ARCH4HEALTH - Bauliche Gewaltprävention
Stegreifentwerfen (AD 651)
Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz stellen eine globale Herausforderung dar. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat jeder fünfte Erwerbstätige weltweit Erfahrung mit Gewalt am Arbeitsplatz gemacht (ILO, 2022). In Deutschland berichten 43 % der Beschäftigten im öffentlichen Sektor, innerhalb von zwei Jahren von Gewalt betroffen gewesen zu sein (DGB, 2023). Für viele Betroffene bleiben diese Erfahrungen nicht ohne Folgen: Psychische Belastungen, längere Krankheitsausfälle oder sogar der Ausstieg aus dem Beruf sind häufige Konsequenzen. Angesichts solcher Zahlen sind wirksame Präventionsstrategien notwendig, die nicht nur organisatorisch oder personenbezogen, sondern vor allem baulich-technisch umgesetzt werden können.
Im ARCH4HEALTH Student Research Lab beschäftigen wir uns deshalb im Wintersemester 2026/27 mit der Frage, wie bauliche Maßnahmen zur Gewaltprävention entworfen werden können. Ausgangspunkt der Stegreifreihe (AD 651) ist die Vor-Ort-Besichtigung einer Einrichtung, beispielsweise einer Notaufnahme, psychiatrischen Einrichtung oder kommunalen Dienstleistungs- und Beratungsstelle. Ein selbstgewähltes Gebäude wird dabei in drei aufeinander aufbauenden Stegreifentwürfen untersucht – von der Analyse über die Entwurfskonzeption bis zur Detailplanung.
STEG #1 – Nutzendenanalyse und Raumkonfigurationen: Ausgehend von Vor-Ort-Beobachtungen sowie Gesprächen mit Nutzenden und Mitarbeitenden werden Konflikt-, Belastungs- und Gefahrenbereiche identifiziert und analysiert. Darauf aufbauend wird eine Raum- und Gebäudestruktur entwickelt.
STEG #2 – Maßnahmenentwicklung und Entwurfskonzept: Auf Grundlage der Analyse werden konkrete bauliche Maßnahmen zur Gewaltprävention entwickelt und auf den bestehenden Grundriss übertragen. Ziel ist ein Gesamtkonzept für unterschiedliche Bereiche des Gebäudes – vom Zugang und Empfang bis zu Beratungs- und Behandlungsräumen.
STEG #3 – Detailplanung: Eine ausgewählte Maßnahme wird vertieft und bis ins architektonische Detail weiterentwickelt.
Der Stegreif verbindet damit Beobachtung, Analyse und Entwurf und untersucht, wie aus den konkreten Bedürfnissen und Erfahrungen der Nutzenden architektonische Strategien für eine sicherere Arbeitsumgebung entwickelt werden können. Die einzelnen Entwürfe der Stegreifreihe bauen aufeinander auf und können nur in Abfolge bearbeitet werden. Mögliche Kombinationen: STEG 1+2+3; STEG 1+2; STEG 1
Workshops and Inputs during the semester will be in the German language. Design work can be presented in English. Consultations and Feedback can be given in English.
Leistungen:
Durch das Modul können 5 Leistungspunkte erworben werden. Die Modulnote entspricht der Note der Prüfungsleistung. Die Modulprüfung besteht aus einem Stegreifportfolio im
Umfang von 105 Stunden. Damit umfasst jeder einzelne Stegreifentwurf rund 35 Stunden
Bearbeitungszeit zuzüglich der Lehrveranstaltungszeit.
Der Arbeitsaufwand beträgt insgesamt 150 Stunden.
Lehrpersonen:
Prof. Dr.-Ing. Gesine Marquardt, Carolina Kolodziej M.Sc., Dipl.-Ing. Sina Maite Rinka und Dipl.-Ing. Anne-Sophie Schoß
Termine:
werden zeitnahe bekannt gegeben
Einschreibung:
Einschreibung über SELMA.
Link zum OPAL-Kurs:
Kontaktperson bei Fragen:
© SGB
wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin
NameDipl.-Ing. Anne-Sophie Schoß
Eine verschlüsselte E-Mail über das SecureMail-Portal versenden (nur für TUD-externe Personen).
Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten
Besuchsadresse:
BZW, 1. OG Raum B112 Zellescher Weg 17
01069 Dresden