Ariane Schneider
Digitales Storytelling im Kontext von Nachhaltigkeit in der geographischen Bildung
Ariane Schneider promoviert aktuell an der Fakultät Umweltwissenschaften der TU Dresden.
Im Rahmen des lernen:digital-Verbundprojekts ReTransfer promoviert Ariane Schneider zu digitalem Storytelling im Kontext von Nachhaltigkeit in der geographischen Bildung. Ausgangspunkt des Promotionsvorhabens ist die Beobachtung, dass sich Lehren und Lernen unter den Bedingungen einer Kultur der Digitalität grundlegend verändern: Wissen wird zunehmend vernetzt, multimodal, dynamisch und öffentlich ausgehandelt, während Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen immer stärker an die Fähigkeit gebunden ist, digitale Medien kritisch, reflexiv und gestaltend zu nutzen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Promotion, wie digitale Geschichten und insbesondere StoryMaps als narrative, multimodale und sprachlich gerahmte Lernumgebungen für geographische Bildungsprozesse fruchtbar gemacht werden können. Im Zentrum steht die Frage, wie komplexe Nachhaltigkeitsthemen in digital vermittelten Lehr-Lern-Kontexten so aufbereitet werden können, dass sie fachlich fundiert, multiperspektivisch, sprachsensibel und zugleich emotional anschlussfähig sind, ohne Komplexität unzulässig zu reduzieren.
Das kumulative Promotionsvorhaben verbindet dabei konzeptionelle, hochschuldidaktische und professionsbezogene Perspektiven: Einerseits werden digitale Formate der Lehrkräftebildung entwickelt und theoretisch fundiert, etwa ein Fortbildungskonzept zu „Digitalem Storytelling im Kontext von Nachhaltigkeit“, das narrative, journalistische und geographiedidaktische Zugänge zusammenführt. Andererseits werden in einem geographiedidaktischen Seminar zur Gestaltung digitaler Nachhaltigkeitsgeschichten studentische Reflexionen und Peer-Reviews qualitativ ausgewertet, um rekonstruktiv herauszuarbeiten, was eine „gute“ digitale Geschichte im Fachunterricht auszeichnet. Die Arbeit zielt darauf, Gestaltungsprinzipien für digitale StoryMaps und narrative Nachhaltigkeitskommunikation zu entwickeln, die technische Zugänglichkeit, symmediale Kohärenz, verantwortliche Repräsentation, reflexive Normativität sowie adressat:innengerechte Lernführung miteinander verbinden. Damit leistet das Promotionsprojekt einen Beitrag dazu, geographische Lehr-Lern-Prozesse in einer Kultur der Digitalität so zu gestalten, dass sie digitale Souveränität, kritische Teilhabe und transformative Bildungsprozesse fördern.