27.11.2025
Hartnäckige Papierfasern endlich recycelbar
Fasern aus roten Servietten
Dank eines gemeinsamen Forschungsprojekts der fiber-rec GmbH, der Gotic GmbH und der Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie der TU Dresden ist es gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das bislang nicht recycelbare Papier- und Kartonprodukte wieder nutzbar macht. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Vorhaben markiert einen wichtigen Schritt für eine nachhaltigere Papier- und Faserwirtschaft.
♻️ Ein Durchbruch für schwer recycelbare Papierprodukte
Viele Spezialpapiere, wie beispielsweise Flaschenetiketten, Zellstoffhandtücher oder beschichtete Pappbecher, gelten als schwer recycelbar. Der Grund dafür ist ihrechemische Ausstattung, die die herkömmliche Nasszerfaserung behindert. Bislang werden diese Papiere oft verbrannt oder deponiert. Das neu entwickelte Trockenzerfaserungsverfahren hingegen bricht diese Materialien effizient auf und setzt die wertvollen Zellulosefasern frei.
Der Prozess arbeitet ressourcenschonend, spart Wasser und Energie und verursacht deutlich weniger CO₂-Emissionen als herkömmliche Methoden. Die gewonnenen Fasern eröffnen vielseitige Einsatzmöglichkeiten: von neuen Papierprodukten über Verpackungen bis hin zu Dämm- und Schallschutzmaterialien.
🌱 Digitale Rohstoffplattform aufgebaut
Begleitend entstand eine digitale Rohstoffplattform, die schwer verwertbare Materialien systematisch erfasst und passende Weiterverwendungsszenarien vermittelt. Damit wächst ein praxisnahes Werkzeug, das den Weg zu einer zirkulären Bioökonomie unterstützt.
🔍 Bedeutung für Forschung & Lehre an der TU Dresden
Das Projekt eröffnet spannende Perspektiven für zukünftige Forschungsarbeiten und lädt Studierende wie Nachwuchswissenschaftler:innen ein, aktiv an dieser Entwicklung mitzuwirken. Es zeigt, wie innovative Verfahren reale Nachhaltigkeitsprobleme lösen können. DBU-Fachreferent Michael Schwanke ist überzeugt, dass die Entwicklung ein „wichtiger Schritt für die Bioökonomie, Ressourcenschonung und den Klimaschutz“ ist.
- Mehr Informationen im Bioökonomie-Newsletter und im Jahresbericht der Professur (S. 49 ff.)
- Ansprechpartner zum Thema Trockenzerfaserung: R. Kleinert und M. Loist
- Ansprechpartner zum Thema Rohstoffplattform: Thomas Schrinner