Laufende Projekte

Zahlungsbereitschaft für Verkehrssicherheit - Konzeptstudie und Piloterhebung (2017-2019)

Auftraggeber: Bundesanstalt für Straßenwesen
Projektpartner: Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik
Ansprechpartner: Dr. Jens Schade, M. Sc. Pascal Friebel
Laufzeit: Nov. 2017 – Jan. 2019

Risikoänderungen im Bereich der Verkehrssicherheit bedeuten Änderungen der Wahrscheinlichkeit, dass Personen bei einem Unfall verletzt oder getötet werden bzw. dass Sachschäden entstehen. Entsprechende Wirkungen von Handlungsoptionen müssen entsprechend Ihren jeweiligen Nutzen und Kosten gegeneinander abgewogen werden. In Deutschland wird der Nutzen durch eingesparte Unfallkosten ausgedrückt, dessen Bewertung auf dem Schadenskostenansatz basiert.

Die deutsche Unfallkostenrechnung berücksichtigt keine Zahlungsbereitschaft für Verkehrssicherheit. Dies bedeutet zum einen, dass der immaterielle Wert zu erwartender Unfallfolgen, wie z.B. in Form von Schmerz, Leid und Verlust an Lebensqualität – abgesehen von damit verbundenen materiellen Verlusten – in dieser Rechnung nicht enthalten sind. Zum anderen ist die Möglichkeit des internationalen Vergleichs der Unfallkosten sehr eingeschränkt gewährleistet, da ein Großteil der EU-Länder die Methode der Zahlungsbereitschaft bereits anwendet. Darüber hinaus  sind auch für die Bundesverkehrswegeplanung Angaben zur Zahlungsbereitschaft für Verkehrssicherheit sinnvoll.

Ziel des Projektes ist es, ein Erhebungskonzept zu entwickeln, mit dem die vorhandene deutsche Unfallkostenrechnung im Bereich der humanitären Kosten um einen Zahlungsbereitschaftsansatz ergänzt wird, wodurch eine Bewertung der immateriellen Komponente in die Rechnung mit einfließt. Hierbei sind insbesondere relevante Einflussfaktoren auf die Zahlungsbereitschaften zu identifizieren und quantitativ zu untersuchen. Das Erhebungskonzept ist im Rahmen einer Piloterhebung zu prüfen.

Weiterhin sollen Optionen aufgezeigt werden, wie die Ergebnisse in die Unfallkostenrechnung der BASt eingegliedert werden können. Die Erkenntnisse aus der Piloterhebung können in einer späteren Hauptstudie dazu genutzt werden, eine umfassende empirische Untersuchung durchzuführen.

AutoNV_OPR – Autonomer Öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) (2017-2020)

Fördergeber: BMVI
Projektpartner: TU Berlin (Verbundkoordinator)
Ansprechpartner: Dr. Jens Schade, M. Sc. Pascal Friebel, Dipl.-Psych. Juliane Anke
Laufzeit: Jul. 2017 – Jun. 2020

Die Entwicklung autonom gesteuerter Kraftfahrzeuge schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran und wird in Zukunft die Mobilität der Menschen verändern. Der Einsatz von autonom gesteuerten Bussen als Bestandteil des ÖPNV bietet dabei im Vergleich zu vollautomatisierten Individual-Fahrzeugen eine deutlich raschere Realisierungsperspektive, da Fahrtstrecken speziell ausgewählt und einzeln freigegeben werden können.

Vor allem in ländlichen Regionen mit eingeschränkten Verkehrsanbindungen wird durch den Einsatz automatisierter ÖPNV-Elemente ein entscheidender Beitrag zur Stärkung der öffentlichen Mobilität und sozialen Teilhabe geleistet. Zudem können die Folgen der Individualmobilität wie autogerechte Strukturen oder Zersiedelung eingedämmt und klimapolitische Ziele durch Fahrtenbündelungen eher erreicht werden.

Der Zuspruch eines solchen innovativen Verkehrssystems hängt dabei maßgeblich von der Akzeptanz sowohl auf Seiten der potentiellen Fahrgäste als auch der Verkehrsunternehmen, der Fahrzeughersteller, der Träger des ÖPNV und anderer Verkehrsteilnehmer ab. Aus diesem Grund wird im Rahmen eines Evaluationskonzepts im Prä-/Post-Design die Nutzerakzeptanz der verschiedenen Interessensgruppen gemessen und analysiert. Daraus lassen sich wichtige Implikationen zur Verbesserung der Akzeptanz und zum Abbau von Barrieren aus Nutzersicht ableiten. Auf diesem Weg kann eine nachhaltige Integration automatisierter ÖPNV-Elemente in zukünftige Mobilitätskonzepte gelingen.

Ziel des Verbundvorhabens ist es,

  • Voraussetzungen für den verkehrlichen Einsatz autonom fahrender Betriebsformen im öffentlichen Verkehr ländlicher Räume,
  • Möglichkeiten zur Schaffung und Messung der Nutzerakzeptanz sowie
  • Szenarien und Auswirkungen autonomer Betriebsformen bezogen auf Finanzierungsroutinen des öffentlichen Verkehrs

wissenschaftlich zu untersuchen und daraus Übertragbarkeitsaussagen für eine möglichst breite Anwendung in Deutschland abzuleiten. Wichtigstes Element ist dabei die Einbindung eines Probebetriebes autonom fahrender Kleinbusse im ländlichen Raum, um die Voraussetzungen und Parameter für die Akzeptanzuntersuchung und eine Übertragbarkeitsbewertung auch auf Grundlage praktischer Erfahrungen in realer Umgebung zu erforschen.

RadVerS - Mit Smartphones generierte Verhaltensdaten im Verkehr - Differenzierung des Nutzerverhaltens unterschiedlicher RadahrerInnengruppen (2017-2019)

Fördergeber: NRVP / BMVI
Projektpartner: Professur Verkehrsökologie (TUD)
Ansprechpartner: Dipl.-Verk.wirtsch. Angela  Francke
Laufzeit: Jul. 2017 - Jun. 2019

Im Vorgängerprojekt "Mit Smartphones generierte Verhaltensdaten im Radverkehr" konnte das große Potenzial von GPS-Daten für die planerische Praxis bereits herausgestellt werden. Allerdings wurde auch festgestellt, dass bei der Nutzung von GPS‐Daten von Radfahrenden detaillierte Informationen zum Radverkehrsverhalten unterschiedlicher sozio‐ökonomischer Gruppen weiterhin fehlen. Es liegen zwar GPS‐Massendaten vor; diese bilden jedoch nur die Summe aller beteiligten NutzerInnen ab, während Informationen zum Radverkehrsverhalten von Einzelnutzern fehlen.

Ziel des gemeinsam mit der Professur für Verkehrsökologie der TU Dresden durchgeführten Projekts ist es daher, basierend auf einer umfangreichen Feldstudie zum Radverkehrsverhalten verschiedener sozio-ökonomischer Nutzergruppen sowie von Befragungen, eine Typologisierung von Radfahrenden zu erstellen. In einem weiteren Schritt wird eine umfangreiche, heterogene Probandengruppe mit Geräten zur Aufzeichnung ihrer Radrouten ausgestattet. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Präferenzen einzelner Gruppen, z. B. im Hinblick auf Geschwindigkeit, Streckenlänge oder Routenwahl zu identifizieren. Schlussendlich liefern die umfangreiche Auswertung nach einzelnen sozio‐ökonomischen Merkmalen und deren Interpretation wertvolle Informationen, aus denen Handlungsempfehlungen für die Radverkehrsplanung für Kommunen ableitbar sind.

Auswirkungen der Erkennbarkeit und der Zufahrtsgestaltung auf die Verkehrssicherheit von Kreisverkehren an Landstraßen (2017-2019)

Auftraggeber: Bundesanstalt für Straßenwesen
Projektpartner: Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik und Professur für Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen (TUD)
Ansprechpartner: Christoph Schulze
Laufzeit: Mai 2017 - Apr. 2019

In dem Forschungsprojekt werden belastbare Grundlagen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit außerörtlicher Kreisverkehre ermittelt. Im Fokus stehen unter Berücksichtigung möglicher Erkennbarkeitsdefizite insbesondere die Gestaltung von Zufahrten und Kreisinseln. Dazu werden bereits bestehende Erkenntnisse im In- und Ausland ausgewertet, makroskopische und mikroskopische Unfallanalysen vorgenommen, Erhebungen zum Fahrverhalten sowie wahrnehmungsorientierte lichttechnische Untersuchungen vorgenommen. Im Ergebnis sollen unfallbegünstigende Faktoren ermittelt und gestalterische Empfehlungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit außerörtlicher Kreisverkehre formuliert werden.

In Situ – Messungen von Reflexionseigenschaften von Fahrbahnoberflächen (2016-2018)

Auftraggeber: Bundesanstalt für Straßenwesen
Ansprechpartner: Christoph Schulze
Laufzeit: Dez. 2016 - Nov. 2018

Gegenstand ist die Untersuchung und Begründung geeigneter und erschöpfender lichttechnischer Kennwerte zur angemessenen Charakterisierung des Reflexionsverhaltens von Fahrbahnoberflächen unter vielfältigen Anwendungsbereichen (u.a. Tageslichtbedingungen, ortsfeste Verkehrsbeleuchtung und kraftfahrzeugeigene Beleuchtung) sowie der Untersuchung von Möglichkeiten und Grenzen einer messtechnischen Umsetzung der so identifizierten Kennwerte in eine mobile Lösung.

Entwicklung einer differenzierten schulischen Verkehrserziehung Teil 1: Vorschulische und schulische Mobilitäts- und Verkehrserziehung (2016-2017)

Auftraggeber: Gesamtverband der Deutschen, Versicherungswirtschaft e. V. (GDV)
Ansprechpartner: Dr. Susann Richter, Prof. Bernhard Schlag
Laufzeit: Dez. 2016 - Sep. 2017

Ausgehend von der differenzierten Analyse von entwicklungspsychologischen Aspekten und den sich aus der Verkehrsteilnahme ergebenden Aufgaben und Anforderungen an die Verkehrsteilnahme soll durch eine Zuordnung zu beobacht­barem Verhalten ein Instrument zur Bewertung von mobilitäts­bezogenen Kompetenzen erstellt werden.  Dies soll in einfacher Form ermöglichen, den Stand der mobilitätsbezogenen Kompetenzen von Kindern einzuschätzen und Ableitungen für eine entsprechend begründete Mobilitäterziehung zu treffen.

Visuelle Barrierefreiheit durch die Gestaltung von Kontrasten (2015-2017)

Auftraggeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Projektpartner: Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsbau (TUD); universalRAUM – Institut für evidenzbasierte Architektur im Gesundheitswesen, Dresden
Ansprechpartner: Christoph Schulze, Katharina Rehberg
Laufzeit: Aug. 2015 - Apr. 2017

Die Umsetzung der in aktuellen Normen verankerten Anforderungen an die visuelle Barrierefreiheit ist mit Unsicherheiten verbunden. Diese betreffen unter anderem die messtechnischen Beschreibungen als auch materialtechnische Gestaltungen. In dem Projekt erfolgen empirische Prüfungen der Wahrnehmungswirkung ausgewählter Gestaltungsmerkmale durch Sehbehinderte als auch lichttechnische Messungen. Die lichttechnischen Messungen untersuchen spektrale Einflüsse, Einflüsse der Beleuchtungs- und Beobachtungsgeometrie als auch der Binnenstruktur auf die Kontrastwirkung exemplarischer Bodenmaterialien für den Innen- und Außenraum.

Systematische Untersuchung sicherheitsrelevanten Fußgängerverhaltens (2015-2017)

Auftraggeber: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
Projektpartner: PTV
Ansprechpartner: Dr. Jens Schade
Laufzeit: Sep. 2015 – Nov. 2017

Fußgänger sind neben den Radfahrenden die verletzlichsten Personen, welche am Straßenverkehr teilnehmen. Dieser Sachverhalt wird dadurch verschärft, dass insbesondere Kinder und Ältere als Fußgänger unterwegs und u. U. aufgrund bestimmter Verhaltensweisen in besonderem Maße gefährdet bzw. häufig in Unfälle verwickelt sind.

Aufgrund aktueller Trends, wie der zunehmenden Alterung der Gesellschaft oder eine (vermutlich) erhöhte Ablenkung durch mobile elektronische Geräte, erscheint eine Aktualisierung der Erkennt-nisse zum Fußgängerverhalten zielführend. Vor allem die Sicherheitsrelevanz spezifischer Verhaltensweisen der Fußgänger ist in diesem Zusammenhang zu präzisieren.

Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Vordergrund:

  • Wie lässt sich das Querungsverhalten spezifischer Fußgängergruppen (Kinder, Ältere) anhand sicherheitsrelevanter Kriterien beschreiben (u.a. Sicherungsverhalten, Wartezeit, Lückenakzeptanz, Gehgeschwindigkeit) und worin unterscheiden sie sich zu erwachsenen Fußgängern?
  • Welche spezifischen Probleme und Problemsituationen gibt es für die verschiedenen Fußgängergruppen (Kinder, Ältere)?
  • Welche Tätigkeiten (z. B. Telefonnutzung) beeinflussen wie häufig die Umsetzung des Querungsvorgangs von Fußgängern?
  • Prävalenz: Wie hoch ist der Anteil Fußgänger, die während des Gehens andere Tätigkeiten durchführen?
  • Wie wirken sich diese (ablenkenden) Tätigkeiten auf die Querungsperformanz aus (u. a. Sicherungsverhalten, Wartezeit, Gehgeschwindigkeit, Gehrichtung, Lückenakzeptanz)?
  • Führen ablenkende Tätigkeiten häufiger zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern?
  • Anhand welcher Indikatoren lässt sich die ‚Sicherheit‘ eines Querungsvorganges beschreiben und vorhersagen?

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird eine strukturierte, nicht-teilnehmende Beobachtung des Fußgängerquerungsverhaltens mit Schwerpunkt auf Querungen auf freier Strecke mit geradem Straßenverlauf an acht verschiedenen Orten in Berlin und Dresden durchgeführt.

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Letzte Änderung: 13.11.2017