05.06.2026
Innovatives Lehrformat Medical Exhibition Seminar erfolgreich getestet
Das innovative Lehrformat Medical Exhibition Seminar (MES) wurde am 5. Juni 2026 erstmals im Studiengang Hebammenkunde durchgeführt. Die Studierenden des 6. Fachsemesters hatten dabei die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen anhand praxisnaher Notfallsituationen aktiv anzuwenden und zu vertiefen.
Das Konzept verbindet problemorientiertes Lernen mit Peer-Teaching und setzt auf die Präsentation klinischer Fallbeispiele in Form einer interaktiven Ausstellung. Die Teilnehmenden waren aufgefordert, zu verschiedenen geburtshilflichen Diagnosen das passende Ausstellungsstück und die dazugehörige Beschreibung zu identifizieren. Zu den behandelten Szenarien gehörten unter anderem die vorzeitige Plazentalösung, ein akutes HELLP-Syndrom, die Uterusruptur, die drohende Eklampsie, die regelwidrige Poleinstellung, das Risiko für eine postpartale Atonie sowie die Sepsis des Neugeborenen.
Mithilfe von Bildern, Videos, Simulationsmodellen und weiteren interaktiven Materialien wurde die Verbindung von Theorie und Praxis auf anschauliche Weise gefördert. Das Medical Exhibition Seminar stärkt insbesondere die klinische Entscheidungs- und Problemlösekompetenz in Notfallsituationen und unterstützt die aktive Wissensaneignung der Studierenden. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.
Auch die Rückmeldungen der Studierenden fielen durchweg positiv aus. Mehrere Teilnehmende bezeichneten das Seminar als eines der besten und praxisnahesten Lehrformate ihres bisherigen Studiums. Besonders geschätzt wurden der intensive Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie die Möglichkeit, unterschiedliche Sichtweisen auf Befunde und Diagnosen kennenzulernen. Die Kombination aus individueller Bearbeitung und anschließender Gruppenarbeit wurde als sehr hilfreich empfunden, da sie zunächst Raum für eigene Überlegungen bot und anschließend den gemeinsamen Reflexionsprozess förderte. Das innovative Format regte zu komplexem und differenziertem Denken an und machte deutlich, dass klinische Entscheidungen nicht immer eindeutig sind. Einige Studierende nahmen aus der Veranstaltung konkrete Impulse für ihre weitere Ausbildung mit, etwa die kritischere Überprüfung eigener Einschätzungen oder die vertiefte Auseinandersetzung mit Laborwerten. Zugleich wurden Anregungen für die Weiterentwicklung des Formats formuliert, darunter stärker miteinander verknüpfte Fallkonstellationen sowie mehr Zeit für die gemeinsame Diskussion der einzelnen Fälle.
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