23.09.2026
Flugversuche hautnah erleben: Studierende der TU Dresden bei der DLR_Summer_School
TUD Studierende bei der DLR_Summer_School 2026
Vom 7. bis 11. September fand am Forschungsflughafen Braunschweig-Wolfsburg die diesjährige DLR_Summer_School statt. Die gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der deutschen Luftfahrt-Universitäten bietet Studierenden die Möglichkeit, theoretisch erworbene Kenntnisse unmittelbar in der Praxis anzuwenden und einen authentischen Einblick in die Arbeit von Flugversuchsingenieurinnen und -ingenieuren zu erhalten.
Für die TU Dresden nahmen Noah Teferi (Verkehrsingenieurwesen), Moritz Engelmann (Maschinenbau/Luft- und Raumfahrttechnik), Simon Köhler (Wirtschaftsingenieurwesen) und Anton Moros (Wirtschaftsingenieurwesen) an der Summer School teil.
Bereits im Vorfeld bereiteten sich die Studierenden intensiv auf die Veranstaltung vor. Im Mittelpunkt standen die theoretischen Grundlagen ausgewählter Flugversuche, Aspekte der Flugmechanik sowie die Datenauswertung mit MATLAB. Anhand eines Musterdatensatzes konnten sie dabei erste Erfahrungen mit der systematischen Analyse von Flugdaten sammeln. Zu Beginn der Summer School stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig die von ihnen erarbeiteten Flugversuchstheorien vor.
Flugversuche mit der Reims Cessna F406
Im praktischen Teil der Veranstaltung standen anschließend reale Flugversuche im Mittelpunkt. Zum Einsatz kam die Reims Cessna F406 D-ILAB des Instituts für Flugführung (IFF) der TU Braunschweig. Begleitet von erfahrenen Flugversuchsingenieurinnen und -ingenieuren lernten die Studierenden den Ablauf eines Flugversuchs aus nächster Nähe kennen und führten Messungen verschiedener Flugmanöver durch. Die erhobenen Daten wurden dabei direkt in den vorbereiteten Testkarten dokumentiert.
Gruppenbild DLR_Summer_School_2026
Zu den durchgeführten Versuchen gehörten unter anderem die Bestimmung der Überziehgeschwindigkeit in unterschiedlichen Flugzeugkonfigurationen, die Untersuchung der dynamischen Längsstabilität anhand der Phygoide sowie die Analyse der Flugmechanik im Kurvenflug. Ergänzend wurden die Flugdaten durch das Messequipment des IFF aufgezeichnet, um eine detaillierte spätere Auswertung zu ermöglichen.
Nach Abschluss der Flugversuche werteten die Studierenden die erhobenen Daten in gemischten Gruppen gemeinsam mit Teilnehmenden anderer Universitäten systematisch mit MATLAB aus. Zum Abschluss der Summer School präsentierten und diskutierten die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum.
Einblicke in Forschung und Industrie
Neben den Flugexperimenten bot die DLR_Summer_School zahlreiche Möglichkeiten, die Forschungs- und Arbeitsbereiche am Standort Braunschweig kennenzulernen. Das DLR organisierte Führungen durch ausgewählte Institute und Einrichtungen. Ein besonderes Highlight war dabei die Möglichkeit, den Simulator des DLR-Forschungshubschraubers EC135 FHS am Institut für Flugsystemtechnik zu testen.
Darüber hinaus erhielten die Studierenden Einblicke in die Arbeit zweier Institute der TU Braunschweig: des Instituts für Flugantriebe und Strömungsmaschinen sowie des Instituts für Strömungsmechanik. Auch das Unternehmen Aerodata öffnete seine Hallen für die Teilnehmenden und gewährte einen Blick hinter die Kulissen. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Remote Towers am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg.
Die DLR_Summer_School verband damit theoretische Grundlagen, praktische Flugversuche und die anschließende wissenschaftliche Datenauswertung mit Einblicken in aktuelle Forschungs- und Anwendungsfelder der Luftfahrt. Für die Studierenden bot die Woche in Braunschweig damit eine praxisnahe Gelegenheit, die Methoden und Abläufe des Flugversuchswesens unmittelbar kennenzulernen.