28.10.2026
Medizinische Fakultät der TUD und Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem schließen Kooperationsvertrag
Vertreter:innen der Hochschulmedizin Dresden und der MUL – CT zusammen mit Robert Denk (2.v.l.), Leiter der Abteilung Hochschulen im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, und Tobias Dünow (1.v.r.), Staatssekretär im Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) und die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden (TUD) bauen ihre Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Fakultätsentwicklung aus. Ein gemeinsamer Kooperationsvertrag schafft die Grundlage für interdisziplinäre Forschungsprojekte, innovative Lehrangebote und neue Impulse für die Gesundheitsversorgung in der Lausitz. Im Mittelpunkt stehen die Digitalisierung in der Medizin, neuartige Medizintechnik und die Versorgungsforschung in ländlichen Regionen.
„Die Zukunft der Gesundheitsversorgung hängt entscheidend davon ab, wie gut es uns gelingt, wissenschaftliche wie auch praxisbezogene Disziplinen miteinander zu verbinden und über institutionelle wie föderale Grenzen interprofessionell zusammenzuarbeiten. Die Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der TU Dresden eröffnet uns die Möglichkeit, medizinische Expertise, technologische Innovation und Versorgungsforschung noch enger zusammenzuführen. Darin liegt die große Chance – nicht nur für die Weiterentwicklung von Forschung und Lehre, sondern auch für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Lausitz als länderübergreifenden Gesundheits- und Wissenschaftsraum zu stärken und neue Impulse für eine ganzheitliche Versorgung und Medizin zu setzen, die wissenschaftlichen Fortschritt und die konkreten Bedarfe der Menschen in der Region gleichermaßen in den Blick nimmt“, sagt Prof. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT.
Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes
Brandenburg, Tobias Dünow: „Die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung machen nicht an Landesgrenzen halt, und unsere Zusammenarbeit sollte es auch nicht tun. Die Modellregion Gesundheit Lausitz bietet einen Rahmen, in dem wir Gesundheitsversorgung nicht nur erforschen, sondern auch konkret verändern können. Mit der MUL – CT bauen wir dafür ein Forschungs-, Lehr- und Versorgungsnetzwerk auf, das die gesamte Region einbezieht. Die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden führt unsere Stärken zusammen: Dresden gewinnt neue Möglichkeiten für die Versorgungsforschung, und wir profitieren von der wissenschaftlichen Erfahrung einer etablierten Fakultät. So geht gemeinsame Gesundheitsversorgung.“
Mit der neuen Kooperation wird die Gesundheitsforschung in der Modellregion Gesundheit Lausitz um einen starken Wissenschaftsstandort in Sachsen erweitert. So wird die Medizinische Fakultät der TU Dresden ihre Kompetenzen in gemeinsame Lehr- und Forschungsaktivitäten über verschiedene Versorgungsbereiche hinweg einbringen, die bereits in Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und dem Robert Koch-Institut stattfinden.
Prof. Esther Troost, Dekanin der MF-TUD, erklärt: „Diese Kooperation ist ein wichtiger
Beitrag zur Ausbildung junger Menschen für die Region: Gemeinsame Lehrangebote und
Qualifizierungswege stärken den medizinischen Nachwuchs in Sachsen und Brandenburg. Zugleich entsteht daraus eine gemeinsame Forschungsperspektive: Wer die Versorgungsrealität der Lausitz kennt, kann ihre Herausforderungen auch wissenschaftlich adressieren. Davon profitieren beide Standorte in Sachsen und Brandenburg gleichermaßen: Die Region wird zum Impulsgeber für neue Forschung – und die Forschung zum Motor für die Region.“
Unter anderem in der medizinischen Informatik soll die Zusammenarbeit intensiviert werden. Das Zentrum für Medizinische Informatik der TU Dresden und das Datenintegrationszentrum der MUL – CT sollen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte initiieren. Im Fokus stehen dabei die Schnittstellen zwischen Gesundheitsversorgung, Versorgungsforschung und Digitalisierung.
Auch die Expertise der Professuren am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) soll in gemeinsame Projekte zu Versorgungsfragen,
Prävention und öffentlicher Gesundheit einfließen. Ziel ist es, die wissenschaftlichen
Grundlagen für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung in der Region zu stärken.
Prof. Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin der MUL – CT, betont: „Für uns als
Universitätsmedizin im Aufbau ist die Zusammenarbeit mit einer so erfahrenen Partnerin wie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden von besonderer Bedeutung. Gemeinsam wollen wir Forschungsprojekte voranbringen und neue Konzepte für die medizinische Ausbildung entwickeln. Ein konkretes Vorhaben trägt den Titel „Medizin im Wandel“. Dabei geht es darum, Digitalisierung und innovative Medizintechnik in der interdisziplinären und interprofessionellen Lehre stärker zu verankern. Hier können wir die Verbindung zu den technischen Wissenschaften nutzen, in Dresden an der TU und in Cottbus durch die
Zusammenarbeit mit der BTU. Geplant sind unter anderem gemeinsame Wahlfächer, Summer Schools und weitere Studienangebote. Unsere Studierenden sollen lernen, medizinische Fragen über Fachgrenzen hinweg zu bearbeiten.“
V.l.n.r.: Prof. Adelheid Kuhlmey (MUL – CT), Prof. Esther Troost (MF-TUD), Prof. Uwe Platzbecker (UKDD), Prof. Eckhard Nagel (MUL – CT) und Janko Haft (UKDD) unterzeichneten den Kooperationsvertrag.
Darüber hinaus werden beide Partnerinnen ihre Erfahrungen bei der Konzipierung von
Studiengängen, der Gestaltung von Curricula und der Qualitätssicherung austauschen. Die Kooperation umfasst neben Forschung und Lehre auch die Weiterentwicklung und
Organisation medizinischer Fakultäten. Dazu zählen der Austausch über Governance-Strukturen, akademische Karrierewege und Personalförderung. Zudem wollen beide Einrichtungen in der Administration voneinander lernen und bewährte Ansätze im Finanzmanagement, bei der Drittmittelakquise und in akademischen Verwaltungsprozessen teilen.
Langfristig soll die Zusammenarbeit dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen durch wissenschaftlich fundierte und digitale Ansätze zu verbessern und zugleich die Lausitz als attraktiven Gesundheits- und Wissenschaftsstandort zu stärken.
Pressekontakt MF-TUD
Anne-Stephanie Vetter
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden
+49 (0) 351 458 17903
Pressekontakt MUL – CT
Britta March
Leiterin Unternehmenskommunikation und Pressesprecherin
+49 (0) 355 46 3255
Hintergrund
Die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden (MF-TUD) setzt mit ihren Forschungsschwerpunkten in Onkologie, Stoffwechselerkrankungen (insbesondere Diabetes) sowie neurologischen und psychischen Erkrankungen unter Einsatz digitaler Technologien nationale und internationale Standards.
Die Studierenden profitieren von einem vielseitigen Studienangebot mit innovativer Lehre in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Public Health, Hebammenkunde, Medical Radiation Science, Biomedizinische Technik sowie dem Modellstudiengang der Humanmedizin in Chemnitz.
Gemeinsam mit dem gleichnamigen Universitätsklinikum bildet die Medizinische Fakultät die Hochschulmedizin Dresden. Die enge Kooperation der Hochschulmedizin Dresden mit
führenden Forschungsinstituten wie dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Fraunhofer-Instituten und dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik macht den Standort zu einem Zentrum exzellenter, wegweisender und patientenorientierter Medizin und leistungsstarker Forschung.
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) wurde am 1. Juli 2024 als erste und einzige staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs gegründet. Das von Land und Bund bis 2038 mit insgesamt 3,7 Mrd. Euro geförderte, größte Strukturwandelprojekt im Kohleausstieg, vereint exzellente Gesundheitsversorgung, innovative Forschung und moderne Lehre unter einem Dach. Die interdisziplinären Forschungsschwerpunkte an der Medizinischen Universität sind „Gesundheitssystemforschung“ und „Digitalisierung des Gesundheitswesens“. Digitale Lösungen, moderne Versorgungsmodelle und eine konsequente Ausrichtung auf die gelingende, moderne, vernetzte, integrierte Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum machen die Medizinische Universität deutschlandweit einzigartig. Mit der Medizinischen Universität systemisch verbunden ist die Modellregion Gesundheit Lausitz, in der die Gesundheitsversorgung von Morgen entstehen wird.
Die MUL – CT hat derzeit rund 4.300 Mitarbeitende aus mehr als 60 Nationen. Zum
Wintersemester 2026 / 2027 sind die ersten 38 Studierenden im Modellstudiengang
Humanmedizin gestartet. Ab 2028 ist geplant, zusätzlich die drei Masterstudiengänge Advanced Nursing Practice, Medical Data Science und Gesundheitssystemwissenschaften anzubieten.