Forschungsaufenthalte in Oxford und Sydney
Dr. Ianina Scheuch (Professur für Wirtschaftspädagogik) hat in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Forschungsaufenthalte insbesondere im englischsprachigen Raum in Großbritannien (University of Oxford) und Australien (University of Sydney) verbracht und dabei vielfältige internationale Kooperationen aufgebaut.
Du hast während Deiner Zeit als Postdoc ein beeindruckendes Netzwerk an internationalen Kontakten aufgebaut und zahlreiche Forschungsaufenthalte im Ausland verbracht. Wenn Du auf die Anfänge zurückschaust – wie kam es zu Deinem ersten Forschungsaufenthalt?
Der Ausgangspunkt war unmittelbar nach meiner Promotion. Dank des Dr.-Händel-Förderpreises der Fakultät konnte ich einen Forschungsaufenthalt an der University of Oxford verbringen. Rückblickend war dieser Aufenthalt der entscheidende Impuls und Grundstein für meine weitere Entwicklung sowie für zahlreiche internationale Kooperationen.
Warum sind internationale Netzwerke wichtig und wie entwickelt man diese? Hast Du Tipps für Promovierende und Postdocs?
Internationale Netzwerke bilden die Grundlage für gemeinsame Forschung und eröffnen neue Perspektiven. Aus Oxford habe ich eine solide methodische Grundlage für meine Forschung mitgenommen und konnte meine Publikationen im engen Austausch mit erfahrenen Kolleginnen weiterentwickeln. Zudem habe ich während meines Aufenthaltes erste Daten für meine internationale Studie mit Unternehmen erhoben. Darauf aufbauend konnte ich ein Forschungsprojekt am King’s College London aufbauen sowie später einen Austausch mit der Business School der University of Sydney im Rahmen des Netzwerks Leadership in Disrupted Times organisieren, in dessen Rahmen ich einen Forschungsaufenthalt absolviert habe und aktuell an einem Buchbeitrag arbeite. Auf einer Konferenz in den USA haben sich zuletzt weitere internationale Kooperationen ergeben. Mein Tipp für Promovierende und Postdocs ist daher: Konferenzen nicht nur für Vorträge nutzen, sondern gezielt für persönlichen Austausch – und wenn möglich auch andere Universitäten besuchen sowie sich aktiv um internationale Fördermöglichkeiten bewerben.
© Ianina Scheuch
© Ianina Scheuch
© Ianina Scheuch
Du warst an Universitäten auf verschiedenen Kontinenten. Welche Unterschiede sind Dir besonders aufgefallen?
Oxford ist stark durch Tradition geprägt. Die alten Colleges und Bibliotheken schaffen eine sehr konzentrierte und zugleich offene, fast magische Atmosphäre.
Sydney habe ich als modern und praxisorientiert erlebt. Besonders beeindruckt haben mich die neuen Gebäude der Business School, die Verbindung durch Kunst und Architektur zur Kultur der Aboriginal Peoples sowie innovative Lehrformate und multimediale Lernräume, die viele neue Methoden für meine eigene Lehrtätigkeit eröffnet haben. Diese Erfahrungen zeigen für mich, wie sich akademische Traditionen über Ländergrenzen hinweg spiegeln und weiterentwickeln, während jede Universität zugleich ihre eigene Identität hat.
Ein persönlicher Déjà-vu-Moment war für mich das historische Quadrangle in Sydney: Als ich dort stand, fühlte ich mich kurz an Oxford erinnert – die Architektur ist sehr ähnlich. Ein weiterer besonderer Moment war ein zufälliges Treffen mit deutschen Studierenden in der Surfschule am Bondi Beach, wo wir gemeinsam vor einer Vorlesung einen Windsurf-Kurs gemacht haben. Die Temperaturen in Australien waren definitiv wärmer als in Großbritannien.