SoSe 26 - Grundstudium
Ausgangspunkt für unsere Arbeit am Lehrstuhl ist die Wertschätzung des Bestehenden, sie bildet für uns die Grundlage, auf der wir in unserer Arbeit als Architekt:innen aufbauen dürfen. Unser Tun steht immer im Kontext eines größeren Ganzen, so sehen wir Häuser weniger als Objekte, sondern als spezifische Gebilde, die Teil eines Organismus sind, sei es Gebautes oder Natur.
Vor diesem Hintergrund wollen wir im Sommersemester 2026 unseren Fokus auf die Beziehung zwischen Haus und Freiraum legen. Geplant werden drei Häuser für Prohlis, die sowohl die Nutzung öffentlicher Räume aktivieren als auch durch ihr Angebot zur Aufwertung des Quartiers beitragen. Der Dresdner Stadtteil Prohlis steht exemplarisch für die Herausforderungen postsozialistischer Großwohnsiedlungen. Geprägt durch den industriellen Wohnungsbau der 1970er- und 80er-Jahre sowie durch die städtebaulichen Leitbilder der DDR, weist das Quartier bis heute funktionale Defizite und Tendenzen sozialräumlicher Segregation auf. Vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Rahmenbedingungen besteht hier ein erheblicher Entwicklungsbedarf. Mit dem Masterplan Prohlis 2030+ wurde ein strategischer Orientierungsrahmen geschaffen, der in einem offenen, kooperativen Prozess unter Beteiligung der Fachämter, lokaler Akteure und der Bewohnerschaft entwickelt wurde. Aufbauend auf dem Masterplan untersucht der Entwurfskurs „Drinnen Draußen – Drei Häuser für Prohlis“ die Rolle öffentlicher Gebäude als räumliche, soziale und programmatische Vermittler zwischen Haus und Stadtraum.
Im Zentrum steht die Frage, wie architektonische Konzepte durch die Gestaltung von Übergängen, Schwellenräumen und Freiräumen öffentliche Räume aktivieren und sozialräumliche Qualitäten stärken können. Durch die neue Bebauung soll ein räumlich wie programmatisch verknüpftes Ensemble öffentlicher Infrastruktur entstehen. Entworfen werden drei Gebäude – ein Jugendhaus, ein Beratungs- und Gesundheitszentrum sowie eine Kinder- und Familieneinrichtung – die den Handlungsfeldern Bildung, Kultur und Soziales des Masterplans Prohlis 2030+ zugeordnet sind. Den Studierenden steht es offen, die bestehenden Gebäude in Ihrer Gesamtheit oder in Teilen zu erhalten oder diese auch vollständig zu ersetzen. Die Entwürfe sollen dazu beitragen, dass lebendige Orte der Begegnung, Förderung und Teilhabe, entstehen, die die Nachbarschaft und die Integration von gesellschaftlich benachteiligten Gruppen stärken. Methodisch beziehen wir uns auf die vorangegangenen Semester und reflektieren die Verwendung von Referenzen im Entwurfsprozess.
In diesem Zusammenhang betrachten wir ikonenhafte Architekturen, analysieren und modelieren sie in Teilen, um ihr Wesen und ihre Eigenheiten zu erfassen. In einem nächsten Schritt werden wir diese Gebäude transformieren und an die spezifischen Gegebenheiten sowie typologischen Besonderheiten unserer Entwurfsaufgabe anpassen. Das Projekt wird in Dreiergruppen bearbeitet.
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Wintersemester 2025 - 2026
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Sommersemester 2025
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Wintersemester 2024 - 2025
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Sommersemester 2024
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Wintersemester 2023 - 2024