26.06.2026; Vortrag
Einladung zum Vortrag: Das Böse und der Fürst der Welt
Wie wurde das Böse in der Kunst sichtbar gemacht? Welche Rolle spielten die sieben Todsünden für das christliche Weltverständnis, und wie veränderten sich diese Vorstellungen an der Schwelle zur Frühen Neuzeit?
Anlässlich der Ausstellung Sieben Sünden. Kunst zwischen Versuchung und Widerstand zeichnet Jürgen Müller die Entwicklung der Sünden- und Lasterikonographie vom späten Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert nach. Anhand von Werken unter anderem von Hieronymus Bosch, Hans Holbein d. J. und Pieter Bruegel d. Ä. zeigt er, wie sich aus mittelalterlichen Vorstellungen von Sünde, Verführung und Weltgericht alltagsnahe Darstellungen menschlicher Laster entwickelten. Ein Ausblick auf die filmische Rezeption – von Fritz Langs Metropolis bis zu David Finchers Se7en – verdeutlicht die anhaltende Aktualität des Themas.