis ausgehen werden.
Das Interview führte Dr. Ing. Herwig Hackenberg.