03.02.2027
Filmschau "Winter Adé" - aus der Reihe "SIE. Frauen im DDR-Film"
Die gemeinsam von ISGV und SLUB veranstaltete Filmreihe SIE. Frauen im DDR-Film zeigt von Oktober 2026 bis April 2027 an sieben Abenden Spiel- und Dokumentarfilme aus den 1970er- und 80er-Jahren. Der Eintritt ist frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Im Filmschaffen der DDR waren es interessanterweise zunächst eher Männer, etwa Konrad Wolf oder Heiner Carow, die den Blick auf den Alltag von Frauen warfen. In den 1980er-Jahren traten dann auch verschiedene Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen auf, etwa Evelyn Schmidt oder Christa Nickel, die mit ihren Filmen und Reportagen die Situation von Frauen kritisch reflektierten. Seit den 1970er-Jahren wurden in Kinofilmen der DDR alternative Lebensmodelle diskutiert. Sie zeigten gerade für Frauen andere, emanzipiertere Perspektiven auf. Ein Grund für diese auffällige Konzentration waren die Restriktionen der staatlichen Zensur- und Kulturpolitik der DDR. Zugleich spiegelt die Aufmerksamkeit für weibliche Lebensgeschichten eine größere Sensibilisierung für Fragen der Gleichberechtigung und Emanzipation, wie sie auch in der Bundesrepublik und anderen Ländern zu konstatieren ist.
Winter Adé - Dokumentarfilm, 1988, Regie: Helke Misselwitz, 116 min
Ein Jahr vor dem Mauerfall begibt sich die Regisseurin Helke Misselwitz auf eine filmische Reise durch die DDR. Im Zug, am Arbeitsplatz oder zu Hause begegnet sie Frauen unterschiedlichen Alters und fragt nach ihrem Alltag im real existierenden Sozialismus. Das Ergebnis ist ein ungeschöntes Porträt über weibliche Lebensrealitäten in der DDR, über unerfüllte Lebenswünsche, harte Doppelbelastungen und die Sehnsucht nach echter Emanzipation. Zwischen Brikettfabriken und Punk-Subkultur fängt dieser DEFA-Dokumentarfilm feinfühlig die aufkommende Umbruchstimmung seiner Zeit ein.