Jul 13, 2026
Fachtag-Bericht: Neue Impulse zum Umgang mit der DDR
Neue Impulse zum Umgang mit DDR-Geschichte
Bericht von Franziska Köhler
Am 3.7.26 widmete sich der Fachtag „DDR-Geschichte schreiben und vermitteln“ definitorischen Fragen von Diktaturgeschichte, dem jugendlichen Interesse an der DDR, und dem gesellschaftlichen Umgang mit dieser Vergangenheit. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Technik- und Wirtschaftsgeschichte und der Didaktik der Geschichte der TUD.
In drei Keynotes wurden verschiedene Schwerpunkte der DDR-Geschichtsforschung beleuchtet. Jörg Ganzenmüller (Dresden/HAIT) untersuchte, wie sich DDR-Geschichte als Diktaturgeschichte vermitteln lasse. Die an den Vortrag anschließende Diskussion nahm die praktische Umsetzung im Schulalltag in den Fokus. Diskutiert wurden unter anderem die Chancen und Herausforderungen von Exkursionen im schulischen Rahmen und die Frage nach einer Verpflichtung solcher Exkursionen.
Kathrin Klausmeier (Göttingen/Georg-August-Universität Göttingen) stellte Schülervorstellungen zur DDR vor. Anhand einer aktuellen Replikationsstudie konnte Klausmeier einen Wandel in diesen Vorstellungen nachweisen. Interessant scheint hier auch ein Einbezug von Vorstellungen in Ober- und Realschulen, in denen die Ost-Identität (so der Bericht aus dem Publikum) eine große Rolle zu spielen scheint.
Die Vortragsreihe schloss Dagmar Ellerbrock (Dresden/TUD). Sie sprach zu gewolltem Nicht-Wissen und dem Umgang ehemaliger DDR-Bürger mit den eigenen Stasi-Akten. Die anschließende Diskussion befasste sich unter anderem mit der Möglichkeit einer Retraumatisierung in Bezug auf die eigene Vergangenheit in der DDR. Betont wurde die Bedeutung eines Rechts auf Nicht-Wissen.
Im Anschluss führten Sascha Ohlenforst und Sara Gätke (Dresden/TUD) durch eine Podiumsdiskussion. Cornelia Bruhn (Bautzen/Gedenkstätte Bautzen), Theresa Kempe (Dresden/TUD) und Nick Wetschel (Dresden/Gedenkstätte Bautzner Straße) versammelten junge Forschungsperspektiven und sprachen darüber, wie ihre Forschung anhand spezifischer Wissenschaftskommunikation wirksam in gesellschaftliche Zusammenhänge getragen werden kann. Schnittstellen, Unterschiede und Potenziale aktueller Fragen an DDR- und Transformationsgeschichte traten so deutlich vor Augen.
In der Diskussion. V.l.n.r Nick Wetschel, Cornelia Bruhn, Theresa Kempe, Sascha Ohlenforst, Sara Gätke