Forschungs- und Qualifizierungsprogramm
Das IRTG 2773 „Risiken und Pathomechanismen affektiver Störungen“ ist eine etablierte interdisziplinäre Kooperation, die ein strukturiertes internationales Graduiertenprogramm für eine neue Generation talentierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler anbietet.
Der Mehrebenen-/Mehrmethoden-Forschungsansatz und dessen Umsetzung im Qualifizierungsprogramm des IRTG werden im Folgenden beschrieben.
© Michael Kretzschmar
Qualifizierungs- und Forschungsprogramm und wie sie verknüpft sind.
Das übergeordnete Ziel des IRTG-Qualifizierungsprogramms ist die Ausbildung einer neuen Generation von medical und clinician scientists, die in der Lage sind, translationale Forschung zu betreiben, welche Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der Psychiatrie mit der klinischen Praxis verbindet und letztlich zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlungsergebnisse für die Patienten führt. Der Schwerpunkt des Programms lag auf der Erforschung psychiatrischer Störungen und der Förderung der Umsetzung experimenteller Erkenntnisse in klinische Anwendungen durch die Integration experimenteller Erkenntnisse mit innovativen therapeutischen Ansätzen.
Zwar wurden Fortschritte beim Verständnis der Gehirnreifung und der Rolle genetischer und umweltbedingter Faktoren bei der Entstehung affektiver Störungen erzielt, doch bleiben grundlegende Fragen offen: Welche Konstellation von Risikofaktoren führt bei welchem Individuum zu welchem Zeitpunkt zur Entwicklung prodromaler oder manifester Symptomatik und komorbider Erkrankungen? Und welche Konstellation von Schutzfaktoren ist in der Lage, den Krankheitsverlauf an welchen Wendepunkten aufzuhalten? Welcher Pathomechanismus ist in welchem Entwicklungsstadium der Erkrankung entscheidend? Nur durch die Beantwortung dieser Fragen wird eine stratifizierte Medizin möglich, die Fortschritte in der Grundlagenforschung durch die gezielte Bekämpfung der ätiologischen Mechanismen, die psychischen Störungen zugrunde liegen, umsetzt. Die daraus resultierenden Fortschritte in der diagnostischen Präzision und bei gezielten Interventionen könnten eine Möglichkeit bieten, die enorme Belastung für die öffentliche Gesundheit und das individuelle Leid, das mit affektiven Störungen verbunden ist, anzugehen. Dies ist das Ziel des IRTG-Forschungsprogramms.