22.06.2026
Dresdener Holzforschung ist zukünftig besser vernetzt: HolzForschung Deutschland gegründet
Pressemitteilung von Johann Heinrich von Thünen-Institut
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Holzforschung haben in Braunschweig ein neues Netzwerk aus der Taufe gehoben. Mit der Verbindung wollen sie nicht nur die Kooperation untereinander stärken, sondern auch der wachsenden Bedeutung der Ressource Holz gerecht werden. Forscher der TU Dresden sowie des IHD Dresden gründeten und wirken entscheidend an der Gestaltung des Netzwerkes mit.
Braunschweig (16. Juni 2026). Rund 30 renommierte Holzforscherinnen und -forscher aus ganz Deutschland kamen am 16. Juni 2026 in Braunschweig zusammen, um das Forschungsnetzwerk „HolzForschung Deutschland“ zu gründen. Darunter sind die Dresdener Forscher Prof. Alexander Pfriem (TU Dresden, Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie), Prof. Markus Rüggeberg (TU Dresden, Forstnutzung) und Prof. Steffen Tobisch, Leiter des Instituts für Holztechnologie Dresden gGmbH. Gemeinsam wollen sie mit der neuen Verbindung die Kräfte der Disziplin in Deutschland bündeln und den Holzforschungsstandort Dresden zu einer besseren Sichtbarkeit verhelfen. Seit über 70 Jahren bildet der Standort Dresden ein wichtiges international anerkanntes Zentrum der anwendungs- und erkenntnisorientierten Materialforschung rund um den Werkstoff Holz.
Angesichts der wachsenden Bedeutung von Holz für Klimaschutz, nachhaltiges Bauen, Substitution von fossilen Rohstoffen und Kreislaufwirtschaft schafft das Netzwerk eine starke Plattform, um wissenschaftliche Kompetenzen zu bündeln und den Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu fördern. „Die Holzforschung wird sich in den kommenden Jahren unter anderem mit strategischen Themen wie Ressourcensouveränität, Holz als Hightech-Material oder Wood Intelligence befassen. Das Material Holz ist nicht nur mit positiven Eigenschaften belegt, es steht auch für einen positiven Blick auf die Zukunft“, sagt Prof. Rüggeberg von der TU Dresden, einer der Sprecher des Netzwerkes.
Mit der Gründung von „HolzForschung Deutschland“ erhält die vielfältige Forschungslandschaft rund um die Ressource Holz erstmals eine gemeinsame Stimme. In der „HolzForschung Deutschland“ wirken Einzelpersonen aus zahlreichen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten und aus unterschiedlichen Fachgebieten, etwa Materialforschung, Bauingenieurwesen, Architektur, Verfahrenstechnik, chemische Technologien und Kunst zusammen. Für Prof. Tobisch vom Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH ist klar: „Für uns als industrienahes und anwendungsbezogenes Holzforschungsinstituts ist diese Vernetzung und die bessere Zusammenarbeit in der Forschung von besonderer Bedeutung, um gemeinsam Forschungsergebnisse noch besser in wirtschaftliche Erfolge umzuwandeln.“
Ziel von „HolzForschung Deutschland“ ist es, die Sichtbarkeit, Vernetzung und Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland nachhaltig zu stärken. Darüber hinaus soll das Netzwerk gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte initiieren und unterstützen, den wissenschaftlichen Austausch rund um das Thema Holz fördern sowie gezielt der jungen Generation das Holz näherbringen. Nicht zuletzt soll die „HolzForschung Deutschland“ zu einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft anerkannten Fachgesellschaft werden. „Erkenntnisorientierte Forschung bildet eine Basis für Innovationen in der Holztechnologie. Darum ist es für uns wichtig die Sichtbarkeit des Zukunftsmaterials Holz auch bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu verbessern“ erläutert dies Prof. Pfriem von der TU Dresden.
Dem gemeinsamen Ziel der drei Dresdener Gründungsmitglieder, den Standort Dresden auf der Holzforschungslandkarte noch besser sichtbar zu machen, sind sie mit der Gründung von „HolzForschung Deutschland“ ein großes Stück näher gekommen.
Dem Gründungstag im Fraunhofer WKI in Braunschweig ging ein intensiver Vorbereitungsprozess voraus. Seit 2025 erarbeiteten die Beteiligten während dreier Treffen in Hamburg, Dresden und Freising inhaltliche und organisatorische Grundlagen der Vereinigung. Die Gründungsmitglieder hoffen auf einen regen Zulauf von neuen Mitgliedern im Anschluss an die Veranstaltung. Der Beitritt ist jederzeit möglich. Eine erste Mitgliederversammlung ist noch für das laufende Jahr geplant.
Kontakt:
Prof. Dr. Markus Rüggeberg
Technische Universität Dresden
Prof. Dr. Steffen Tobisch
Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH
steffen.tobisch@ihd-dresden.de