Sicherheitsrelevante Forschung an der TUD
Inhaltsverzeichnis
Die Technische Universität Dresden (TUD) zählt zu den forschungsstärksten und innovativsten Universitäten Deutschlands. Als Exzellenzuniversität ist sie der wissenschaftlichen Neugier und dem Fortschritt ebenso verpflichtet wie der verantwortungsvollen Gestaltung von Technologien und Wissen. Gerade im Spannungsfeld sicherheitsrelevanter Forschung ist es wichtig, exzellente Wissenschaft mit dem Bewusstsein für mögliche Risiken und gesellschaftliche Auswirkungen zu betrachten.
Positionspapier zu sicherheitsrelevanter Forschung
Im Positionspapier zu sicherheitsrelevanter Forschung definiert die TUD ihre Haltung und ihren institutionellen Auftrag in diesem Bereich und bekennt sich zu einem proaktiven und transparenten Umgang mit Forschungsprojekten, die duale Verwendbarkeit, ethische Dilemmata oder potenzielle Sicherheitsrisiken berühren. Forschung soll Freiheit genießen – gleichzeitig müssen mögliche Gefahren für Mensch, Gesellschaft und Umwelt frühzeitig erkannt und minimiert werden.
Das Positionspapier der TUD entstand in einem partizipativen Prozess unter Beteiligung von Mitgliedern aller Statusgruppen und wurde mit großer Mehrheit im Senat verabschiedet. Es definiert grundlegende Prinzipien für den Umgang mit Forschung, die Sicherheitsfragen aufwirft. Es dient als Leitfaden für Wissenschaftler:innen und schafft Klarheit über die Erwartungen der Universität an eine verantwortungsvolle Forschungspraxis. Darin werden folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Forschungsfreiheit als Grundpfeiler: Die TUD steht klar für die Freiheit der Wissenschaft ein – jedoch immer im Einklang mit gesetzlichen und ethischen Rahmenbedingungen.
- Risikobewusstsein und Prävention: Forscher:innen werden dazu angehalten, mögliche Risiken ihrer Arbeit frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten.
- Transparenz und Dialog: Zur Bündelung von Aktivitäten richtet die TUD eine Vernetzungsplattform für sicherheitsrelevante Forschung ein – als zentrale Anlaufstelle für Information, Orientierung und Austausch.
- Compliance und Rechtssicherheit: Die Einhaltung nationaler und internationaler Vorschriften (z. B. Exportkontrollrecht) ist verbindlich.
Begleitend zum Positionspapier findet an der TUD die Vortragsreihe „Sicherheitsrelevante Forschung“ statt. Nach dem Auftakt mit Herfried Münkler wird die Reihe im Wintersemester 2026/27 fortgesetzt.
Exportkontrolle in der Forschung
Universitäten müssen sicherstellen, dass sensibles Wissen und Technologien nicht missbräuchlich verwendet werden. Als international ausgerichtete Forschungsuniversität unterliegt die TUD strengen nationalen und europäischen Exportkontrollvorschriften – insbesondere bei sogenannten dual-use-Gütern, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Unsere Maßnahmen zur Exportkontrolle in der Forschung dienen dazu, eine missbräuchliche Verwendung zu verhindern. Dabei unterstützen wir unsere Forschenden mit umfangreichen Maßnahmen und Beratung.
Die Kommission Verantwortung in der Wissenschaft (KVW)
Um Forscher:innen bei der Einordnung und Bewältigung sicherheitsrelevanter Fragen zu unterstützen, hat die TUD die Kommission Verantwortung in der Wissenschaft” (KVW) eingerichtet. Die KVW unterstützt Forschende durch Beratung und Beurteilung ethischer und rechtlicher Aspekte in sicherheitsrelevanten Fragen und spricht Empfehlungen aus. Ein zentrales Instrument der Kommission sind die Leitlinien zum Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken.
Die KVW steht allen Mitgliedern der TUD als Anlaufstelle für Fragen, Unsicherheiten oder konkrete Beratungsbedarfe zur Verfügung. Durch ihre Arbeit trägt sie dazu bei, dass Forschung an der TUD nicht nur exzellent, sondern auch verantwortungsvoll erfolgt.
Mit einer klaren Positionierung zu sicherheitsrelevanter Forschung und unterstützenden Strukturen wie der KVW setzt die TUD in geopolitisch herausfordernden Zeiten ein Zeichen für eine verantwortungsvolle Wissenschaft.