Dec 02, 2026
Filmschau "Martha" - aus der Reihe "SIE. Frauen im DDR-Film"
Die gemeinsam von ISGV und SLUB veranstaltete Filmreihe SIE. Frauen im DDR-Film zeigt von Oktober 2026 bis April 2027 an sieben Abenden Spiel- und Dokumentarfilme aus den 1970er- und 80er-Jahren. Der Eintritt ist frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Im Filmschaffen der DDR waren es interessanterweise zunächst eher Männer, etwa Konrad Wolf oder Heiner Carow, die den Blick auf den Alltag von Frauen warfen. In den 1980er-Jahren traten dann auch verschiedene Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen auf, etwa Evelyn Schmidt oder Christa Nickel, die mit ihren Filmen und Reportagen die Situation von Frauen kritisch reflektierten. Seit den 1970er-Jahren wurden in Kinofilmen der DDR alternative Lebensmodelle diskutiert. Sie zeigten gerade für Frauen andere, emanzipiertere Perspektiven auf. Ein Grund für diese auffällige Konzentration waren die Restriktionen der staatlichen Zensur- und Kulturpolitik der DDR. Zugleich spiegelt die Aufmerksamkeit für weibliche Lebensgeschichten eine größere Sensibilisierung für Fragen der Gleichberechtigung und Emanzipation, wie sie auch in der Bundesrepublik und anderen Ländern zu konstatieren ist.
- Martha - Dokumentarfilm, 1978, Regie: Jürgen Böttcher, 56 min
- Erinnerungen - Zwei Frauen in Leipzig - Dokumentarfilm, 1981, Regie: Janos Gyarmati, 17 min
Während Martha im gleichnamigen Film auf mehr als 30 Jahre Arbeit als Frau unter Männern auf dem Bau in Berlin zurückblickt, dokumentiert „Erinnerungen – zwei Frauen in Leipzig“ die Biografien und den Alltag von Waltraut Kosetzka und Inge Arnold, die durch ihre Arbeit zum Wiederaufbau Leipzigs beitrugen. Die beiden Dokumentarfilme porträtieren sogenannte Trümmerfrauen in der DDR und fragen danach, wie Krieg, Wiederaufbau und Nachkriegszeit ihre Lebenswege geprägt haben. Sie geben ihren Erfahrungen, Erinnerungen und Perspektiven Raum.