30.01.2026
Neues EU-Verbundprojekt am IMB eingeworben
Das maligne Melanom ist eine bösartige Hautkrebserkrankung, deren Auftreten in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Viele Betroffene entwickeln im Verlauf der Erkrankung Metastasen im Gehirn, welche mittels bisher existierenden Therapien häufig nicht ausreichend behandelt werden können. Molekulare Veränderungen und Mechanismen, die einer Therapieresistenz von Melanomhirnmetastasen zu Grunde liegen, sind bisher nur unzureichend erforscht.
Genau an dieser Stelle setzt das EU-geförderte interdisziplinäre STAR-MBM Verbundprojekt an, um Grundlagen für die Behandlung von BRAF-Inhibitor (BRAFi) resistenten Melanomhirnmetastasen mittels MET-Inhibitoren zu legen. Das am IMB realisierte bioinformatische STAR-MBM Teilprojekt ist für die Analyse der gemessenen räumlichen Transkriptomdaten von Melanomhirnmetastasen verantwortlich, um Gene, Signalwege, Zelltypen und räumliche Zellmuster zu identifizieren, die BRAFi resistente Metastasen von nicht resistenten Metastasen unterscheiden. Darüber hinaus werden auf Basis der erhobenen molekularen Omics-Daten Genregulationsnetzwerke gelernt, um mit Hilfe von Netzwerkflussanalysen zu ermitteln, welche Gene mutmaßlich die Entwicklung von BRAFi-Resistenzen maßgeblich steuern und wie diese mit dem resistenzassoziierten MET-gesteuerten Regulationsprogramm wechselwirken. Unser STAR-MBM Teilprojekt leistet somit einen essentiellen Beitrag für die Entwicklung zukünftiger Behandlungsstrategien, die das Ziel haben, die BRAFi-Therapieresistenz wieder aufzubrechen.
An STAR-MBM sind neben PD. Dr. Michael Seifert vom IMB (Medizinische Bioinformatik) insgesamt vier weitere Partner beteiligt: Prof. Dr. Josefine Radke (Pathologie, Universitätsmedizin Greifswald), Dr. Torben Redmer (Medizinische Biochemie, Veterinärmedizinische Universität Wien), Prof. Dr. Frits Thorsen (Biomedizin, Universität Bergen) und Prof. Dr. Balázs Győrffy (Bioinformatik, Semmelweis Universität Budapest).
STAR-MBM wird von Dr. Torben Redmer (Koordinator) und PD Dr. Michael Seifert (Co-Koordinator) koordiniert und im Rahmen einer europäischen Partnerschaft für personalisierte Medizin (EP PerMed PGxPM2025) ab April 2026 über einen Zeitraum von drei Jahren mit über 1,6 Million Euro gefördert.