08.06.2026
IBB-Frühjahrsexkursion 2026
Frühjahrsexkursion 11. - 13. Mai 2026, Hamburg
Vom 11. - 13. Mai 2026 fand die diesjährige studentische Frühjahresexkursion des Instituts für Baubetriebswesen statt. Unser Reiseziel lag in diesem Jahr wieder im Norden Deutschland – wir steuerten die Hansestadt Hamburg an. Innerhalb von drei Tagen erhielten unsere Studierenden Einblicke in unterschiedlichste Bereiche der Baupraxis: vom klassischen Hochbau, den Ausbau, über den Brückenbau und Spezialtiefbau bis hin zum Bestandserhalt historischer Gebäude.
Tag 1: Montag, der 11. Mai 2026
Unser erster Stopp nach langer Fahrt war eine Baustelle direkt in der Hamburger Innenstadt. Hier wird das Quartier am Alten Wall teils neu gebaut, teils im Bestand umgebaut und saniert. Die Projektentwicklung für das Quartiert liegt bei der Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG. Aktuell befindet sich der Alte Wall 40 im Bau, dessen Baustelle wir besichtigen durften. Das Projekt befindet sich bereits im Ausbau, den die Lindner SE durchführt, und wird voraussichtlich noch 2026 fertiggestellt. Ganz besonders spannend ist die zentrale Lage der Baustelle, genau zwischen Alsterfleet und Hamburger Rathaus, welche besondere Lösungen für die Baustellenlogistik verlangt. Im Gebäude gab es zum Zeitpunkt unseres Besuchs vor allem den Bau von Trockenbauwänden und anderen Ausbauarbeiten zu verfolgen. Unsere erste Besichtigung endete mit einem kulinarischen Highlight und kühler Erfrischung, dankenswerter Weise bereitgestellt von der Firma Lindner.
Der Abend stand den Studierenden zur freien Verfügung offen und wurde gern für einen Stadtrundgang genutzt.
Tag 2: Dienstag, der 12. Mai 2026
Am folgenden Tag starteten wir früh morgens, um uns eine Baustelle 120 km nördlich von Hamburg anzuschauen. Mit zunehmender Entfernung von Hamburg wurde auch das Wetter trockener, sodass wir perfekte Gegebenheiten hatten, um uns die Baustelle für den Ersatzneubau der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal und die Borgstedter Enge anzuschauen. Zu Gast bei der Implenia GmbH wurden uns zuerst die Eckdaten der Baustelle des Projektes zusammen mit einem zweiten Frühstück serviert. Der Bau der ersten der beiden geplanten Brückenteilbauwerke begann bereits 2023 und soll im Dezember 2026 abgeschlossen werden. Das Bauwerk erstreckt sich über 1.500 m und verfügt über ein Gesamtprojektvolumen von ca. 250 Mio. Euro. In Auftrag gegeben wurde die Brücke von der Autobahn GmbH. Anschließend ging es auf den Baustellenrundgang, wo nach dem ersten Highlight – einer baustelleneigenen Fähre – der mutige Großteil unserer Studierenden den Weg über den 40 m hohen Gerüsttreppenturm auf den Brückenüberbau wagten. Der Besuch bei der Rader Hochbrücke zeigt uns verschiedenste baubetriebliche und bauverfahrenstechnische Besonderheiten bei großen Brückenbauwerken auf: insbesondere der enge Terminplan des Projektes und der anspruchsvolle Schalungsbau für die Pfeilervouten waren von großem Interesse.
Nach der Besichtigung der Rader Hochbrücke ging es zurück nach Hamburg in den Stadtteil Altona, wo eine Hochbau-Baustelle auf uns wartete, die von der Firma P3 Pekrul ProjektPartner als Projektsteuerer betreut wurde. Das Projekt Aurelie umfasst den Neubau von Wohnungen und Gewerbeflächen in einem sehr engen städtischen Umfeld und ist Teil einer strategischen Nachverdichtung des Stadtteils und der Schaffung neuen Wohnraums. Besonders ist die Realisierung des Projektes unter Berücksichtigung der bestehenden Bewohnerstruktur sowie die spätere Wiedereröffnung der Hamburger Kultkneipe AUREL. Aus Sicht der Studierenden waren sowohl das beengte Platzangebot für die Baustelleneinrichtung mit Lagerflächen spannend, als auch einige bautechnische Besonderheiten, wie der Mix aus KS-Stein- und Porotonziegelmauerwerk sowie der Ortbeton- und Fertigteilbauweise.
Als Abschluss unseres zweiten Exkursionstages fuhren wir ins historische Gängeviertel – das älteste Viertel der Hamburger Innenstadt – welches mitunter Bestandgebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert beherbergt. Das Gängeviertel wird vom Verein Gängeviertel e.V. sowie der Gängeviertel Genossenschaft 2010 eG betreut. Das Quartier ist ein innerstädtischer Ort für Kunst und Kultur, wobei eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg stattfindet. Ein wichtiges Ziel, welches hier verfolgt wird, ist der Denkmalschutz und die Denkmalpflege der historischen Gebäude. Unsere Studierenden bekamen im Zuge eines umfangreichen Vortrages inkl. der Begehung des Viertels einen detaillierten Einblick in die Tätigkeiten des Vereins und der Genossenschaft. Besonderheiten sind die soziale Kunst, Kultur und Austausch fördernde Struktur der Wohn- und Nutzungsflächen sowie der Bestandserhalt und Sanierung der Gebäude. Besonders spannend war insbesondere aus bautechnischer Sicht die Begehung des ältesten Gebäudes des Viertels, welches auf seine Sanierung und erneute Nutzung wartet. Zum Abschluss des Tages kehrten wir gemeinsam in die Jupi-Bar ein und läuteten mit frischen Getränken den freizeitlich geprägten Teil des Tages ein.
Tag 3: Mittwoch, der 13. Mai 2026
Am letzten Tag unserer Exkursion waren wir zu Gast bei der ZECH Hochbau auf der Baustelle des Projektes Campus HafenCity, Hamburgs größten Schulneubau. Die Arbeiten an dem Projekt begannen Ende 2025 und sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Innerhalb des Projektes soll eine achtzugige Stadtteilschule in einem sechsgeschossigen Neubau entstehen. Besonderheiten des Projektes sind dabei die Holz-Hybrid-Bauweise sowie der Bau von drei übereinandergestapelten Sporthallen. Zum Zeitpunkt der Besichtigung konnten wir vor allem Erdbau- und Spezialtiefbauarbeiten beobachten, die unsere anderen Baustellenbesuche baufachlich ergänzten und abrundeten. Die Baustelle ermöglichte den Studierenden spannende Einblicke in die bauverfahrenstechnischen Besonderheiten des Tiefbaus, aber auch in die organisatorischen Besonderheiten beim Bauen neben geschützten Kulturdenkmälern. Abschließend lud uns die ZECH Hochbau AG in die nahe gelegene Mensa zu einem stärkenden Mittagessen ein.
Gut versorgt mit vielen spannenden Eindrücken aus verschiedensten Bereichen des Baubetriebs und der Bauverfahrenstechnik sowie neuen Kontakten zu Akteuren der Baupraxis traten wir unsere Heimreise nach Dresden an.
Wir bedanken uns vielmals bei allen Personen, Unternehmen und Vereinen, die uns diese Exkursion ermöglicht haben. Besonderer Dank geht an die Unternehmen und Akteure, welche uns die Baustellen und Projekte zugänglich machten, sich die Zeit nahmen mit uns und unseren Studierenden in den Austausch zu gehen und die uns hervorragend mit Essen und Getränken versorgten. Vielen Dank im Speziellen an die Lindner SE, die Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG, die Implenia GmbH, die P3 Pekrul ProjektPartner GmbH, den Gängeviertel e.V. sowie die ZECH Hochbau AG.
Zuletzt danken wir unseren Studierenden, die mit viel Engagement nicht nur großes Interesse auf den Baustellen zeigten und spannende Fragen stellten, sondern auch die ganze Reise mit ihren kulturellen Beiträgen bereicherten.