HAP3 – Healthy Adaptation to Pregnancy, Postpartum and Parenthood
Das HAP3-Projekt („Healthy Adaptation to Pregnancy, Postpartum and Parenthood" – zu Deutsch: „Gesunde Anpassung an Schwangerschaft, Wochenbett und Elternschaft") ist ein europäisches Forschungsnetzwerk, das von der Europäischen Union im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Doctoral Networks gefördert wird.
Worum geht es?
Das Projekt beschäftigt sich mit einem wichtigen Gesundheitsthema:
Herausforderungen rund um gesundes Gewicht und psychische Gesundheit während der Schwangerschaft und Geburt betreffen viele Schwangere, ihre Partner:innen und ihre Kinder – mit langfristigen Folgen für die gesamte Familiengesundheit. Diese Probleme hängen oft zusammen und können so von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Trotz guter Forschungsergebnisse zu digitalen Gesundheitsanwendungen fehlen bisher umfassende Ansätze, die sowohl gesundes Gewicht als auch psychische Gesundheit in der Routineversorgung während Schwangerschaft und nach der Geburt unterstützen. Das HAP3-Projekt möchte diese Lücke schließen.
Primär möchten wir untersuchen, wie gut die Familien-App in der Praxis funktioniert, also wie akzeptabel und nutzbar sie ist und wie oft sie verwendet wird. Sekundär möchten wir mögliche Effekte auf psychische Gesundheit, Essverhalten, Gewicht, Schlaf und körperliche Aktivität von Müttern und Partner:innen sowie auf die kindliche Entwicklung, das Temperament, die Eltern-Kind-Bindung und Erziehungskompetenzen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt erfassen. Die App unterstützt Eltern bei der Selbstbeobachtung und dem Selbstmanagement ihrer Gesundheit.
Die vier Arbeitsgruppen von HAP3
Arbeitsgruppe 1:
Hier werden große Datensätze aus Geburtsregistern und anderen Studien ausgewertet. So wollen wir besser verstehen, welche Faktoren die Gesundheit von Eltern und Kindern rund um Schwangerschaft und Geburt beeinflussen.
Arbeitsgruppe 2: In dieser Arbeitsgruppe wird die HAP3 Familien-App gemeinsam mit Familien und Fachpersonen entwickelt. Außerdem entsteht eine digitale Übersichtsseite (Dashboard), auf der in Zukunft Fachkräfte wichtige Informationen über die Teilnehmenden schnell sehen können, zum Beispiel zum aktuellen Wohlbefinden, zu Gesundheitsverhalten (wie Schlaf, Ernährung, körperliche Aktivität), zu Veränderungen im Gewicht und zur psychischen Gesundheit. So können sie gezielt Unterstützung anbieten und den Fortschritt der Familie begleiten.
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Die HAP3 Familien App unterstützt werdende Eltern bei der Beobachtung und dem Management ihrer eigenen Gesundheit. Die App bietet wissenschaftlich fundierte Module zu Themen wie Schwangerschaft und Nachsorge, psychische Gesundheit, körperliche Aktivität, Schlaf, Ernährung, gesundes Gewicht, Lebensstil und Elternschaft. Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden persönliche Video- oder Telefonberatung durch das Forschungsteam.
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Das Dashboard ist eine übersichtliche Plattform, die dem Forschungsteam hilft, den individuellen Fortschritt der teilnehmenden Familien zu verfolgen, relevante Informationen zu bündeln und gezielte, persönliche Unterstützung über Video- oder Telefonanrufe sowie Nachrichten zu ermöglichen.
Arbeitsgruppe 3: In dieser Arbeitsgruppe wird geprüft, ob die Familien-App, das Dashboard und die Abläufe der Studie im Alltag gut funktionieren. Dazu untersuchen wir:
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Hauptziele (Machbarkeit): Untersucht werden die Akzeptanz und Nutzbarkeit der Familien-App, das Engagement der Teilnehmenden (wie häufig und intensiv die App genutzt wird), die Rekrutierungs- und Verbleibsrate in der Studie, die Einhaltung des Studienprotokolls sowie die Vollständigkeit der erhobenen Daten.
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Weitere Ziele: Erfasst werden mögliche Effekte auf die psychische Gesundheit (z. B. Stimmung, Angst, Depression), das Essverhalten, das Gewicht, den Schlaf und die körperliche Aktivität von Müttern und Partner:innen. Zudem werden die kindliche Entwicklung, das Temperament des Kindes, die Eltern-Kind-Bindung sowie Erziehungskompetenzen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt untersucht.
Arbeitsgruppe 4: Auf Basis der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen 1-3 werden Strategien entwickelt und getestet, wie die HAP3-Familien-App und die Übersichtsseite dauerhaft in die normale Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt integriert werden können (z. B. in Kliniken, Praxen und Hebammenarbeit).
Das europäische HAP3-Netzwerk
Insgesamt elf Doktorand:innen aus verschiedenen Ländern werden zu Expert:innen für innovative Versorgung rund um die Geburt ausgebildet.
Beteiligte Universitäten:
- KU Leuven (Belgien)
- Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande)
- Technische Universität Dresden (Deutschland)
- Trinity College Dublin (Irland)
- Aarhus University (Dänemark)
Zusätzlich sind weitere assoziierte Partner:innen beteiligt, darunter auch nicht-akademische Partner:innen aus Gesundheitsversorgung, Technologie und Politik.
Ausbildung und internationale Zusammenarbeit
Das HAP3-Netzwerk bildet insgesamt elf Doktorand:innen aus verschiedenen Ländern zu Expert:innen für innovative Versorgung rund um die Geburt aus. Jede:r Doktorand:in absolviert eine gemeinsame Promotion (Joint PhD) an zwei europäischen Universitäten und erhält am Ende einen gemeinsamen Doktorgrad von beiden Institutionen.
Die Ausbildung umfasst:
- Strukturierte Forschung in den Bereichen öffentliche psychische Gesundheit (Public Mental Health), digitale Gesundheit (Digital Health) und Präventionsforschung
- Internationale Forschungsaufenthalte in Forschungseinrichtungen, Versorgungseinrichtungen und politischen Institutionen
- Ein Ausbildungsprogramm mit Sommerschulen, Workshops und Konferenzen
Das Projekt bringt führende Universitäten, Kliniken, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Technologiepartner:innen und politische Akteur:innen aus mehreren europäischen Ländern zusammen. Diese Vielfalt schafft ein einzigartiges Umfeld zur Entwicklung innovativer Lösungen für die Versorgung von Familien in der Zeit rund um Schwangerschaft und Geburt.
Weitere Informationen
Updates zum Projekt und zu den beteiligten Forscher:innen sind verfügbar über:
🔗 https://hap3.eu/
🔗 https://www.linkedin.com/company/hap3-project/people/
Studienleitung:
Prof. Dr. habil. Susan Garthus-Niegel
Studienteam:
VU Amsterdam (Niederlande)
Amato, Donata Maria – d.m.amato@vu.nl
Dehard, Zoé (Z.) – z.dehard@vu.nl
Raghunathan, Meera – m.raghunathan@vu.nl
Wilhelm, Merle – m.l.wilhelm@vu.nl
Trinity College Dublin (Irland)
Handayani, Nur Hidayati – handayan@tcd.ie
Singh, Shivangi – singhs15@tcd.ie
KU Leuven (Belgien)
Baron, Rebecca Audrey – rebeccaaudrey.baron@kuleuven.be
Duizer, Lisanne – lisanne.duizer@kuleuven.be
Yang, Xiaowei – xiaowei.yang@kuleuven.be
TU Dresden (Deutschland)
Aydin, Ayla – ayla.aydin@tu-dresden.de