Seminar "Sprache der Objekte" (SoSe 2026)
Seminar des Instituts für Soziologie und des Instituts für Geschichte
Leitung:
Prof. Dr. Manuel Frey, Dr. Jörg Zaun
Zeit/Ort
Montag, 2.DS (9:20 bis 10:50 Uhr), Kustodie der TU Dresden
Inhalt
„Dinge zeigen nur, ansonsten sind sie stumm“ – so Otto Laufer 1943. Doch auch wenn Dinge im engen Sinne nicht sprechen, greifen sie tief in soziale Interaktionen und Kommunikation ein und sind daher eigenständige Quellen historischer Erkenntnis. Der sogenannte material turn hat die wissenschaftliche Aufmerksamkeit neu auf die epistemische Rolle von Objekten gelenkt: Dinge sind Zeichen-, Bedeutungs- und Handlungsträger, die durch methodisch geleitete Interpretation „zum Sprechen gebracht“ werden müssen (Hahn 2020; Ludwig 2020).
Das Seminar nimmt die Sammlungen der TU Dresden als konkretes Lernfeld: Die Kustodie betreut über 40 Sammlungen mit insgesamt rund einer Million Objekten aus 200 Jahren universitärer Lehr- und Forschungsgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Sammlungsbesuche in der Sammlung Farbenlehre, der Farbstoffsammlung, der Akustisch-Phonetischen Sammlung, der Hermann-Krone-Sammlung sowie dem Kunstbesitz der TU Dresden (Kustodie TU Dresden 2022). An ausgewählten Einzelobjekten und Objektkonvoluten werden Methoden der Objektforschung praktisch erprobt. Die Studierenden erwerben dabei interdisziplinäre Kompetenzen in der Erfassung, Erschließung und Interpretation von Sammlungsobjekten und gewinnen Einblick in aktuelle Methoden der materiellen Kulturforschung.