04.09.2026
Höchste Patentstärke und große Innovationskraft: TU Dresden unter Europas Top-Innovationstreibern
Teilnehmende der International TUD|excite Summer School
Aktuelle Studie zeigt disruptive Innovationsstärke der TUD auf
TUD unter den TOP 10 Europas: In der im Fachmagazin Forschung & Lehre (Ausgabe 9/26) veröffentlichten Studie „Viel bedeutet nicht immer disruptiv" haben Prof. Dr. Jörn Block (Universität Trier), Prof. Dr. Hannes Lampe und Dmitrij Minkin (beide Universität Kassel) insgesamt 82.324 Patente von 1.605 europäischen Hochschulen aus den Jahren 2000 bis 2020 untersucht.
Zentrales Ergebnis: In der Rangliste der 30 Hochschulen mit den meisten disruptiven Patenten belegt die TUD bei insgesamt 1.600 angemeldeten Patenten, davon 62 sogenannte disruptive Patente Platz 1 bundesweit und den 7. Platz in Europa. Disruptive Patente sind bahnbrechende neue Erfindungen und Technologien, mit dem Potential, neue Standards zu setzen. Bemerkenswert ist dabei die von den Studienautoren beschriebene Konzentration: Die 30 patentstärksten Hochschulen stellen zwar nur 23,36 Prozent aller Hochschulpatente in Europa, vereinen aber 34,66 Prozent aller disruptiven Patente auf sich.
Von der Erfindung zum Geschäftsmodell: die International TUD|excite Summer School als Praxisbeispiel
Dass die TUD dieses Potenzial nicht nur erforscht, sondern aktiv hebt, zeigt u. a. die International TUD|excite Summer School, welche vergangene Woche in Kooperation mit der Startup Factory boOst sowie EUTOPIA stattfand. Hierbei arbeiteten rund 30 Nachwuchswissenschaftler:innen in internationalen, interdisziplinären Teams an ausgewählten Patenten der TUD. Ziel ist es, aus realen Technologien und Schutzrechten neue Produktideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln – bis hin zum abschließenden Startup-Pitch. Studienautor und akademischer Leiter der Summer School Prof. Dr. Jörn Block sieht genau hier den Anknüpfungspunkt zwischen Forschung und Praxis: „Ein Format wie unsere Summer School hilft enorm, Wissenschaftler:innen für das Thema Entrepreneurship zu sensibilisieren. Es findet ein Perspektivwechsel statt. Wissenschaftler:innen sind gezwungen, sich zu überlegen, was es braucht, um Erfindungen und Technologien in marktfähige Produkte zu überführen und dann eventuell Unternehmen zu gründen. Das ist alles andere als trivial. Die Spielregeln sind gänzlich anders."
Hintergrund: Was macht ein Patent disruptiv?
In der aktuellen Studie unterscheiden die Forscher, ob eine Erfindung eine bestehende technologische Entwicklung lediglich fortführt (inkrementell), oder ob sie einen neuen technologischen Pfad begründet (disruptiv).
Gemessen wird das über den sogenannten CD-Index, der auf Zitationsmustern basiert: Disruptive Patente werden von nachfolgenden Erfindungen besonders häufig zitiert – gleichzeitig verlieren die Patente, auf denen sie eigentlich aufbauen, an Bedeutung, weil die neue Erfindung eine eigene Linie eröffnet. Als disruptiv gilt ein Patent, wenn es innerhalb seines Technologiefelds und Anmeldejahrs zu den obersten fünf Prozent zählt. Von den über 82.000 untersuchten Patenten erfüllten am Ende nur 4.512 dieses Kriterium.
Die Autoren betonen: Genau diese wenigen Patente sind es, die den technologischen Fortschritt maßgeblich prägen. Ihre Hochschulen sind damit nicht nur akademisch, sondern auch technologiepolitisch von besonderer Bedeutung – als Ausgangspunkt für neue Industrien, Ausgründungen und Wertschöpfung, die weit über die einzelne Erfindung hinausreicht.
Über TUD|excite
Das TUD|Exzellenzcenter für Innovation, Transfer und Entrepreneurship (TUD|excite) bündelt die zentralen Aktivitäten der TU Dresden rund um Wissens- und Technologietransfer, Patentmanagement und Ausgründungen unter einem Dach – von der Sicherung und Verwertung von Schutzrechten (excite|PATENTS) über die Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis (excite|INNOVATE) bis zur Gründungsunterstützung (excite|STARTUP).
Studie: Block, J.; Lampe, H.; Minkin, D. (2026): „Viel bedeutet nicht immer disruptiv – Wo entstehen an Europas Hochschulen bahnbrechende Erfindungen?", Forschung & Lehre, Ausgabe 9/26, S. 40–42.
Pressekontakt:
Technische Universität Dresden
TUD|excite – TUD Exzellenzcenter für Innovation, Transfer und Entrepreneurship
Sarah Haaß, Kommunikationsmanagerin, E-Mail: