MATI: Mensch-Architektur-Technik-Interaktion für demografische Nachhaltigkeit

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Tagungsband MATI

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Im Rahmen der Tagung Wohnwandel: Mensch-Gebäude-Technik am 05. November 2015 wurde der Tagungsband MATI: Mensch – Architektur – Technik – Interaktion für demografische Nachhaltigkeit veröffentlicht. Dieser kann kostenfrei über die TU Dresden, Fakultät Architektur, Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten bezogen oder direkt über den Fraunhofer IRB Verlag (ISBN 978-3-8167-9472-1) bestellt werden.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten interdisziplinären wissenschaftlichen Vorprojekt MATI: Mensch-Architektur-Technik-Interaktion für demografische Nachhaltigkeit erarbeitet die Projektgruppe neue Lösungsansätze für die Umsetzung demografisch nachhaltiger, generationengerechter Gebäude.

Projektpartner sind neben der Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten, die Fakultät Informatik der TU Dresden, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. Im Zeitraum von Oktober 2014 bis Januar 2016 wurden unter Beachtung der Gebäudenutzer die bestehenden Kooperationsherausforderungen zwischen Vertretern der Architektur und Fachplanern für Gebäudetechnik analysiert. Hierbei lag der Fokus unter anderem auf der Untersuchung der Aus- und Weiterbildung der Architektinnen und Architekten hinsichtlich des barrierefreien Bauens.

Problembeschreibung:

Die Forderung, mehr generationengerechten Wohnraum in Deutschland zu schaffen, ist ein Bestandteil des Koalitionsvertrags der 18. Legislaturperiode (Deutschlands Zukunft gestalten, Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, S. 116). Zur Umsetzung dieses Ziels sind in Wohngebäuden Veränderungen der Bedürfnisse der Bewohner in den verschiedenen Lebensphasen zu berücksichtigen. Damit fördert – oder aber auch hindert – die Architektur die Selbständigkeit und -bestimmung der Bewohner und somit ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Eine Voraussetzung für die Entfaltung der Unterstützungspotenziale der Architektur für ein sicheres und unabhängiges Leben von Seniorinnen und Senioren ist die Planung demografisch nachhaltiger Gebäude. Diese umfassen eine alternsgerechte, weitgehend barrierefreie Architektur sowie den Einsatz technischer Unterstützungssysteme.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt für die Überwindung von Hindernissen in der Umsetzung von generationengerechten Gebäuden ist im Planungsprozess der Architektinnen und Architekten zu finden.

Weiterhin spielt hier die Kooperation von Vertretern der Architektur sowie der Fachplaner für Gebäudetechnik eine entscheidende Rolle. Es wird vermutet, dass auch hier wesentliche Hindernisse für generationengerechtes Bauen bestehen, da der Planungsprozess sich derzeit – entgegen den bestehenden Anforderungen – meist wenig sektorenübergreifend und interdisziplinär gestaltet. Weiterhin können auch Interessen und Verhaltensweisen der Nutzer als Barrieren für die Umsetzung architektonischer und technischer Lösungen auftreten.

Arbeitsschritte:

Das Projekt ist in 3 Arbeitspakete aufgeteilt:

AP1: Analyse Aus- und Weiterbildung Architekten

Im ersten Arbeitspaket werden die Lehrprogramme an den Architekturfakultäten der TU9  in Hinblick auf barrierefreiem und generationengerechten Bauen untersucht. Die TU9 sind die neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands. Hierzu zählen die RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruher Institut für Technologie, TU München und die Universität Stuttgart.

Des Weiteren werden die von den Kammern angebotenen Fortbildungen in dem Bereich barrierefreies und altersgerechtes Bauen der letzten drei Jahre erfasst und analysiert. Im letzten Schritt werden praktisch tätige Architekten und Architektinnen um eine Einschätzung ihrer Kenntnisse im Bereich barrierefreies und altersgerechtes Bauen gebeten.

AP2: Kooperationsherausforderungen Architekten/Fachplaner für Gebäudetechnik

In diesem Arbeitspaket wird zunächst der musterhafte Planungs- und Abstimmungsprozess zwischen den Vertretern der Architektur und der Fachplanung dokumentiert und analysiert. Dies erfolgt auf Grundlage der jeweiligen Leistungsbilder der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Weiterhin werden die Zeitpunkte im Planungsprozess herausgearbeitet, an denen spezifische Nutzeranforderungen zu integrieren sind. Als Abschluss des Arbeitspaketes liegen Angaben zu den erforderlichen Schnittstellen sowie zu den bestehenden Kooperationshindernissen zur optimalen Umsetzung der MATI im Planungsprozess vor.

AP3: Analyse Best Practice Modelle

Anhand eines ausgewählten Best-Practice-Beispiels werden der Planungsprozess und die Kooperation zwischen Architekten und Fachplanern für Gebäudetechnik sowie die Integration der Nutzeranforderungen analysiert. Die wesentliche Fragestellung ist es hier, welche Methoden der Kommunikation und des Wissensaustauschs hier eingesetzt wurden. Weiterhin ist es in diesem Arbeitspaket von besonderem Interesse, die Nutzererfahrungen zu erfassen und zu analysieren. Die Leitfrage besteht darin, ob nach der Umsetzung des Projektes durch das Nutzerverhalten Barrieren in der Umsetzung der MATI entstehen.

Ziele:

Mit diesem Projekt sollen:

  • neue Lösungsansätze zur Beseitigung bestehender Probleme bei der Umsetzung demografisch nachhaltiger Gebäude durch eine verbesserte Mensch-Architektur-Technik-Interaktion (MATI) erarbeitet werden, indem
  • die Hindernisse in der Umsetzung generationengerechter Gebäude seitens der Architekten
  • und der Gebäudenutzer sowie
  • die Kooperationsherausforderungen in der Schnittstelle zwischen Architekten und Fachplanern für Gebäudetechnik analysiert werden.

Workshop Architektur als Barriere? auf dem AAL-Kongress
Tagung Wohnwandel: Mensch - Gebäude - Technik

wissenschaftliche Mitarbeiterin

Name

Dipl.-Ing. Elisa Rudolph

Kontaktinformationen
Organisationsname

Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten

Professur für Sozial- und Gesundheitsbauten

Adresse work

Besucheradresse:

E03, 2. OG Ludwig-Ermold-Straße 3

01217 Dresden

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Elisa Rudolph
Letzte Änderung: 16.03.2016