Sonderausstellung Frauen.Studium.Medizin
Bezirkskrankenhaus Cottbus, 1980. (Bundesstiftung Aufarbeitung, Fotograf: Peter Leske, Signatur: 1770-2A-TH26-LEA)
Sonderausstellung
Frauen.Studium.Medizin
Historische Perspektiven auf Bildungs- und Berufswege von Ärztinnen in Sachsen und Deutschland
Seit 120 Jahren sind Frauen zum Studium an sächsischen Universitäten zugelassen. Das Institut für Geschichte der Medizin nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um mit der Ausstellung „Frauen.Studium.Medizin“ Schlaglichter auf die Geschichte von Ärztinnen in Sachsen und darüber hinaus zu werfen.
Zwischen 1900 und 1909 ließen nach und nach alle deutschen Bundesstaaten das Frauenstudium zu. Viele Biografien von Ärztinnen im Kaiserreich lassen sich hier recherchieren. In der Weimarer Republik gründete sich 1924 mit dem „Bund Deutscher Ärztinnen“ die erste eigene Interessenvertretung auf nationaler Ebene. Im „Dritten Reich“ wurden jüdische Ärztinnen an der Berufsausübung gehindert, verfolgt und ermordet. Weibliche Ärzte beteiligten sich an Krankentötungen und anderen Medizinverbrechen.
Ärztinnen wurde häufig zugesprochen, aufgrund ihrer „Mütterlichkeit“ besonders für den Arztberuf bzw. für spezifische medizinische Fachgebiete geeignet zu sein. So wählten viele eine Spezialisierung in der Frauen- und Kinderheilkunde. Gleichzeitig waren Frauen oft aufgrund ihres Geschlechts in ihren Karriereaussichten benachteiligt. In der Bundesrepublik durfte bis 1977 die Berufstätigkeit einer Ehefrau nicht ihre Pflichten in Ehe und Haushalt behindern. Dagegen wurde in der DDR die weibliche Berufstätigkeit aktiv gefördert. Auch in der DDR bestanden trotz formaler Gleichstellung strukturelle Benachteiligungen für Frauen fort.
Heute sind es vor allem Frauen, die sich für ein Medizinstudium entscheiden. Sie stoßen bei ihrer Karriere immer noch auf Hindernisse und sind mitunter Diskriminierungen ausgesetzt. Seit Frauen in Sachsen 1906 erstmals das Medizinstudium aufnehmen konnten, hat sich viel verbessert – die Verwirklichung der Gleichstellung bleibt jedoch eine Aufgabe der Gegenwart.
Die Ausstellung wird im MTZ bis zum Frühjahr 2027 gezeigt.
Eine Ausstellung des Instituts für Geschichte der Medizin an der TU Dresden.
Ort: Foyer des Medizinisch-Theoretischen Zentrums, Medizinische Fakultät der TU Dresden, Fiedlerstraße 42, 01307 Dresden
Zeit: 23. April 2026 bis Frühjahr 2027
Impressionen von der Ausstellungseröffnung am 23. April 2026
Die Ausstellung im Foyer des MTZ
Prof. Dr. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden
Drei Pionierinnen der Forschung zu Ärztinnen in der Medizingeschichte waren zur Ausstellungseröffnung zu Gast (v.l.n.r.): Prof.in Dr. Sabine Schleiermacher, Prof.in Dr. Johanna Bleker, Prof.in Dr. Eva Brinkschulte
Prof. Dr. Sabine Schleiermacher, Charité – Universitätsmedizin Berlin, hielt einen wissenschaftlichen Vortrag zur Eröffnung