17.12.2025
Erste Hilfe für psychische Gesundheit
An der Fakultät Verkehrswissenschaften gibt es mit Dr. Katja Flemming nun eine Ersthelferin für mentale Gesundheit. Worum es bei Mental Health First Aid (MHFA) geht und welche Angebote Betroffenen zur Verfügung stehen, haben wir mit ihr besprochen.
Was bedeutet Mental Health First Aid (MHFA)?
Mental Health First Aid bedeutet, Erste Hilfe bei psychischen Belastungen oder Krisen zu leisten – ähnlich wie körperliche Erste Hilfe, nur eben für die seelische Gesundheit. Psychische Ersthelfende sind da, um zuzuhören, Orientierung zu geben und Betroffene bei den nächsten Schritten zu unterstützen. Das geschieht immer vertraulich, wertschätzend und auf Augenhöhe. MHFA ersetzt keine Therapie und keine fachliche Behandlung, aber es schließt die oft entscheidende Lücke zwischen „Ich merke, dass etwas nicht stimmt“ und „Ich weiß, wohin ich mich wenden kann“. Ziel der Ersthelfenden ist es, Barrieren und Tabus abzubauen und zu zeigen: Es ist völlig in Ordnung, sich Hilfe zu suchen.
Welche Verantwortungsbereiche und Aufgaben umfasst die Rolle?
Als Mental Health First Aid bin ich Ansprechpartnerin für alle Menschen, die mit psychischen Herausforderungen konfrontiert sind oder sich Sorgen um andere machen.
Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem:
- Erste Hilfe in psychischen Notsituationen leisten
- aufmerksam zuhören, ohne zu urteilen
- Sicherheit zu vermitteln, besonders in schwierigen Momenten
- Orientierung geben und über Hilfsangebote informieren
- Stigmatisierung abbauen und eine offene Gesprächskultur fördern
Ein wichtiger Teil meiner Aufgabe ist auch, präventiv zu wirken: sichtbar sein und Bewusstsein schaffen, Gesprächsbarrieren abbauen und zeigen, dass es in Ordnung ist, Unterstützung einzufordern.
Welche Motivation gab es, die Qualifikation zu durchlaufen?
Mich haben mehrere Dinge motiviert. Zu allererst sind psychische Notlagen keine Seltenheit: innerhalb eines Jahres leiden knapp 30% der erwachsenen deutschen Bevölkerung an einer psychischen Störung. Leider werden diese Probleme immer noch stark tabuisiert. Viele Betroffene zögern, sich zu öffnen, weil sie Angst vor Unverständnis oder Abwertung haben, gerade im beruflichen Kontext. Ich möchte dazu beitragen, dass sich das ändern kann.
Als ich vor einigen Jahren im privaten Umfeld Zeugin einer Krisensituation wurde, wollte ich sicherstellen, beim nächsten Mal tatsächlich helfen zu können. Ich wollte lernen, wie man adäquat unterstützt, wie man Gespräche sicher führt und wie man frühzeitig auf Belastungen reagiert. Und ich wollte aktiv dazu beitragen, dass psychische Gesundheit genauso ernst genommen wird wie die körperliche. Die MHFA-Qualifikation war für mich ein Weg, Verantwortung zu übernehmen und positive Impulse in meinem direkten Umfeld zu setzen.
Die Tätigkeit als MHFA schafft einen geschützten Raum, in dem psychische Gesundheit offen angesprochen werden darf. Ich verstehe mich als jemand, der eine erste Brücke baut zwischen der Überforderung des Moments und den Möglichkeiten, die es gibt, um wieder Stabilität zu finden.: „Du darfst dich jederzeit an mich wenden - ganz gleich, wie groß oder klein dein Anliegen erscheint. Du musst nicht alleine durch schwierige Phasen gehen.“
Kontakt
© TUD | Sven Ellger
Beschäftigte Studienangelegenheiten
NameFrau Dr. Katja Flemming
Studienangelegenheiten, Qualität der Lehre, Internationalisierung
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Dekanat Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"
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