30.03.2026
Jahressymposium der digitalen FortschrittsHubs Gesundheit, Berlin, 25.03.2026
Digitale FortschrittsHubs im Fokus: MiHUB Dresden setzt Impulse für vernetzte Versorgung
Im Rahmen des MII-Jubiläumssymposiums stand der Mittwochvormittag im Zeichen der Digitalen FortschrittsHubs und ihrer Rolle für eine vernetzte, forschungsorientierte Gesundheitsversorgung. Prof. Martin Sedlmayr, Leiter des MiHUB, eröffnete die Session der Digitalen FortschrittsHubs beim Jahressymposium und moderierte die anschließende Diskussion.
Vom Uniklinikum in die Fläche
Im Mittelpunkt stand die zentrale Frage, wie digitale Strukturen, die an Universitätskliniken entstehen, in die breite Versorgung übertragen werden können. Prof. Sedlmayr betonte, dass eine datenbasierte Medizin nur gelingen kann, wenn neben der Universitätsmedizin auch ambulante Praxen, Pflegeeinrichtungen und Rehabilitationszentren konsequent eingebunden werden.
Dr. Karen Voigt, Vertreterin der Forschungspraxen der Allgemeinmedizin, brachte die Perspektive der Hausärztinnen und Hausärzte ein. Sie machte deutlich, dass in der Primärversorgung die Behandlung klar im Vordergrund steht: Forschung ist kein Selbstzweck, sondern muss einen erkennbaren Mehrwert für den Praxisalltag bieten. Eine Einbindung in digitale Dateninfrastrukturen gelingt daher nur, wenn sie nicht zusätzlich belastet, sondern idealerweise entlastet. Gleichzeitig verwies sie auf das große Potenzial der hausärztlichen Daten als Abbild der Versorgungsrealität jenseits des Uniklinikums.
Diskutiert wurden der Aufbau interoperabler Strukturen in der ambulanten Versorgung, die systematische Nutzung ambulanter Daten sowie der Bedarf an einheitlichen Standards und geeigneten Anreizsystemen. Auch regulatorische Hürden und Akzeptanzfragen wurden adressiert.
Digitale Patientenportale als Brücke zwischen Sektoren
Auch inhaltlich setzte der MiHUB eigene Impulse: Prof. Hannes Schlieter zeigte in seinem Vortrag, wie digitale Patientenportale die sektorenübergreifende Vernetzung verbessern und das Patient Empowerment stärken können – also Menschen aktiver in ihre eigene Versorgung einbinden.
Langfristig denken
Einig waren sich die Beteiligten darin, dass die FortschrittsHubs nicht als zeitlich begrenzte Förderprojekte verstanden werden sollten, sondern als Katalysatoren für nachhaltige, skalierbare Lösungen, die langfristig Mehrwert für Versorgung und Forschung schaffen. MiHUB Dresden steht für genau diesen Anspruch – und hat ihn beim Jahressymposium der Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit aktiv mitgeprägt.