Rückblick: Lebensbegleitendes Studieren
Am 24. März 2026 fand von 13:00 bis 15:00 Uhr der nunmehr neunte Vernetzungsworkshop des Teams Digitale Lehre des Bereiches Bau und Umwelt unter dem Titel Lebensbegleitendes Studieren statt. Ziel war es, im Rahmen von sechs Inputvorträgen bestehende Aktivitäten sichtbar zu machen, Akteurinnen und Akteure zu vernetzen sowie Entwicklungspotenziale zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
Nadja Bauer – Schulkontaktstelle
Nadja Bauer stellte die Rolle und Aktivitäten der Schulkontaktstelle als zentrale Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule vor.
Die wichtigsten Aussagen:
- Die Schulkontaktstelle fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule.
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Sie verbindet die Lebenswelten Schule und Wissenschaft und stärkt die Studienorientierung. Zentrale Tätigkeitsfelder sind Wissenschaftskommunikation, Nachwuchsgewinnung und Third Mission.
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Formate der Vernetzung umfassen Kooperationsschultreffen, Lehrkräfteformate und MINT-EC-Aktivitäten. Wichtige Programme sind u. a. „Expedition Campus“, Frühstudium, MINT-Angebote und Camps.
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Problembasiert heißt hier, dass typische Fragen der Studierenden wie „Was ist ein Flachdach?“, „Welche Anforderungen werden an ein Flachdach gestellt?“ oder „Warum ist Abdichten gegen Wasser viel schwieriger als es abzuleiten?“ den Ausgangspunkt des Lernens bilden
Zum Foliensatz:
Nadja Bauer: Vorstellung der Schulkontaktstelle der TUD
Dr. André Lindner – CIPSEM
Dr. André Lindner gab Einblicke in das internationale Weiterbildungsprogramm CIPSEM und dessen Struktur sowie Zielsetzung.
Die wichtigsten Aussagen:
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CIPSEM ist ein internationales Weiterbildungsprogramm für Fach- und Führungskräfte aus dem Globalen Süden. Es umfasst ein sechsmonatiges Studium (30 ECTS) sowie ergänzende Kurzkurse (5 ECTS).
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Ziel ist die Qualifizierung für nachhaltiges Umweltmanagement.
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Das Programm hat insbesondere über das globale Alumninetzwerk eine langfristige Wirkung .
Zum Foliensatz:
André Lindner: Empowering Global Leaders for Sustainable Environmental Transformation
Dr. Sabine Damme Lugenheim – Fernstudium Bauingenieurwesen
Dr. Sabine Damme Lugenheim stellte Zielgruppen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen des Fernstudiums Bauingenieurwesen vor.
Die wichtigsten Aussagen:
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Die Zielgruppen des Fernstudiums sind weitaus heterogener als die des Präsenzstudienganges Bauingenieurwesen (Berufstätige, Wiedereinsteigende, Quereinsteigende, Personen mit Techniker-/Meisterabschluss etc.).
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Zentrale Herausforderungen für die Fernstudierenden, die durchschnittlich 10 Jahre älter sind als Präsenzstudierende sind vor allem die Vereinbarkeit des Studiums mit Beruf und Familie.
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Erfolgsfaktoren sind flexible Strukturen und zielgruppengerechte Ansprache. Daher sind in den letzten Jahren steigende Zahlen von Fernstudierenden zu beobachten, auch aus dem direkten Dresdner Umfeld.
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Herausforderungen für Lehrende liegen in der (unterschiedlichen) zielgruppengerechten Aufarbeitung der Materialien und einem individuell höherem Betreuungsaufwand.
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Herausforderungen für das Fernstudium liegen darin, dass die konkreten Bedarfslagen der Studierenden häufig nicht bekannt sind und die Arbeitszeiten der Mitarbeiter:innen an die der Fernstudierenden angepasst sein müssen (eher Beratungen in Randzeiten).
Zum Foliensatz:
Sabine Damme-Lugenheim: Fernstudium Bauingenieurwesen
PD Dr. Ulrich Maschek – Eisenbahnlabor / Weiterbildung
PD Dr. Ulrich Maschek zeigte am Beispiel des Eisenbahnlabors, wie Weiterbildung und grundständige Lehre miteinander verzahnt werden können.
Die wichtigsten Aussagen:
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Das integrierte Eisenbahnlabor verbindet Ausbildung, Weiterbildung und Forschung, d. h. Inhalte der grundständigen Lehre werden gezielt für Weiterbildungsformate angepasst.
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Es besteht ein offenes Kursprogramm im Bereich Eisenbahnbetrieb sowie Leit- und Sicherungstechnik. Lehrformate werden dabei hybrid umgesetzt (Präsenz und Online), unterstützt durch OPAL.
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Kooperation mit der DIU ermöglicht organisatorische Umsetzung und auch die Modellierung von Finanzflüssen, die der studentischen Präsenzlehre zugute kommen können.
Zum Foliensatz:
Ulrich Maschek: Synergien mit der studentischen Lehre – Erfahrungen aus der LSTWeiterbildung
Beatrice Schlegel – Zentrum für Weiterbildung
Beatrice Schlegel gab einen Überblick über Aufgaben, Angebote und strukturelle Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Weiterbildung an der TU Dresden.
Die wichtigsten Aussagen:
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Wissenschaftliche Weiterbildung an der TU Dresden wird aus den Fakultäten heraus entwickelt.
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Angebote umfassen Gasthörerschaft, Zertifikatsprogramme und individuelle Weiterbildung.
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Das Zentrum unterstützt bei Entwicklung, Kalkulation und Administration von Angeboten.
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Aktuell werden strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen (z. B. die zeitnah veröffentlichte Zertifikatsordnung).
Zum Foliensatz:
Beatrice Schlegel: Wissenschaftliche Weiterbildung
Sabine Schönherr – EIPOS
Sabine Schönherr stellte EIPOS als praxisorientierten Weiterbildungsanbieter sowie mögliche Kooperationsmodelle vor.
Die wichtigsten Aussagen:
- EIPOS ist ein praxisorientierter Weiterbildungsanbieter und gehört zur TUDAG.
- Schwerpunkte liegen auf praxisnahen Formaten, flexiblen Kursstrukturen und professionellem Lernmanagement.
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EIPOS verfolgt dabei das Ziel, die Qualität von Seminaren zu verbessern, das Lernerlebnis zu steigern und innovative, nachfragegerechte Angebote zu entwickeln.
- In Kooperationen mit der TU Dresden kann EIPOS insbesondere Organisation, Administration, Marketing und wirtschaftliche Umsetzung übernehmen, während die Universität wissenschaftliche Leitung, Inhalte und Qualität einbringt.
Zum Foliensatz:
Sabine Schönherr: EIPOS: Weiterbildung, Qualifikation, Netzwerk
Diskussion und Ausblick
In der Diskussion wurden zentrale Fragen zur Entwicklung und Weiterentwicklung von Weiterbildungsangeboten adressiert. Als Beispiel diente das Projekt Open GLASSroom. Koordiniert durch die TU Dresden wurden hier OER Inhalte erstellt, diese werden gegenwärtig von Projektpartnern im Kontext hochschulischer Weiterbildung kommerzialisiert. Es wurde die Frage gestellt, wie ein ähnliches Vorgehen an der TU Dresden aussehen könnte.
Die wichtigsten Aussagen:
- Es gibt verschiedene Möglichkeiten, kommerzielle Weiterbildungsangebote anzubieten
- EIPOS betont eine klare Analyse von Zielgruppen und Bedarfen.
- Der Bereich Weiterbildung empfiehlt niedrigschwellige Einstiege, z. B. über Microcredentials, können Reichweite erhöhen. Einzelne Module können als Testformate für spätere Programme dienen.
- Eine stärkere Vernetzung bestehender Angebote sowie eine Übersicht über mögliche Geschäftsmodelle und Finanzflüsse wird als zentral angesehen.
- Zur Weiterarbeit wird durch das Team TDL eine Arbeitsgruppe (LAB LSB) initiiert.
Der Workshop hat gezeigt, dass im Bereich lebensbegleitendes Studieren bereits vielfältige Erfahrungen und Formate vorhanden sind, zugleich aber weiterer Abstimmungs- und Entwicklungsbedarf besteht.