17.12.2025
JPI Oceans startet 2026er Call zu “Offshore Freshened Groundwater“!
Offshore-Grundwasservorkommen (Offshore Freshened Groundwater, OFG) ist eine potenziell strategische Ressource für die Wassersicherheit in Küstenregionen. Trotz seiner Entdeckung in den 1960er-Jahren und Schätzungen erheblicher globaler Vorkommen ist OFG bislang nur unzureichend erforscht. Die vorhandenen Daten sind spärlich und stammen überwiegend zufällig aus Offshore-Bohrungen zur Erdöl- und Erdgasförderung. Bisher fehlten koordinierte Forschungsansätze, um das Potenzial von OFG für eine nachhaltige Nutzung systematisch zu bewerten.
Ein besseres Verständnis von OFG-Systemen erfordert Forschung zu ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem Alter sowie zu Grundwasserneubildungs- und Abflussmechanismen. Untersuchungen zu Permeabilität, Porosität und Strömungswegen von Fluiden sind notwendig, um das Verhalten von OFG unter natürlichen Bedingungen und bei möglicher Nutzung besser vorhersagen zu können. Zudem müssen Strömungsprozesse, hydraulische Eigenschaften sowie die Verbindung zwischen landseitigen und offshore gelegenen Aquiferen untersucht werden, um die langfristige Nutzbarkeit und den nachhaltig entnehmbaren Wasservorrat eines OFG-Reservoirs abzuschätzen.
Ein Verständnis der heutigen Neubildungsprozesse ist Voraussetzung für jede großskalige Nutzung, da Wasserentnahmen erhebliche Auswirkungen auf die Grenzfläche zwischen Süß- und Salzwasser haben können.
Das Hauptziel dieser gemeinsamen Ausschreibung ist es, als „Proof of Concept“ zu dienen. Dies soll durch den Start einer innovativen wissenschaftlichen Bohrkampagne erreicht werden, die hydrogeologische und geochemische Charakterisierungen mit Pumpversuchen kombiniert. Ziel ist es, OFG-Systeme zu validieren und zentrale Daten zu ihrer Verbreitung, ihren Eigenschaften, Neubildungsmechanismen und ihrer langfristigen Nutzbarkeit als Ressource zu gewinnen.
Diese Initiative soll die Grundlage für eine mögliche zukünftige strategische Nutzung und nachhaltige Bewirtschaftung von OFG-Ressourcen schaffen. Dabei sollen insbesondere folgende Wissenslücken adressiert werden:
- Datenmangel und Dateninkonsistenzen: Erhebung systematischer und umfassender Daten zu Eigenschaften und Dynamik von OFG.
- Ökologische, technologische und wirtschaftliche Machbarkeit: Bewertung möglicher Umweltauswirkungen sowie der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit einer OFG-Nutzung; Bereitstellung evidenzbasierter Grundlagen für Governance- und Politikrahmen.
- Rechtliche und Governance-Rahmenbedingungen: Unterstützung bei der Entwicklung von Leitlinien und regulatorischen Rahmenwerken zur Integration von OFG-Erkundung und -Nutzung in bestehende Rechtsordnungen.
Prioritäre Themen der Ausschreibung
1. Charakterisierung, Validierung und Bewertung von Offshore-Süßwassergrundwasser-Körpern mittels einer Bohrkampagne. Zentrale wissenschaftliche Fragestellungen ergeben sich aus bestehenden Wissenslücken, darunter:
- Funktionsweise von OFG-Systemen und die Anbindung zwischen Land- und Offshore-Aquiferen
- Alter und Entstehungszeit der OFG-Vorkommen
- Hydraulische und hydrogeologische Eigenschaften
- Potenzielle Umweltauswirkungen einer Nutzung von OFG
2. Umweltbewertung von Offshore-Süßwassergrundwasser-Austritten (Seeps) – Aufbau von Umwelt-Basisdaten:
- Charakterisierung der Austritte (Funktionsweise der Sickerprozesse)
- Charakterisierung seep-assoziierter Ökosysteme (biogeochemische Aspekte)
- Monitoring
Die geografische Ausrichtung der vorgeschlagenen Forschung sollte das nördliche Adriatische Meer (vorzugsweise den Offshore-Bereich der Region Friuli Venezia Giulia) einschließen, ist jedoch nicht darauf beschränkt. Weitere europäische Meeresbecken wie das Mittelmeer, die Nordsee oder die Ostsee können ebenfalls einbezogen werden.
Zeitplan und Förderbedingungen:
- 06. März 2026 – Abgabe Vollantrag
- Assoziierte Partner mit Eigenfinanzierung möglich
- Max. 900.000 EUR dt. Förderung pro Projekt
Teilnehmende Länder:
Deutschland, Griechenland, Italien, Malta
Weitere Informationen:
https://www.jpi-oceans.eu/en/joint-call-offshore-freshened-groundwater
Kontakt am EPC:
© TU Dresden
Projektmanager
NameHerr Dr. Stefan Schuldt
ERA-Nets, BMBF-Begleitmaßnahmen
Eine verschlüsselte E-Mail über das SecureMail-Portal versenden (nur für TUD-externe Personen).
Besuchsadresse:
FAL Falkenbrunnen BT-A Würzburger Straße 35
01187 Dresden