Intraoperative optische Bildgebung in der patientenindividuellen Hirntumorchirurgie
Die neurochirurgische Behandlung von Hirntumoren erfordert eine individuelle Abwägung zwischen möglichst vollständiger Tumorresektion und dem Erhalt funktionell relevanter Hirnareale. Eine ausgedehnte Resektion kann mit einem verbesserten onkologischen Ergebnis assoziiert sein, birgt jedoch insbesondere bei Tumoren in der Nähe von eloquenten Arealen das Risiko postoperativer neurologischer Defizite. Für die operative Planung und intraoperative Entscheidungsfindung ist daher die präzise Erfassung der patientenspezifischen Beziehung zwischen Tumor, kortikalen Funktionen und Faserbahnsystemen von zentraler Bedeutung. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Forschung liegt auf der intraoperativen optischen Bildgebung. Ziel ist die Entwicklung und Evaluation nichtinvasiver, markerfreier Verfahren, mit denen funktionelle kortikale Aktivität während neurochirurgischer Eingriffe dargestellt werden kann. Im Fokus stehen insbesondere Funktionen wie Motorik, Sensorik und Sprache. Da die Lokalisation dieser Funktionen interindividuell variieren und durch tumorbedingte Verdrängung oder funktionelle Reorganisation verändert sein kann, sollen optische Bildgebungsverfahren dazu beitragen, funktionell relevante Areale unmittelbar im Operationsfeld patientenspezifisch zu identifizieren. Die optische Bildgebung bietet das Potenzial, zusätzliche funktionelle Informationen direkt unter intraoperativen Bedingungen bereitzustellen. Damit kann sie perspektivisch einen Beitrag zur präziseren Abgrenzung resezierbarer und funktionell kritischer Gewebeareale leisten. Die gewonnenen Daten werden systematisch mit etablierten prä- und intraoperativen Verfahren verglichen. Hierzu zählen unter anderem strukturelle MRT, funktionelle MRT, Diffusion Tensor Imaging sowie transkranielle Magnetstimulation. Diese Modalitäten dienen in erster Linie der Validierung und Einordnung der durch optische Bildgebung erhobenen Forschungsergebnisse. Langfristiges Ziel ist es, die intraoperative Informationsgrundlage in der Hirntumorchirurgie zu erweitern und dadurch eine stärker individualisierte Operationsstrategie zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbesserung der Balance zwischen onkologisch sinnvoller Tumorentfernung und bestmöglichem Erhalt neurologischer Funktionen.
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© Julia Walther
Herr Dr. rer. medic. Martin Oelschlägel
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Klinisches Sensoring und Monitoring
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