Aljoscha Bär über seinen Studienaufenthalt an der Lehigh University
Aljoscha Bär ist Student des Wirtschaftsingenieurwesens. Er hatte sich auf den Prof. Dr. Endriss-Preis beworben, um finanzielle Unterstützung für ein Auslandssemester an der Legigh University zu erhalten. Von August bis Dezember 2025 hat er an der Lehigh University studiert und berichtet im Interview von seinen dort gesammelten Erfahrungen.
1. Warum wollten Sie gerne ein Auslandsstudium machen und warum gerade an der Lehigh University?
Ich bin in Dresden geboren, aufgewachsen und habe mich durch das Diplomstudium weitere fünf Jahre an die Stadt gebunden. Um aus der Stadt rauszukommen, habe ich deshalb bereits zu Beginn meines Studiums fest mit einem Auslandsaufenthalt geplant. Für mich war klar, dass es in die USA oder Canada gehen sollte. Einerseits weil es ein englischsprachiges Land sein sollte, anderseits weil ich insb. von der U.S.-amerikanischen Kultur fasziniert bin und die VWL-Forschung (mein Studienfokus) dort besonders stark ist. Die Lehigh University hatte von allen nordamerikanischen Universitäten im TUDweltweit-Programm das beste volkswirtschaftliche Angebot, ist gut an der Ostküste gelegen und lokal positiv bekannt.
2. Welche Unterschiede haben Sie festgestellt beim Studium hier an der TUD und an der Lehigh University?
Das Studium in den USA unterscheidet sich deutlich von deutschen Universitäten. Während an der TUD gerade in den ersten Semestern häufiger mal das ganze Audimax voll mit Studierenden ist, gibt es an Lehigh in der Regel nur kleine Klassen. Statt Vorlesungsatmosphäre fühlt es sich dadurch häufig wie eine Schulklasse an. Das hat sowohl Vorteile (z. B. der direkte Kontakt zu Professor:innen) als auch Nachteile (z. B. weniger Eigenverantwortung und Selbstständigkeit). Ein großer Unterschied ist auch die Universitäts- und Campuskultur. Dadurch, dass alle Studierende auf oder direkt neben dem Campus leben, wird sich ganz anders mit der eigenen Uni identifiziert und deine Kommiliton:innen sind im Grunde auch deine Nachbarn. Von der Stimmung, die bei einem Football-Spiel des eigenen Uni-Teams aufkommt, ganz zu schweigen.
3. Mit welchen Erfahrungen im Gepäck sind Sie nach Dresden zurückgekehrt?
Ich habe sehr viel mitgenommen. Persönlich, durch das Kennenlernen vieler neuer Leute, als auch akademisch, durch spannende Vorlesungen, die es teilweise an der TUD gar nicht gibt. Am meisten werde ich aber das Gefühl behalten, die USA nun als Land etwas besser „verstanden“ zu haben. Die kulturellen Unterschiede sind nicht riesig, aber es hat mich überrascht, wie viele Aspekte einem dann doch mit der Zeit auffallen (und wie viel diese Unterschiede erklären können).