03.03.2027
Filmschau "Die Beunruhigung" - aus der Reihe "SIE. Frauen im DDR-Film"
Die gemeinsam von ISGV und SLUB veranstaltete Filmreihe SIE. Frauen im DDR-Film zeigt von Oktober 2026 bis April 2027 an sieben Abenden Spiel- und Dokumentarfilme aus den 1970er- und 80er-Jahren. Der Eintritt ist frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Im Filmschaffen der DDR waren es interessanterweise zunächst eher Männer, etwa Konrad Wolf oder Heiner Carow, die den Blick auf den Alltag von Frauen warfen. In den 1980er-Jahren traten dann auch verschiedene Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen auf, etwa Evelyn Schmidt oder Christa Nickel, die mit ihren Filmen und Reportagen die Situation von Frauen kritisch reflektierten. Seit den 1970er-Jahren wurden in Kinofilmen der DDR alternative Lebensmodelle diskutiert. Sie zeigten gerade für Frauen andere, emanzipiertere Perspektiven auf. Ein Grund für diese auffällige Konzentration waren die Restriktionen der staatlichen Zensur- und Kulturpolitik der DDR. Zugleich spiegelt die Aufmerksamkeit für weibliche Lebensgeschichten eine größere Sensibilisierung für Fragen der Gleichberechtigung und Emanzipation, wie sie auch in der Bundesrepublik und anderen Ländern zu konstatieren ist.
Die Beunruhigung - Spielfilm, 1982, Regie: Lothar Warnecke, 99 min.
Die Psychologin Inge Herold ist Mitte 30, geschieden, hat einen 15-jährigen Sohn und ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Als sie erfährt, dass sie möglicherweise einen bösartigen Tumor in ihrer Brust hat und sich am nächsten Tag zur Operation ins Krankenhaus begeben muss, beginnt für sie eine Lebenskrise. Lothar Warneckes „Die Beunruhigung“ war eine Low-Budget-Produktion, die als teilweise improvisierter Spielfilm mit dokumentarischem Charakter in Schwarz-Weiß gedreht wurde. Einige Szenen entstanden in der Wohnung der Drehbuchautorin Helga Schubert. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen und gehörte zu den besucherstärksten DEFA-Filmen.