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Professur für Geodätische Erdsystemforschung

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Startbild GEF (1) © Christoph Knöfel

Professur für Geodätische Erdsystemforschung

Inhaber: Prof. Dr.-Ing. Martin Horwath

Geodäsie - so bezeichnen wir die Wissenschaft, deren Aufgabe es ist, die Figur der Erde zu bestimmen. Um es konkreter zu fassen: Es sollen die Geometrie der Erdoberfläche, das äußere Schwerefeld sowie die Orientierung der Erde im Raum und die Erdrotation vermessen werden. Ebenfalls werden zeitliche Variationen dieser Größen erfasst.

Die Geodäsie hat sich in jüngster Zeit mehr und mehr zu einer Wissenschaft entwickelt, die mit vielfältigen terrestrischen, flugzeug- und satellitengestützten Methoden die verschiedenen Erdsphären untersucht. So gewinnen wir detaillierte Erkenntnisse über die Lithosphäre (oder auch feste Erde), die Kryosphäre (Eisschilde, Eisfelder und Gletscher), die Hydrosphäre (Ozeane und kontinentale Hydrologie) und die Atmosphäre (insbesondere Tropo- und Stratosphäre). Uns interessieren die intern ablaufenden Prozesse sowie die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Sphären. Vor diesem Hintergrund ist die Professur der "Geodätischen Erdsystemforschung" gewidmet.

In der Forschung konzentriert sich unsere Professur auf Teilgebiete des Systems Erde. So beschäftigen sich viele Forschungsprojekte mit den kontinentalen Eisschilden in Antarktika und Grönland und deren Wechselwirkung mit der festen Erde und dem Ozean. Hierfür nutzen wir neben den Daten moderner Satellitenmissionen die Ergebnisse eigener Feldmessungen. Diese boden- und flugzeuggestützten Messungen gewinnen wir während häufiger Expeditionen in die Polargebiete. Schließlich sollen spannende Fragen der Erdsystemforschung beantwortet werden, wie z.B.: Nimmt das Eis in Antarktika bzw. in Grönland an Masse zu oder ab? Aus welchen Gründen und in welcher Weise ändert sich der globale Meeresspiegel? Dazu verknüpfen wir die geodätischen Messungen mit Ergebnissen und Vorhersagen verschiedenster Modelle, die in der Geodäsie und ihren Nachbardisziplinen wie Geophysik und Glaziologie entwickelt werden.

Der Geodät und Erdsystemforscher kann heute auf eine Vielfalt vor allem an satellitengeodätischen Messverfahren zurückgreifen. Die Satellitengravimetrie liefert uns Daten, um Massenänderungen zu untersuchen. Mit Hilfe der Satellitenaltimetrie können wir die Höhe und Höhenänderung von Ozean- und Eisoberflächen vermessen. Die Koordinaten und Koordinatenänderung von Punkten an der Erdoberfläche - sei es auf freiem Fels oder auf der Oberfläche von Gletschern und Eisschilden - können mit  bodengebundenen geodätischen GNSS(*)-Messungen bestimmt werden. Dazu gesellen sich Verfahren der Satellitenfernerkundung und der flugzeuggestützten Gravimetrie und Altimetrie.

In der Lehre sind wir vor allem im Bachelorstudiengang "Geodäsie und Geoinformation" und im Masterstudiengang "Geodäsie" aktiv. Wir vermitteln Grundlagen und Methoden der Erdmessung, von der Differentialgeometrie und den geowissenschaftlichen Grundlagen über Referenzsysteme, Satellitengeodäsie und stochastische Prozesse bis hin zur physikalischen Geodäsie. Im Masterstudiengang führen wir interessierte Studierende an die Themen der geodätischen Erdsystemforschung heran. Wer darüber hinaus an der geodätischen Forschung interessiert ist, kann als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft oder später als Doktorand in unserer Arbeitsgruppe tätig werden. Möglicherweise ist damit eine Expedition in die Antarktis oder nach Grönland verbunden...

 

(*) Global Navigation Satellite Systems

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