Jahrringforschung
Jahrringe bilden ein einzigartiges Archiv der Vergangenheit und liefern wertvolle Informationen für Forschungsfragen von der Archäologie bis zur Ökologie. Die Jahrringforschung – auch Dendrochronologie genannt – nutzt die Tatsache, dass Bäume Umweltbedingungen und Störungen in ihrer Jahrringstruktur aufzeichnen. So variiert beispielsweise die Jahrringbreite von Jahr zu Jahr in Abhängigkeit von den jeweiligen Wachstumsbedingungen.
Tharandt ist eng mit der frühen Entwicklung der europäischen Dendrochronologie verbunden. Bereits in den 1930er-Jahren führte Prof. Bruno Huber hier wegweisende Arbeiten zur Jahrringforschung durch. An diese wissenschaftliche Tradition knüpft das DendroLab mit modernen dendroökologischen, holzanatomischen und anthrakologischen Methoden an.
Im DendroLab „lesen“ wir das Jahrring-Archiv, um zu untersuchen, wie Umweltprozesse und Standortbedingungen Wachstum und Vitalität von Bäumen prägen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen uns einzuschätzen, wie Wälder auf den globalen Wandel reagieren und wie Waldbewirtschaftung ihre Resilienz unterstützen kann. Historische und archäologische Hölzer sowie Holzkohlereste geben darüber hinaus Einblicke in frühere Baumartenzusammensetzungen, Waldnutzung und Wachstumsbedingungen.