09.10.2026
vdek-Zukunftspreis 2026: Medizinische Fakultät der TUD erhält 3. Preis für wegweisendes Projekt in der gendersensiblen Versorgung
„Gesundheit für alle Geschlechter“ – unter diesem Motto steht der Zukunftspreis 2026 des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek). Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich für eine geschlechtersensible Gesundheitsversorgung einsetzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern in Lehre, Diagnostik und Therapie besser berücksichtigt werden können.
Am 7. Oktober 2026 wurden die Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen der Veranstaltung „vdek-Zukunftsforum“ in Berlin geehrt.
Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte vdek-Zukunftspreis geht an drei Projekte:
- Erster Preis: Fortbildung für geschlechter‑ und kultursensible Versorgung im Notfall
- Zweiter Preis: Geschlechtersensible Unterstützung gegen das Rauchen
- Dritter Preis: Geschlechtersensible Medizin in die Lehre bringen
vdek-Zukunftspreis 2026: Medizinische Fakultät der TUD erhält 3. Preis © vdek
Ausgezeichnet: Veranstaltungsreihe „Geschlechtersensible Medizin“
Der dritte Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und geht an die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden für ihre interdisziplinäre Online-Veranstaltungsreihe „Geschlechtersensible Medizin“. In zehn Vorlesungen vermittelt sie Studierenden und Fachkräften, wie sich Geschlechterunterschiede auf Diagnostik, Behandlung und Forschung auswirken. Ziel ist es, das Bewusstsein für diese Unterschiede zu schärfen und geschlechtersensible Medizin nachhaltig in Lehre und Versorgung zu verankern.
Silke Heinke, Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen, gratuliert dem Dresdner Projekt: „Dass mit der TU Dresden ein Projekt aus Sachsen beim diesjährigen vdek-Zukunftspreis ausgezeichnet wurde, freut uns besonders. Geschlechtersensible Medizin ist kein Nischenthema, sondern ein wichtiger Baustein für eine passgenauere und qualitativ bessere Versorgung. Wer Unterschiede bei Symptomen, Diagnostik oder Therapieverläufen kennt und berücksichtigt, kann Fehl-, Unter- und Überversorgung besser vermeiden. Die Dresdner Veranstaltungsreihe setzt dabei an einer entscheidenden Stelle an: Sie vermittelt dieses Wissen bereits in der medizinischen Ausbildung und trägt es zugleich in die Fortbildung und damit in die Versorgungspraxis.“
Wissen früh in Ausbildung und Versorgung verankern
Die seit 2022 etablierte Veranstaltungsreihe „Geschlechtersensible Medizin“ verbindet Vorlesungen und Seminare und richtet sich sowohl an Medizinstudierende als auch an bereits examinierte Fachkräfte. Die Online-Vorlesungen sind von der Sächsischen Landesärztekammer als ärztliche Fortbildung zertifiziert - Studierende können die Reihe als Wahlpflichtfach belegen. Inhaltlich geht es um geschlechtsabhängige und geschlechtsspezifische Aspekte in unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten – beispielsweise in der Notfallmedizin, Radiologie, Infektiologie, Psychiatrie oder Orthopädie.
Ziel ist es, angehende und bereits tätige Medizinerinnen und Mediziner dafür zu sensibilisieren, wo geschlechtsbezogene Unterschiede in Lehre, Forschung und klinischer Versorgung bislang nicht ausreichend berücksichtigt werden. Langfristig soll geschlechtersensible Medizin stärker und dauerhaft im medizinischen Curriculum verankert werden. Die Veranstaltungsreihe betrachtet Geschlecht dabei sowohl als biologische als auch als soziale Einflussgröße. Thematisiert werden Unterschiede bei Symptomen, Diagnostik, Therapie und Pflege ebenso wie mögliche stereotype Annahmen im Behandlungsalltag.
PD Dr. Monika Valtink, Stabsstelle Gleichstellungs- und Diversitymanagement, und Anne Röhle, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Medizinische Fakultät der TU Dresden haben gemeinsam die Lehrveranstaltung implementiert und verstetigt und freuen sich über die Auszeichnung ihres Engagements und die damit verbundene Sichtbarkeit des Themas: „In jeder Disziplin, jeder Profession und jedem Versorgungskontext spielt „das Geschlecht“ eine Rolle. Forschung, Lehre, Versorgung müssen Geschlecht – wie auch andere Diversitätskategorien – stärker als Variable in ihre Arbeit integrieren. Die Arbeit der letzten sechs Jahre zeigt deutlich, dass alle Menschen profitieren, wenn Medizin geschlechtergerechter wird – der Weg zur echten curricularen, longitudinalen Verankerung und Umsetzung in der Praxis ist aber noch weit.“
Erfolgreiches Format soll weiter verstetigt werden
Das Dresdner Angebot ist inzwischen fest als Wahlpflichtfach verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Für das Sommersemester 2026 war das Wahlpflichtfach bereits mit Warteliste ausgebucht. Erkenntnisse aus der Veranstaltungsreihe sind zudem bereits in weitere Lehrinhalte eingeflossen. Parallel arbeitet eine standortübergreifende Arbeitsgruppe in Dresden und Chemnitz an einer längerfristigen Integration geschlechtersensibler Medizin in das Curriculum.
Über den vdek-Zukunftspreis: Ein Preis der Sozialen Selbstverwaltung
Der vdek-Zukunftspreis wird von der Sozialen Selbstverwaltung der sechs Ersatzkassen TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK vergeben. Seit 2010 werden damit innovative Ideen und Konzepte ausgezeichnet, die die gesundheitliche Versorgung weiterentwickeln. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine Jury aus Expertinnen und Experten aus Gesundheitspolitik, Medizin und Selbstverwaltung.
Mehr Informationen zum vdek-Zukunftspreis unter https://www.vdek.com/politik/vdek-zukunftspreis.html
Kontakt:
Anke Weber
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen
Referentin Politik und Kommunikation
www.vdek.com