27.06.2026
Hanns-Voith-Stiftungspreis für Julian Sachsenweger
Die Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie freut sich über eine besondere Auszeichnung: Dipl.-Ing. Julian Sachsenweger wurde mit dem Stiftungspreis der Hanns-Voith-Stiftung in der Kategorie Papier- und Werkstofftechnik ausgezeichnet. Prämiert wurde seine herausragende Abschlussarbeit, die an der Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie sowie am Institut für Pflanzen- und Holzchemie in Tharandt entstand.
Seit 13 Jahren würdigt die Hanns-Voith-Stiftung an ausgewählten Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz exzellente wissenschaftliche Arbeiten in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Die ausgezeichneten Arbeiten befassen sich unter anderem mit den Themen Antriebstechnik, Papier- und Werkstofftechnik, Wasserkraft und Digitalisierung.
Die Auszeichnung erhöht die Sichtbarkeit praxisnaher Forschung und intensiviert den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie. Die enge Verknüpfung von universitären Instituten mit industrieller Praxis leistet einen bedeutenden Beitrag, um Forschungsergebnisse schneller in anwendungsnahe Lösungen zu überführen.
Die Preisverleihung fand am 27. Juni 2026 erstmals in der historischen Villa Eisenhof auf dem Werksgelände von Voith in Heidenheim an der Brenz statt.
Thema der Abschlussarbeit
Kann man Papier auch aus Stroh oder schnell wachsenden Pflanzen herstellen? Ziel der Arbeit von Julian Sachsenweger ist es, alternative und nachhaltigere Rohstoffe für die Zellstoffproduktion zu erschließen – und damit die Abhängigkeit von Holz zu verringern. Im Mittelpunkt stehen landwirtschaftliche Reststoffe wie Gersten- oder Sojastroh. Diese Pflanzen sind allerdings schwer aufzuschließen, da ihre Struktur besonders widerstandsfähig ist. In umfangreichen Experimenten untersucht Herr Sachsenweger, wie verschiedene Vorbehandlungsschritte die Verarbeitung beeinflussen – zum Beispiel hinsichtlich Papierqualität und des Einsatzes von Chemikalien wie Wasserstoffperoxid. Dabei zeigt sich: Nicht jeder Ansatz führt automatisch zu besseren Ergebnissen, was wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung der Verfahren liefert. Die Arbeit leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Nutzung bisher wenig erschlossener Rohstoffe und zeigt konkrete Wege auf, wie sich diese künftig effizienter verarbeiten lassen. Auf Grundlage der Arbeit von Herrn Sachsenweger könnten künftig landwirtschaftliche Abfälle sinnvoll genutzt, Ressourcen geschont und die Papierproduktion nachhaltiger gestaltet werden.
Die Professur gratuliert Julian Sachsenweger herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und wünscht ihm für seinen weiteren beruflichen Weg viel Erfolg!