Mar 23, 2026
Neue S3-Leitlinie „Schilddrüsenknoten bei Erwachsenen in der hausärztlichen Versorgung“ erarbeitet
Schilddrüsenknoten treten häufig auf, sind in den meisten Fällen aber harmlos. Trotzdem führen sie oft zu einer erweiterten Diagnostik, die viel Zeit, Geld und Ressourcen bindet. Dass es auch anders geht, zeigt die neue Leitlinie, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften wie Innere Medizin, Endokrinologie, Radiologie und Nuklearmedizin erarbeitet wurde. Auch Patientenvertretungen waren beteiligt.
Die Entwicklung der Leitlinie, die neben einer Lang- und Kurzversion auch eine Patienteninformation umfasst, wurde mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen 01VSF22009) ermöglicht. Die Konsortialführung des Projektes lag in den Händen der Dresdner Autorinnen Dr. Karen Voigt und Prof. Dr. Jeannine Schübel aus dem Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, die in Kooperation mit Kolleg:innen aus allgemeinmedizinischen Universitätsinstituten in Erlangen, Frankfurt am Main, Greifswald und Würzburg das Projekt erfolgreich umsetzten.
Die Leitlinie gibt im Praxisalltag eine evidenzbasierte Orientierung, um notwendige von unnötiger Diagnostik zu unterscheiden. Zudem trägt sie dazu bei, dass Knoten in der Schilddrüse als etwas eher Normales betrachtet werden. Es wird ausführlich dargestellt, dass nicht alles, was technisch geht, immer auch medizinisch sinnvoll ist. Ultraschalluntersuchungen sollten zum Beispiel nie ohne Anlass gemacht werden. Denn damit wird nur in den allerseltensten Fällen ein behandlungsbedürftiger Knoten entdeckt, während es in der Regel eine hohe Zahl an teilweise schädlichen Folgeuntersuchungen und -behandlungen gibt. Natürlich werden in der Leitlinie auch alle Red Flags (Warnanzeichen) vorgestellt: Bei Beschwerden wie Luftnot, Heiserkeit, Drücken im Hals braucht es weiterführende Diagnostik. Als Therapie bei Schilddrüsenknoten hält die Leitlinie fest, dass meist keine Aktivitäten nötig sind. Nur bei Schilddrüsenknoten, die Beschwerden verursachen oder verdächtig sind, muss eine Behandlung (chirurgisch oder nuklearmedizinisch) veranlasst werden.
Zur Leitlinie: https://www.degam.de/leitlinie-s3-053-058
Zur Pressemitteilung der DEGAM: https://www.degam.de/pressemitteilung-detail/keine-ueberdiagnostik-bei-schilddruesenknoten