02.04.2026
Von der Elbe an den Tafelberg: TU-Studierende beim Austausch in Südafrika
Studierendengruppe aus Dresden am Stony Point in Betty's Bay
Ganz im Sinne des Universitätsslogans „The Collaborative University“ reisten fünf Studierende der TU Dresden gemeinsam mit ihrem Betreuer Thomas T. Richter (CODIP) im Rahmen eines internationalen Austauschs nach Stellenbosch in Südafrika. Der Besuch knüpfte an die erfolgreiche Zusammenarbeit des vergangenen Jahres an, in deren Rahmen Studierende der Stellenbosch University in Dresden zu Gast waren und gemeinsam ein Hackathon-Format durchführten. In Stellenbosch wurden die Dresdner Studierenden von Prof. Daniel le Roux empfangen und in das akademische Umfeld der Partneruniversität eingebunden.
Das zentrale Element des Aufenthalts war die Einbindung in den Kurs Research Assignment: Information Systems Management, der Teil des Informatics Honours Programme an der Stellenbosch University ist. Dieses einjährige Aufbaustudium dient der Vertiefung von Kenntnissen im Bereich Informatik und verbindet dabei Perspektiven aus Computer Science, Sozialwissenschaften und Management. Die TU-Studierenden nahmen im Rahmen dieses Kurses an mehreren Research-Seminaren auf Master-Niveau teil und erhielten so direkte Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten sowie in wissenschaftliche Methoden und Herangehensweisen.
In den Seminaren präsentierten Lehrverantwortliche ihre laufenden Forschungsprojekte und diskutierten sowohl theoretische Konzepte als auch empirische Zugänge. Die thematische Bandbreite reichte dabei von generativer Intelligenz über den Einfluss digitaler Medien auf Aufmerksamkeit und Lernverhalten bis zu Fragen der Cybersicherheit. So stellte beispielsweise Dewald Blaauw seine Arbeit im Bereich Penetration Testing und Ethical Hacking vor und zeigte, wie IT-Systeme gezielt auf Sicherheitslücken überprüft werden können. Prof. Daan la Roux präsentierte empirische Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Mediennutzung während Vorlesungen und akademischer Leistung, die darauf hindeuten, dass digitale Ablenkung häufig negative Effekte auf den Lernerfolg hat – allerdings mit Unterschieden je nach Fachrichtung. Ergänzt wurde die Perspektive durch die historische Forschung von Lisa-Cheree Martin, die sich mit den Lebensrealitäten versklavter und befreiter Menschen in der Kapkolonie auseinandersetzt.
Besonders spannend war dabei, dass viele Forschungsprojekte einen klaren Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen in Südafrika haben. Untersucht wird unter anderem, wie digitale Technologien sinnvoll in bestehende soziale Strukturen eingebettet werden können und welche Auswirkungen dies auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen hat. Für die Studierenden bot sich dadurch die Möglichkeit, Forschung als praxisnahe und kontextabhängige Tätigkeit zu erleben.
Die Teilnahme an den Seminaren ermöglichte es den Studierenden, ihre eigenen fachlichen Interessen weiterzuentwickeln und diese im Austausch mit internationalen Forschenden und Studierenden zu reflektieren. Gleichzeitig wurde deutlich, welchen Mehrwert interdisziplinäre Zusammenarbeit für wissenschaftliche Fragestellungen bieten kann, insbesondere wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht werden.
Neben dem akademischen Programm konnten die Studierenden auch Eindrücke vom Alltag und von der Umgebung in Südafrika gewinnen. Dazu gehörten Ausflüge in die Kapregion, ein Besuch der Weinregion rund um Stellenbosch mit der Doppeldecker-Wine Tram sowie die Gelegenheit, lokale Spezialitäten kennenzulernen. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines Studierendenrugbyspiels im Varsity Cup, bei dem Stellenbosch deutlich gewann und gleichzeitig einen guten Einblick in das studentische Leben vor Ort bot.
Studierendenrugbyspiels im Varsity Cup
Darüber hinaus ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, bestehende Kontakte weiter zu vertiefen und neue Perspektiven auszutauschen. Dabei ging es nicht nur um das Studium, sondern auch um berufliche Zukunftspläne – Themen, die Studierende unabhängig vom Standort gleichermaßen beschäftigen. Der Austausch hat damit sowohl den fachlichen Dialog als auch den persönlichen Austausch zwischen den Teilnehmenden international gestärkt.
Der Austausch wurde durch das EU-Programm Erasmus+ KA171 gefördert. Ein besonderer Dank gilt dem International Office der TU Dresden, insbesondere Tabea Gösche und Kerstin Unger, die die organisatorischen Abläufe begleitet und maßgeblich zum Gelingen des Austauschs beigetragen haben.
Ein Stück TU Dresden vor der atemberaubenden Kulisse der südafrikanischen Kapregion