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Professur für Technik- und Technikwissenschaftsgeschichte

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Technikgeschichte als historische Disziplin

Technik begleitet uns von der Geburt bis zum Tod. Sie bestimmt unser Arbeitsleben und strukturiert die Freizeit, erleichtert oft den Alltag, sorgt für Information, Mobilität und Unterhaltung. Wir sind von technisch geformten Infrastrukturen abhängig. Andererseits birgt technischer Wandel Risiken für Mensch, Gesellschaft und Natur. Dabei ist Technik nicht als zu sich selbst findende Vernunft zu begreifen, sondern als Hybridwesen, geformt aus natürlichen und technischen Elementen sowie sozialen Gegebenheiten und kulturellen Imprägnierungen.

Zwischen Technik-, Kultur- und Gesellschaftsentwicklung gibt es daher überaus dichte strukturelle Verflechtungen. Technikgeschichte erzählt also keineswegs nur von den technischen, wissenschaftlichen und ökonomischen Voraussetzungen, sondern mehr noch davon, wie diese mit sozialen und kulturellen Faktoren zusammenwirkten und ebenso davon, dass die Produktion von Sachen stets auch die Herstellung von Bedeutungen ist.

Für uns sind technische Handlungen und die hierfür benötigten Wissensformen sowie der Gebrauch und die Aneignung von Artefakten in allen Lebensbereichen von Interesse. Forschungsschwerpunkte in Dresden bilden die vergleichende Untersuchung von Innovationskulturen, die Technik- und Industriegeschichte Sachsens und der DDR, die Ideengeschichte der Technik sowie die Geschichte der Bautechnik und des technischen Wissens.

Technikgeschichte fragt danach, wie der Mensch zur Technik und die Technik zum Menschen gekommen sind. Sie interessiert sich dafür, wie die Technik ihre gesellschaftsverändernde und kulturformende Bedeutung erlangen konnte und wie unsere Gegenwart durch technische und wissenschaftliche Entwicklungen in der Vergangenheit geprägt wird. Damit stellt sie zugleich Orientierungswissen bereit für aktuelle Debatten um Technik. Denn die immer wieder neu auf die Agenda gesellschaftlicher Aushandlungen zu setzenden Fragen, „haben wir die Technik, die wir brauchen, brauchen wir die Technik, die wir haben“? wird nicht ohne historische Kontextualisierung auskommen.

Prof. Dr. Thomas Hänseroth