16.03.2026
Deutsche Krebshilfe fördert translationales Forschungsprojekt zur Evolution des Ovarialkarzinoms
Das Ovarialkarzinom ist nach wie vor die tödlichste gynäkologische Krebserkrankung. Obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren verbessert haben, erleiden die meisten Patientinnen mit fortgeschrittener Erkrankung letztlich ein Rezidiv. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass sich das Ovarialkarzinom während einer klinisch unsichtbaren Phase ausbreiten und weiterentwickeln kann, lange bevor diese Progression in der klinischen Routine erkennbar wird. Daher ist ein besseres Verständnis der evolutionären Dynamik im Hinblick auf die zeitliche und räumliche Entwicklung des Ovarialkarzinoms unerlässlich, um das Verständnis der Krankheitsprogression zu verbessern und neue Ansatzpunkte für künftige personalisierte Therapien zu identifizieren.
Genau an dieser Stelle setzt das von der Deutschen Krebshilfe geförderte neue translationale Forschungsprojekt an, welches in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und dem Institut für Medizinische Informatik und Biometrie umgesetzt wird. Das Projekt baut auf aktuellen Forschungsarbeiten aus Dresden auf und verfolgt einen translationalen Ansatz zur Untersuchung der Evolution des Ovarialkarzinoms. Mit Hilfe von genomischen Analysen anatomisch kartierter Primärtumoren und Metastasen wird die klonale Architektur des Ovarialkarzinoms einzelner Patientinnen rekonstruiert und dabei mutationsspezifische Muster der Tumorklone identifiziert. Durch die Kombination dieser Daten mit longitudinal gewonnenen Blutproben sollen die evolutionären Entwicklungsverläufe rezidivassoziierter Tumorklone im Zeitverlauf nachgezeichnet werden und potenzielle Zielstrukturen für künftige personalisierte Therapien identifiziert werden.
Das Projekt mit dem Titel „Untersuchung zur Tumorevolution des Ovarialkarzinoms im Kontext seiner räumlichen und zeitlichen Heterogenität: von theoretischen Grundlagen zur klinischen Translation“ wird von Prof. Dr. Jan Dominik Kuhlmann an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Labor für Translationale Gynäkologische Onkologie, gemeinsam mit PD Dr. Michael Seifert am Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Arbeitsgruppe Medizinische Bioinformatik, geleitet. Die Förderung des Projekts erfolgt durch die Deutsche Krebshilfe mit mehr als 381.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren ab April 2026.