13.03.2026
Sachsens Hochschulen mit neuen Verbundprojekten zur digitalen Lehre
Zwei neue Verbundprojekte sollen die digitale Hochschullehre in Sachsen nachhaltig stärken
Im Zusammenschluss aller öffentlich-rechtlichen Hochschulen des Freistaates Sachsen sind Ende 2025 zwei hochschulübergreifende Projekte zur digitalen Lehre gestartet. In enger Abstimmung leisten die beiden Vorhaben InfraSax.DVIB und InfraSax.KI einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der Strategie zur digitalen Transformation im Hochschulbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) sowie der Landesrektorenkonferenz Sachsen (LRK). Unterstützt werden die Projekte vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus.
InfraSax.DVIB wird an der Universität Leipzig umgesetzt und zielt auf die Integration und Erprobung digitaler Innovationen zur Förderung kooperativer Lehr- und Lernprozesse.
InfraSax.KI wird an der Technischen Universität Dresden (TUD) koordiniert und adressiert den informationssicheren Einsatz Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre.
Den beiden Projekten gingen mehrjährige Entwicklungsarbeiten unter Beteiligung sächsischer, deutscher und europäischer Partner voraus. Nun sollen die daraus hervorgegangenen Innovationen dauerhaft allen Hochschulen des Freistaates zugänglich gemacht werden.
InfraSax.KI an der TUD stärkt den sicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre
InfraSax.KI – Infrastrukturausbau zur informationssicheren Stabilisierung sächsischer Innovationsprojekte zu Künstlicher Intelligenz in zentral genutzten Lehr- und Lerninfrastrukturen startet als knapp zweijähriges Projekt an der TUD, die auch die Gesamtkoordination übernimmt. In enger Zusammenarbeit mit den beteiligten sächsischen Hochschulen sowie der Geschäftsstelle des Arbeitskreises E-Learning der LRK Sachsen wird eine gemeinsame, sichere Infrastruktur für den Einsatz generativer KI in Studium und Lehre aufgebaut. Ziel ist es, bereits erprobte KI-Dienste zur Lernunterstützung bis Mitte 2027 zentral, nachhaltig und hochschulübergreifend verfügbar zu machen.
InfraSax.KI setzt damit genau dort an, wo derzeit ein entscheidender Engpass besteht: beim verlässlichen, datenschutzkonformen und hochschuldidaktisch fundierten Einsatz generativer KI in der Hochschullehre. Erstmals werden KI-basierte Werkzeuge aus vorangegangenen Forschungsprojekten systematisch in eine gemeinsame Infrastruktur überführt und für alle sächsischen Hochschulen nutzbar gemacht. Das Projekt schafft so die Grundlage für einen koordinierten Transfer von KI-Systemen in Studium und Lehre im gesamten Freistaat.
„Künstliche Intelligenz entfaltet ihr volles Potenzial in der Hochschullehre erst dann, wenn technologische Innovation und didaktische Expertise konsequent zusammengedacht sowie breite Akzeptanz und Bereitschaft geschaffen werden“, betont Projektleiter Professor Thomas Köhler (Direktor des CIDS-Departments CODIP). „Mit InfraSax.KI schaffen wir einen Rahmen, in dem generative KI nicht nur experimentell eingesetzt wird, sondern nachhaltig, sicher und fach- sowie kontextspezifisch wirksam werden kann. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf intelligenten, didaktisch gestaltbaren KI-Assistenzsystemen, die Studierende bei spezifischen Aufgaben begleiten sowie von Lehrenden fach-und kontextspezifisch konfiguriert werden können. “
Mehrwert für Lehrende und Studierende im gesamten Freistaat
InfraSax.KI eröffnet für die beteiligten sächsischen Hochschulen neue Perspektiven: Die Kombination moderner KI-Technologien, etablierter digitaler Lernumgebungen und begleitender Supportstrukturen mit der vorhandenen hochschuldidaktischen Expertise der Lehrenden ermöglicht passgenaue Werkzeuge zur Lernunterstützung. Lehrende werden so gezielt dabei unterstützt, Studierende auf ihrem Weg zu selbstgesteuertem Lernen individuell zu fördern.
Das Projekt richtet sich ausdrücklich an alle sächsischen Hochschulen. „Wir konnten bereits mehrere Hochschulen gewinnen, sich aktiv an der Realisierung zu beteiligen, den Ausbau der Infrastruktur mitzugestalten und die Ergebnisse nachhaltig mitzunutzen. Das zeigt die grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft der Hochschulen, Künstliche Intelligenz als Bestandteil zukunftsfähiger Lehre zu etablieren“, so Professor Köhler abschließend.
Weitere Informationen zum Projekt InfraSax.KI finden Sie unter: https://infrasax-ki.codip.tu-dresden.de/
Weitere Informationen
Prof. Dr. Thomas Köhler ist seit 2005 Professor für Bildungstechnologie an der Technischen Universität Dresden am Institut für Berufspädagogik der Fakultät für Erziehungswissenschaften, Gründungsdirektor des Center for Open Digital Innovation and Participation (CODIP), Sprecher des Arbeitskreises E-Learning der Landesrektorenkonferenz Sachsen sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V. (GMW).
Der Arbeitskreis E-Learning der LRK Sachsen ist ein wissenschaftliches Gremium zur fachlichen und strategischen Beratung von Hochschulvorhaben im Bereich digitaler Lehre.