Bisherige Pflanzen der Woche - Der Echte Jasmin

Der Echte Jasmin – Jasminum officinale L.

Jasminum officinale Jasminum officinale

Der Duft der Jasmin-Blüten zieht zurzeit durchs Kalthaus.

Jasminum officinale

Der Duft der Jasmin-Blüten zieht zurzeit durchs Kalthaus.

Wer zurzeit das Kalthaus betritt, dem steigt ein süßer Geruch in die Nase. Er stammt von den schneeweißen Blüten des Jasmins. Seit Jahrtausenden bereichert das ätherische Öl der Pflanze die Duftkompositionen von Parfüms und Kosmetikprodukten. Neben dem Echten Jasmin kommen dafür auch andere Arten der Gattung zum Einsatz, etwa Jasminum grandiflorum L.  und Jasminum sambac (L.) Aiton.

Trotz des intensiven Dufts liegt der Anteil des wohlriechenden Jasminöls am Trockengewicht der Blüten nur bei 0,01 bis 0,2 %.  Um ein Kilogramm reines Öl herzustellen, benötigt man acht Millionen Blüten. Entsprechend teuer ist das Ergebnis: Ein Milliliter kostet etwa 15 Euro. Viele Hersteller mischen den kostbaren Extrakt daher mit anderen Fetten wie Kokosöl.

Und was hat Jasmin mit Politik zu tun?  Der ehemalige tunesische Präsident Ben Ali bezeichnete den Putsch, der ihn 1987 in sein Amt brachte, als „Jasminrevolution“. Vermutlich spielte er damit nicht auf die „blütenweiße Weste“ der Pflanze an, sondern auf ihren Status als tunesische Nationalblume. Westliche Medien verwenden den gleichen Begriff  auch für den Aufstand, der 24 Jahre später die Herrschaft Ben Alis beendete und den Beginn des Arabischen Frühlings markierte. In Tunesien selbst setzte sich der Name für die Ereignisse von 2011 nicht durch. Stattdessen verbreiteten sich hier Bezeichnungen wie „Online-Revolution“, angelehnt an die Rolle der sozialen Medien, oder Sidi-Bouzid-Revolution, nach der Stadt, von der die Proteste ausgingen. (KW 6/16)

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Anne Göhre
Letzte Änderung: 05.10.2016