10.08.2018

Messkampagne Westgrönland 2018

Nunatak © M. Bäßler Nunatak © M. Bäßler
Nunatak

© M. Bäßler

Am 13. August 2018 begeben sich sechs Mitarbeiter unserer Arbeitsgruppe auf die Reise nach Grönland. Wir werden dort reichlich drei Wochen verbringen und geodätische GPS-Messungen realisieren.

Unser Zielgebiet liegt in Westgrönland entlang der Küste zwischen 62 und 67 Grad nördlicher Breite. In den an der Küste gelegenen Siedlungen, wozu mit Nuuk die Hauptstadt Grönlands gehört, werden wir entsprechend vermarkte GPS-Punkte aufsuchen. Dazu kommen einige Punkte in unmittelbarer Nähe zum Rand des grönländischen Eisschilds.

Mit ersten Messungen in diesem Arbeitsgebiet begann unsere Arbeitsgruppe bereits 1995. Während mehrerer Messkampagnen, zuletzt 2007 und teilweise 2010, wurden wiederholte Messungen durchgeführt. Nach nunmehr mindestens weiteren acht Jahren erwarten wir Änderungen, die durch die präzisen GPS-Messungen erfasst werden können.

Maniitsoq © M. Scheinert Maniitsoq © M. Scheinert
Maniitsoq

© M. Scheinert

Unser hauptsächliches Ziel ist die Bestimmung der Deformation der Erdkruste. Diese Deformation ist vor allem in der vertikalen Koordinatenrichtung feststellbar und beträgt einige Millimeter pro Jahr. Durch den Massenverlust des grönländischen Eisschilds kommt es zu einer Reaktion der festen Erde, die sich in der genannten rezenten Deformation der Erdkruste äußert. Dabei haben neben dem heutigen massiven Eismassenverlust auch seit dem letzten glazialen Maximum erfolgte Eismassenänderungen einen gewichtigen Einfluß. Der glazial-isostatische Ausgleich (GIA) umfasst somit das komplexe Zusammenspiel zwischen der Eisauflasthistorie und der viskoelastischen Reaktion der festen Erde.

Kvanefjord © A. Rülke Kvanefjord © A. Rülke
Kvanefjord

© A. Rülke

Im Rahmen dieser durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Grundlagenforschung tragen wir dazu bei, die Wechselwirkung zwischen grönländischem Eisschild und der festen Erde besser zu verstehen. Auf Grundlage eines vertieften Prozessverständnisses wird es möglich sein, zuverlässigere Vorhersagen zu treffen, insbesondere angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Meeresspiegeländerung.

Übersichtskarte Klein © Inst.f.Planetare Geodäsie Übersichtskarte Klein © Inst.f.Planetare Geodäsie
Übersichtskarte Klein

© Inst.f.Planetare Geodäsie

Die Übersichtskarte zeigt die geplanten GPS-Stationen an der Küste und am Rand des Inlandeises (für eine vergrößerte Darstellung hier klicken). Insgesamt werden 11 GPS-Stationen für einige Tage wiederholt besetzt und 2 neue GPS-Stationen installiert, die in den nächsten Jahren permanent Daten aufzeichnen sollen.

Weiterlesen:

Kontakt:
Dr. Mirko Scheinert
Mirko.Scheinert@tu-dresden.de

 

Zu dieser Seite

Kristin Novotny
Letzte Änderung: 21.08.2018