19.10.2026
Doktorandenstelle im Rahmen eines 3-jährigen DFG-geförderten Forschungsprojektes zu besetzen
Am Institut für Medizinische Informatik und Biometrie (IMB) ist eine Doktorandenstelle im Rahmen eines dreijährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojekts zu besetzen. Weitere Informationen finden Sie in der Stellenausschreibung im UKD-Karriereportal.
Hämatopoetische Stammzellen (HSCs) sind im gesunden Organismus zumeist im Knochenmark zu finden. Dort gibt es ein spezielles Mikromilieu, welches HSCs benötigen, um zu überleben und ihre Funktion korrekt erfüllen zu können. Dieses Mikromilieu wird in der Literatur oft auch als Stammzell-Nische bezeichnet.
Obwohl viele Komponenten der Nische (u. a. unterschiedliche Zelltypen und Teile der extrazellulären Matrix) experimentell identifiziert wurden, ist nach wie vor unklar, wie genau das dynamische Zusammenspiel all dieser Komponenten und damit die Regulation der HSCs realisiert wird. Ein solches Verständnis ist nicht nur aus grundlagenwissenschaftlicher Sicht interessant. Auch aus medizinisch-praktischer Perspektive ist es höchst relevant, denn viele Erkrankungen, wie z. B. Leukämien, gehen auf Störungen im Bereich der Stammzellen und ihrer Regulation zurück. Somit trägt ein besseres Verständnis der Stammzell-Nischen-Interaktion potenziell auch zu verbesserten Therapieoptionen bei.
In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt sollen experimentelle in vitro- und in vivo-Beobachtungen im Rahmen einer Simulationsumgebung in silico zusammengeführt werden. Speziell geht es darum, die komplementären experimentellen Erkenntnisse, d. h. stark eingeschränkte Beobachtungen in realistischen Umgebungen (in vivo) und gut quantifizier- und kontrollierbare Beobachtungen in artifiziellen Umgebungen (in vitro), virtuell zusammenzuführen, um somit die Systemdynamik insgesamt besser beschreiben und verstehen zu können.
Das von Prof. Ingo Röder geleitete Projekt wird am IMB unter Mitwirkung von Prof. Ingmar Glauche und Dipl.-Biomath. Thomas Zerjatke bearbeitet. Darüber hinaus ist eine Doktorandenstelle für die Dauer von drei Jahren ausgeschrieben. Von experimenteller Seite wird das Projekt von unterschiedlichen lokalen und internationalen Arbeitsgruppen unterstützt.