13.07.2026
Europäisches Projekt CarePath: Medizinische Fakultät der TUD forscht an Therapien für Adipositas und Typ-2-Diabetes
Prof. Nikolaos Perakakis
Chronische Erkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes können dank der Fortschritte im Gesundheitswesen heute erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Untersuchungen zeigen jedoch immer wieder, dass es vielen Betroffenen schwerfällt, ihre Behandlung über einen längeren Zeitraum fortzusetzen, häufig aufgrund mangelnder Unterstützung, sozialer Stigmatisierung oder finanziellem Druck.
Mit CarePath ist 2025 ein europäisches Forschungsprojekt gestartet, das Menschen mit chronischen Erkrankungen dabei unterstützen soll, ihre Therapien wirksamer und nachhaltiger umzusetzen. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt vereint akademische Einrichtungen, Gesundheitsdienstleister, Patientenorganisationen und Industriepartner aus ganz Europa, um Lösungen für eine langfristige Therapietreue zu entwickeln und damit die Behandlungsergebnisse verbessern.
Ziel der länderübergreifenden Kooperation ist die Entwicklung einer flexiblen und gebrauchsfertigen Toolbox, die den Menschen helfen soll, ihre Medikamente so zu verwalten, wie es ihren Bedürfnissen und ihrem Lebensstil entspricht.
In Deutschland wird das Projekt von drei führenden akademischen Zentren getragen: der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (TUD) und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit dem Paul Langerhans Institut Dresden (MKIII-PLID), vertreten durch Prof. Nikolaos Perakakis, dem Universitätsklinikum Tübingen und Helmholtz Munich unter der Leitung von Prof. Andreas Birkenfeld sowie dem Universitätsklinikum Leipzig, vertreten durch Prof. Matthias Blüher. Die drei Wissenschaftler bringen ihre international anerkannte Expertise auf den Gebieten Adipositas, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen in das Projekt ein.
Sobald die Toolbox, ein digitales Unterstützungssystem, Einsatzbereit ist, werden die drei deutschen Partner im Rahmen von CarePath eine klinische Pilotstudie durchführen, um die Wirksamkeit zu prüfen. Die Studie startet voraussichtlich 2027 und richtet sich an Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes. Untersucht wird, ob solche personalisierten Unterstützungsangebote die langfristige Therapietreue verbessern können. Im Fokus stehen unter anderem moderne inkretinbasierte Therapien wie Semaglutid und Tirzepatid, die in der Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas eine zunehmende Bedeutung haben. Bekannter ist Semaglutid unter dem Handelsnamen Ozempic; Tirzepatid ist ein verwandter, dual wirkender Wirkstoff, der unter dem Namen Mounjaro verfügbar ist.
„Trotz erheblicher Fortschritte in der Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes hängt der langfristige Therapieerfolg entscheidend davon ab, ob Patientinnen und Patienten ihre Behandlung dauerhaft fortführen können“, erläutert Prof. Nikolaos Perakakis. „CarePath bietet die einzigartige Möglichkeit, innovative Unterstützungsinstrumente zu entwickeln und wissenschaftlich zu evaluieren, die die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen.“
„Metabolische Erkrankungen gehören zu unseren Forschungsschwerpunkten. Mit der Beteiligung an CarePath positioniert sich die Medizinische Fakultät als Teil eines starken internationalen Forschungsnetzwerks, das ganz gezielt wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative Lösungsansätze überführen möchte“, erklärt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TUD.
„Für das Universitätsklinikum Dresden bietet CarePath die Chance, Forschungsergebnisse und Lösungsansätze mit der klinischen Versorgung zu verknüpfen. Gemeinsam mit unseren Partnern, insbesondere auch in Leipzig, wollen wir die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Stoffwechselerkrankungen nachhaltig verbessern“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums.
CAREPATH - Collaborative Action and Research for Engagement, Persistence and Adherence in Treatment & Health
Projekt-Webseite: https://carepath-ihi.eu/
Beginn: 1, Mai 2025
Dauer: 60 Monate (2025 bis 2030)
Gesamtbudget: rund 20 Mio. Euro
EU-Förderung: rund 11 Mio. Euro
Industriepartner: rund 9 Mio. Euro
Koordinator: RISE Research Institutes of Sweden AB
Projektführung: Novo Nordisk
Die Studie ist Teil des Arbeitspakets IV: Lotsen / Durchführung einer offenen, randomisierten, kontrollierten Proof-of-Concept (PoC)-Studie zum Einsatz der Toolbox im Krankenhaus und in der Ambulanz in drei Krankenhäusern in Deutschland bei Patienten mit T2DM (PoC).
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. med. Nikolaos Perakakis
Bereichsleiter für Metabolisch Vaskuläre Medizin
Gruppenleiter Paul Langerhans Institute Dresden (PLID)
Leiter des Universitätsstudienzentrums für Stoffwechselerkrankungen
Medizinische Klinik & Poliklinik III
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
an der Technischen Universität Dresden
Tel.: +49 351 458 13651
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