28.10.2026
Waldgeschichte und archäologisches Kulturerbe: Exkursion im Erzgebirge
Am 26. Oktober 2026 erkundeten rund 60 Studierende des Bachelor-Moduls „Forstrecht und Forstgeschichte“ die vielfältige Geschichte der Wälder im Erzgebirge. Die von der Professur für Waldwachstum und Dendrowissenschaften koordinierte Exkursion fand im Rahmen des Interreg-Projekts MonuWoods statt und verband forsthistorische Themen mit Fragen des Waldmanagements und des Schutzes archäologischer Denkmale.
Am Vormittag standen am Kahleberg die Folgen des Waldsterbens infolge hoher Schwefeldioxid-Emissionen sowie die anschließende Wiederbewaldung und der Waldumbau im Mittelpunkt. Bert Hommel, Leiter des Forstbezirks Bärenfels, und Denny Werner, Revierleiter Schellerhau, erläuterten die Entwicklungen und gaben Einblicke in die forstliche Praxis.
Am Nachmittag führte die Exkursion gemeinsam mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen in den Vorderen Grünwald. Dr. Christiane Hemker, Dr. Matthias Schubert und die Grabungstechnikerin Heide Hönig zeigten anhand von Grubenhäusern, Pingenzügen und weiteren Relikten, wie Wälder archäologische Zeugnisse der Bergbaugeschichte bewahren. Grit Neubauer von unserer Professur gab Einblicke in die Anthrakologie und zeigte, wie sich anhand historischer Holzkohlemeiler die frühere Zusammensetzung der Wälder rekonstruieren lässt. Jörg Fleischer und Leon Reißig von der Oberen Forst- und Jagdbehörde des Staatsbetriebs Sachsenforst ergänzten das Programm mit Einblicken in die Waldfunktionenkartierung und den Umgang mit Bodendenkmalen bei der Waldbewirtschaftung.
Die Exkursion verdeutlichte, wie eng Waldentwicklung, historische Landnutzung und archäologisches Kulturerbe miteinander verknüpft sind. Zugleich bot sie den Studierenden einen praxisnahen Einblick in die Zusammenarbeit von Forstwirtschaft und archäologischer Denkmalpflege – ein zentrales Anliegen des Projekts MonuWoods.