26.10.2026
Neue gemeinsame Forschungsarbeit: How Childhood Maltreatment Relates to Emotion Recognition
In einer gemeinsamen Studie haben Fée O. Fuchs, Leonie Geyer, Sebastian Trautmann sowie Annika C. Konrad und Philipp Kanske aus unserer Arbeitsgruppe Erkenntnisse aus der Forschung zu belastenden Kindheitserfahrungen und zur sozialen Kognition zusammengeführt. Ziel war es zu untersuchen, in welchem Zusammenhang Misshandlungen in der Kindheit mit der Erkennung von Emotionen im Erwachsenenalter stehen. Mittels eines systematischen Reviews und einer Metaanalyse von 40 Studien, die insgesamt 6.369 Erwachsene umfassten, untersuchte das Team, ob Misshandlungen in der Kindheit mit Unterschieden bei der Erkennung von Gesichtsausdrücken – etwa hinsichtlich der Genauigkeit und der Reaktionszeit – einhergehen.
Die Ergebnisse zeigten einen kleinen, aber signifikanten Unterschied in der Genauigkeit der Emotionserkennung zwischen Personen, die in ihrer Kindheit ein hohes beziehungsweise geringes Maß an Misshandlung erfahren hatten; dies betraf insbesondere neutrale Gesichtsausdrücke sowie solche, die Ekel ausdrücken. In dimensionalen Analysen ließ sich jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Misshandlung und der Erkennungsgenauigkeit feststellen; auch bei den Reaktionszeiten zeigten sich keine signifikanten Effekte. Diese Befunde deuten darauf hin, dass belastende frühe Erfahrungen mit subtilen Unterschieden in der sozialen Wahrnehmung verbunden sein könnten – insbesondere bei der Interpretation bestimmter emotionaler Gesichtsausdrücke. Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist zu verstehen, auf welche Weise frühe Erfahrungen das soziale Funktionieren prägen können, und weist zugleich auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zu den Mechanismen hin, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen.
Publikation: Fuchs, F. O., Konrad, A. C., Kanske, P., Geyer, L., & Trautmann, S. (2026). The association between childhood maltreatment and emotion recognition: A systematic review and meta-analysis. Journal of Psychopathology and Clinical Science.