Exkursionen und Veranstaltungen
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© Hannah Drescher
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Hier finden Sie eine Liste vergangener Veranstaltungen und Exkursionen der Kunstpädagogik - einfach ausklappen und hinein stöbern.
Immer wieder hören wir „Horrorstorys“ über das Referendariat. Diese lassen besonders Lehramtsstudent*innen mit vielen Fragezeichen und Ängsten zurück. Sie fragen sich, wie sie das Arbeitspensum bewältigen sollen, welche Aufgaben direkt auf sie zukommen, was sie im Seminar erwartet und wie sie mit Konflikten umgehen können.
Im Rahmen der Veranstaltung „Picknickrunde – Austausch und Fragen rund ums Ref“ hatten Studierende vergangenen Mittwoch, den 21.05.25, die Chance, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Bei einem kühlen Getränk auf Picknickdecken konnten sie mit ausgebildeten Lehrkräften im Fach Kunst, Fachausbildungsleiter*innen aus Sachsen und Referendar*innen ins Gespräch kommen.
Wir danken den Referent*innen: Kristin Bechert, Franka Mehringer, Theresa Sachse, Sebastian Wahren und Stephanie Blodig von Sternfeld, dass sie sich Zeit genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten.
Weiterer Dank gilt Dr. Antje Dudek und Elise Leipart für die Planung des Abends.
Und danke an alle Studierenden, die an der Veranstaltung teilgenommen und Fragen gestellt haben.
21.05.2025
Im Wintersemester 2024/25 haben wir in der 128. Oberschule “Carola von Wasa” unsere Schulpraktischen Übungen (kurz SPÜ) absolviert. In diesem Rahmen gestalteten wir gemeinsam eine aus vier Doppelstunden bestehende Unterrichtsreihe für eine 5. Klasse.
Über den Zeitraum von vier Wochen tauchten die Schüler*innen in das Zeitalter der Steinzeit ein und lernten diese durch verschiedene Themenbereiche näher kennen, um schlussendlich eine eigene Höhle zu erschaffen.
Begonnen wurde mit der Herstellung eigener Farben aus Naturmaterialien, darunter Kurkuma, Paprika, Erde und Kohle, mit welchen erste Erprobungen zu typischen Höhlenmalereien durchgeführt wurden. Um die Ergebnisse der Herstellung festzuhalten, fertigten die Lernenden Studienblätter an. In der nächsten Unterrichtseinheit lernten sie vorerst weitere spannende Informationen zu Höhlenmalereien kennen, die anschließend zur Umsetzung der eigenen Malereien genutzt werden konnten. Weiterführend teilten wir die Klasse in Dreiergruppen ein, die sich in folgende Stationsarbeiten aufteilten: Blätterdruck mit Gouachefarbe, Knochen aus Salzteig und Fledermäuse aus Fotokarton. Die daraus entstandenen Ergebnisse wurden in Gruppenarbeit während der letzten Doppelstunde zu Höhlen in Schuhkartons zusammengefügt. Als Wandverkleidung fügten die Schüler:innen die Höhlenmalereien zu Panoramas zusammen, der Boden wurde mit Blätterdruckarbeiten bedeckt und sowohl Knochen, als auch Fledermäuse dienten zur individuellen Gestaltung.
Neben der Fertigstellung der Höhle bot die letzte Einheit ebenfalls einen Raum für Feedback der Lernenden, welches überwiegend positiv ausgefallen ist.
Rückblickend sind wir alle mit dem Verlauf unserer Stunde und den Ergebnissen der Klasse sehr zufrieden. Wir förderten die Kinder in verschiedenen Lernbereichen, darunter Malerei, Plastik und Druck, und erforschten damit erste Umsetzungsmöglichkeiten kunstpädagogischer Unterrichtsgestaltung. Als Gruppe lernten wir, kollaborativ zu arbeiten, wobei wir unsere unterschiedlichen Ansätze zu einer komplexen Projektarbeit zusammengefügt haben. Zwei aus unserer Gruppe hatten außerdem die Möglichkeit, Erfahrungen im Bereich Team-Teaching zu sammeln.
Für die umfassenden Eindrücke und Erfahrungen, die wir während unserer SPÜ sammeln durften, sind wir sehr dankbar und nehmen uns wichtige Erkenntnisse für unser späteres Berufsleben als Kunstlehrerinnen mit.
Wintersemester 2024/25
Von Raumprinzip Schule bis zu Robotersinfonien – man ist überrascht, wie vielfältig die Gestaltung des kunstpädagogischen Alltags aussehen kann. Darüber und mehr wurde im Format Love Actually berichtet. Pünktlich zum Winterbeginn ging die Veranstaltung am 02.12. mit Gebäck und Punsch in die nächste Runde. Dieses Mal waren Anke Grohmann von der Freien Waldorfschule Dresden, Cornelia Ley von der Goethe Oberschule Heidenau und Kerstin Chill vom Gymnasium Dresden Johannstadt zu Gast. Sie schufen durch ihre Beiträge und Diskussionen über schulübergreifende Vernetzung, den eigenen Kunstbegriff und räumliche Gegebenheiten eine Brücke für die anwesenden Studierenden in die Zukunft zur Kunstpädagogischen Praxis als Lehrperson. Die von Christin Lübke ins Leben gerufene und von Antje Dudek moderierte Veranstaltung lädt Referent/-innen aus dem Schulalltag ein. Partizipativ wird über Erfahrungen, Besonderheiten, Inspirationen sowie Theorie und Praxis der jeweiligen Schulpraxis geredet und ein Austausch anregt.
Räume zwischen Physis und Atmosphäre
//GenerationenübergreifendVerstehen //AngebotUndNachfrage //SchaffenRaumZuSchaffen
Ein weiterer Kernaspekt war das Verständnis des Kunstunterrichts als Raum. Das Prinzip der Räumlichkeit ging bei allen Referent/-innen über die physischen Gegebenheiten hinaus zur Atmosphäre und zur digitalen Welt. Als Lehrperson muss ich eine Lernumgebung schaffen, in der Schüler/-innen frei agieren können – eine Atmosphäre, in der sie Kreativität entdecken und entfalten. Das kann bereits durch einfache Dinge geschehen, wie das Hören von Musik oder das Erfragen nach den aktuellen Interessen der Jugendlichen, um diese in den Unterricht einzubinden. Ebenso wichtig ist es, Raum für Reflexion zu schaffen, in dem sowohl Lernende als auch Lehrende ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam wachsen können. Eigene Erfahrungen und das stetige Informieren über die Lebenswelt der Jugendlichen sind dabei also entscheidend. Die Lehrperson entwickelt ein Angebot, orientiert an der Nachfrage der Lernenden. Der atmosphärische Raum wird dabei durch den physischen ergänzt – von Gruppenarbeitstischen bis zu Werkstattbesuchen und Projekten über den Unterricht hinaus.
Ausstellen und Darstellen
//WertschätzenLehrenUmWertschätzenZuLernen //ZeigenUndSehen //WertVonKunstVermitteln
Das Ausstellen der im Unterricht geschaffenen künstlerischen Arbeiten ist ein Schlüssel zur Wertschätzung. Alle Erfahrungsberichte betonten, dass das Ausstellungsprinzip das Wertschätzen der Arbeit der Lernenden aber auch die Wertschätzung der Kunst selbst fördert, ganz nach dem Prinzip: zeigen, was man geschafft hat und Kunstunterricht sichtbar machen. Somit wurde mir klar: Als Lehrperson bin ich verantwortlich für diese Angebote – eine große, aber erfüllende Aufgabe, wie alle Teilnehmenden berichteten. Die Berichte zur Thematik Ausstellung und Wert von Kunst reichten von Stadtmauer- Gestaltungen bis hin zum Besuch von Kunstauktionen bis zu Online-Ausstellungen. Schon das tägliche Vorbeigehen an eigenen Werken im Schulhaus kann den Lernenden eine große Wertschätzung ihrer Arbeit vermitteln.
Selbstsuche nach Kunstbegriff und -Praxis
//ZeitFürZeit //MorgenkaffeUndKunst //KünstpraxisStudierenundProbieren
„Schafft euch einen eigenen Kunstbegriff, schafft euch Zeit für Zeit, Zeit für Selbstwirksamkeit und Zeit für die eigene künstlerische Praxis“. Dieser Satz zeigt, dass Kunstlehr/-innen ihr Lehrhandeln und eigene Kunstpraxis miteinander verweben sollten.Ebenso wie wichtig es ist seinen eigenen Kunstbegriff (schon im Studium) zu schaffen und diesen stets zu erweitern. Das kann durch wöchentliche Atelierarbeit, das Ausprobieren neuer Dinge oder das Erkunden aller Medien geschehen. Auch das tägliche Lesen eines Kurzartikels über Neues in der Kunstwelt oder Künstlerbiografien wurde empfohlen, mit dem Zusatz: „Das kann auch beim morgendlichen Kaffee geschehen.“ Das eigene Können zu schärfen, um den Schüler/-innen ein breites Repertoire an Praktiken fachgerecht anbieten zu können, ist entscheidend. Ebenso wichtig ist kreatives Um-die-Ecke-Denken, wie eine Referentin amüsant berichtete: „In die Architekturwelt eintauchen und Installationen im öffentlichen Raum schaffen, indem man einfach mal Fußwege in San Marino baut.“ Natürlich kann dies noch einfacher sein, falls man nicht so schnell nach Mittelitalien kommt: indem man während des Studiums viele Praxiskurse belegt und diese möglichst breit fächert.
Sorglos ins Ref und neugierig bleiben
//KollektivSchule //HilfeundAustausch //Robotersinfonie
Eine Frage, die alle Studierenden während der Fragerunde interessierte, war, wie man es während der Zeit des Referendariats schafft, mit der großen Menge an Herausforderungen umzugehen. Ebenso bestand Interesse, wie man künstlerisch aktiv bleibt, trotz der mangelnden Zeit. Der Referent/-innen hatten darauf einstimmig Antworten parat, um diese Ängste zu nehmen: „Schafft euch ein Netzwerk.“ Hier wurde besonders auf das kollektive Arbeiten in der Schulwelt hingewiesen. Man sollte keine Angst haben, nach Hilfe zu fragen, Beziehungen über Zeit aufzubauen, Erfahrungen zu sammeln, sich auszutauschen und zu reflektieren. Darüber hinaus soll man stets neugierig bleiben und innovative Projektformate finden – das Vernetzen untereinander hilft dabei, diese zu realisieren. Besonders inspirierend waren hier die Berichte über Schulkooperationen und gemeinsame Ausflüge in neue Umgebungen, beispielsweise nach Florenz. Aber auch die Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Institutionen, wie die Kooperation des Gymnasiums Dresden-Johannstadt mit dem Festspielhaus Hellerau und der TU Dresden, bei der ein performatives Theaterstück mit Robotersinfonie geschaffen wurde, wurde hervorgehoben.
Gemeinsam erhielten wir einen spannenden Einblick in die Schulpraxis. Vor allem die einladende und lockere Atmosphäre schuf einen sicheren Raum, indem Erfahrungen ausgetauscht und viele Fragen beantwortet werden konnten. Ich bin gespannt was die nächste Runde und dessen Referent/-innen von Love Actually mit sich bringen.
12.2024
Diese Frage stellen wir uns im Seminar „Manifest: Zusammenleben unterschiedlicher Lebensformen“.
Diese Woche waren wir im Archiv der Avantgarden und haben Isabell Baldermann, Leitung der Vermittlung im ADA, getroffen. Sie hat uns im Rahmen des Seminars eine Einführung in die Archivarbeit gegeben. Für den 26. November entstehen auf der Grundlage der Recherche verschiedener Manifeste im ADA performative Interventionen. Zur Präsentation besuchen uns Isabell Baldermann und die Archivarinnen des ADAs.Wie stellst du dir die Schule der Zukunft vor?
11.2024
Am 08. Oktober 2024 waren Tabea Becher und Elise Leipart eingeladen am Fachtag der Kulturagent*innen Berlin ein Manifest mit den Teilnehmenden zu der Frage zu erstellen: Welche Kompetenzen braucht die Schule der Zukunft?
Teilnehmenden waren Akteur*innen von Schulen aus ganz Berlin, vom Berliner Senat Künstler*innen.
Friderike Koal und Tabea Becher haben das Manifestformat im Sommersemester 2024 im Rahmen des Seminars „Zusammenleben unterschiedlicher Lebensformen im Kontext Schule“ bei Dr.in Silke Ballath entwickelt.
Im Wintersemester 2024/25 findet das Seminar „Manifest: Zusammenleben unterschiedlicher Lebensformen im Kontext Schule“ in Zusammenarbeit zwischen Friderike Koal, Tabea Becher und Dr.in Silke Ballath und in Kooperation mit Isabell Baldermann / Archiv der Avantgarden statt.
Traditionen müssen bewahrt werden und so ging es auch in diesem Jahr für den Fachbereich der Kunstpädagogik in die Lagunenstadt Venedig. Bereits am ersten Tag wurden wir von der einzigartigen Atmosphäre der Stadt begrüßt und konnten die malerischen Kanäle und engen Gassen erkunden, die Venedig so unverwechselbar machen.
Ein absolutes Highlight unserer Exkursion war natürlich der Besuch der weltberühmten Kunstbiennale. Unter dem diesjährigen Titel „Foreigners Everywhere“ erkundeten wir zwei Tage lang das weitläufige Gelände der 60. Biennale. Zu bestaunen gab es zeitgenössische Kunst aus der ganzen Welt, durch die wir wertvolle Eindrücke für unsere eigene künstlerische Praxis mitnehmen konnten.
Neben dem Besuch der Biennale fanden auch Exkursionen in das jüdische Ghetto, einem bedeutenden Bestandteil der venezianischen Geschichte und in die Peggy Guggenheim Collection, bei der es zahlreiche Werke von Künstler*nnen zu bestaunen gab, statt. Damit ging eine Woche voller Kunst und Kultur zu Ende.
Die Mischung aus historischen Erkundungen und zeitgenössischer Kunst hat uns tief beeindruckt und inspiriert. Venedig, wir sagen Danke und freuen uns schon jetzt auf unseren nächsten Besuch!
Im Seminar denken wir darüber nach: Welche Formen finden sich, um künstlerische und edukative Prozesse der Vielstimmigkeit im öffentlichen Raum zu verhandeln und zu experimentieren?
Bei der Exkursion nach Berlin haben wir die Ausstellung des Künstler*innenkollektivs Kotti-Shop / Superfuture „forms of negotiation“ in der
Berlinische Galerie besucht und den Tag mit dem Kollektiv in ihrem Atelier und Projektraum am Kotti verbracht und gemeinsam gezeichnet. Wir haben darüber geredet, welche Praktiken, Beziehungen, Geschichten und Erinnerungen in diesem Raum aufeinander treffen und wer sich wie im Stadtraum einzeichnen kann…
Kotti-Shop / Superfuture hat in den letzten 15 Jahren eine kollektive und künstlerische Praxis mit der Nachbarschaft im Kreuzbergzentrum entwickelt und erforscht. Sie experimentieren und praktizieren gemeinsam mit den Bewohner*innen Formen des (aktivistischen und) künstlerischen Aushandelns entlang der vielfältigen Widersprüche.
Kunsttag am Gymnasium Nossen | Zusammenarbeit mit Antje Dudek und Georgia Heidenreich | Juni 2023
Am 22. Juni fand der „Tag der Kunst“ für die 8. Klassen statt. Dazu verwandelten sich einige Räume an der Schule in kreative Ateliers und Werkstätten und die Schülerinnen und Schüler konnten sich in mindestens zwei von insgesamt acht künstlerischen Workshops, die von Studierenden der Kunstpädagogik der TUD – mit Unterstützung ihrer Dozentinnen Dr. Christin Lübke und Dr. Antje Dudek – entwickelt und geleitet wurden, ausprobieren:
Es wurden Naturmaterialien zum künstlerischen Gestalten ausgetestet, kleine Stop-Motion-Filme entstanden – nach denen man die Gegenstände aus der Federtasche mit anderen Augen betrachtet- und die Jugendlichen entdeckten, wie sie den Raum durch ihren Körper verändern können und selbst Teil eines Kunstwerkes werden. Das gemeinsame Spielen verwandelte sich vom Gesellschaftsspiel in einen künstlerischen Akt, bei dem am Ende gemeinsam neue Bildwirklichkeiten geschaffen wurden.
Fäden spannten sich installativ und performativ durch Räume und es wurde auch mit ganzem Körpereinsatz über große Flächen gezeichnet. Während in einem Raum die ersten eigenen geheimnisvollen künstlerischen Hutkreationen geschaffen wurden, konnte man an anderer Stelle beobachten, wie die Jugendlichen mit Neonfarben in der Dunkelheit eigene Choreographien vom Spiel mit Licht und Dunkelheit entwickelten. Der Tag war insgesamt ein kleines Kunstwerk, da die Jugendlichen mit Eifer, Elan und voller Ideen in den Projekten arbeiteten und selbst der ein oder andere Kunstmuffel sich an diesem Tag in einen Experten oder eine Expertin verwandelte.
Nachdem im Seminar mehrer Woche in der Gruppe anhand von Reproduktionen, kleineren Übungen und Texten über verschiedene Sprachformen der Bildenden Kunst (Grafik, Malerei, Collage, Plastik, Installation, Performance, Fotografie, Mixed Media usw.) gesprochen und diskutiert wurde, haben wir uns auf den Weg nach Berlin gemacht, um präsent mit verschiedenen künstlerischen Positionen in einen Dialog zu treten. Zunächst haben wir uns in das Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin Charlottenburg begeben, um uns anhand verschiedener Impulse mit den ausdrucksstarken, dichten Grafiken in Bezug zu setzen. Hell-Dunkel-Untersuchungen, Körperdarstellungen und dichotomische Begriffscluster (Nähe, Distanz, Bewegung, Stille, Liebe, Hungrem Leichtsinn, Kraft, Schwäche, Wärme, Kälte … ) schärften unseren Blick auf die Bilder. Es ging darum, konzentriert und in aller Ruhe, genau hinzusehen . Anschließen haben wir die Ausstellung „Broken Music Vol.2“ im Hamburger Bahnhof besucht. Die Plurailtät künstlerischer Ausdrucksformen, die sich am Medium der Schallplatte im Zuge der Erweiterung des Kunstbegriffes abgearbeitet haben, war visuell und auditiv schlichtweg überwältigend. Sowohl als künstlerisches Objekt in Installationen, Perfromances und Lesungen als auch auch als Gegenstand zugleich körperlosen und körperbezogenen Klangs rückte die Schallplatte als vielseitig verwobene Sprachform der Bildenen Kunst in den Fokus unserer Auseinandersetzung.
„Ästhetisch-didaktisches Labor: Körper und Bewegung in kunstpädagogischen Prozessen“ im Wintersemester 2022/23 bei Antje Dudek
Von der zeichnenden Hand bis hin zum Körper als Material in der Performance Art: Der Körper ist wesentlich am künstlerischen Arbeiten beteiligt. Im Mittelpunkt des ästhetisch-didaktischen Labors steht die künstlerische Recherche der Studierenden mit dem Ziel, Aufgabenimpulse und Vermittlungskonzepte zu entwickeln, zu erproben und zu reflektieren. Das Labor widmet sich dabei u.a. folgenden Fragen: Wie schreibt sich Bewegung in künstlerische Produkte ein? Was geschieht, wenn der Körper zum zentralen künstlerischen Medium wird? Wie kann bewegter Kunstunterricht aussehen und welche Potenziale wohnen ihm inne? Wie können Körperwahrnehmung und -erfahrung kunstpädagogisch initiiert werden?
In Gruppen entwickeln die Studierenden Vermittlungskonzepte und führen daraus ausschnitthaft Erprobungen mit ihren Kommiliton*innen durch. Diese…
…entwickelten „unpraktische Hüllen“ aus verschiedenen (Natur-)Materialien und präsentierten diesem am Körper getragen.
…bewegten sich in Gruppen durch Flure und Räume des Seminargebäudes und inszenierten temporäre Körperplastiken im Zusammenspiel mit der Architektur.
…experimentierten mit non-verbaler Kommunikation in gestischer Improvisation.
…modifizierten ein individuelles Körpermerkmal durch Hautbemalung und andere visagistische Eingriffe.
…erkundeten Naturmaterialien haptisch in einem stockfinsteren Zimmer und gestalteten taktile Landschaften.
…experimentierten mit dem Potenzial von Nylon für das plastische Arbeiten.
Sich mit einer Ausstellung und den dort ausgestellten Künstler*innen näher auseinanderzusetzen ist immer etwas Spannendes. Selten jedoch hat man die Chance mit den Personen hinter den Werken zu sprechen.
Im Rahmen des Seminars „Arbeit vor dem Original“ bei Karen Packebusch beschäftigte ich mich mit der Ausstellung „Eine Nuance zwischen Rot und Blau Vielleicht Purpur“ von Maja Gratzfeld und Anna Schapiro. Diese war singulär dem Farbstoff Purpur, dessen Historizität und Symbolfunktion gewidmet.
Doch wie vorgehen, wenn man noch nie etwas von diesen Kunstschaffenden gehört hat? Ich besuchte die Ausstellung in der Galerie Stephanie Kelly, sah mir die ausgestellten Werke mit ihren Beschreibungen an und versuchte sie zu ergründen. Ich fragte mich wie dieses oder jenes Werk wohl entstanden ist, was damit ausgedrückt wird und welche Botschaft(en) hinter den Werken verborgen sind. Ich las mir die Bemerkungen der Kuratorin zu der Ausstellung durch und betrachtete die Werke erneut. Manche Fragen klärten sich für mich, doch an ihre Stelle traten neue. And down the rabbit hole we go. Wo liegt der Ort, von dem im Flyer die Rede ist? Wie teuer ist Purpur? Sind das echte Tonscherben? Sie sehen so gleichmässig belichtet aus. Wurden die Scherben eingescannt oder abfotografiert? Wie sah so ein Purpur-Gefäß überhaupt aus?
Schlussendlich stand ich mit mehr Fragen als vorher da … und Google konnte die wenigsten davon beantworten.
Umso aufregender war es, dass ich mit der Künstlerin Maja Gratzfeld selbst über ihre Werke sprechen durfte. Ganz bodenständig erzählte sie mir von ihrem Arbeitsprozess: Wie alles mit ein paar Tonscherben am Strand begann, von ihrer Studienzeit in Dresden, wie sie an der Universität von Haifa über die Schultern von Archäolog*innen schauen durfte und ihr sich neue Welten eröffneten. Es war unglaublich faszinierend die Werke durch die Augen ihrer Schafferin zu sehen, einen Einblick in den Arbeitsprozess dieser zu erhaschen und anschließend mein neuerlangtes Wissen mit meinen Kommiliton*innen teilen zu können.
>> INTOTHE MILK OF DREAMS
7.-12. Juni 2022 Aller zwei Jahre begeben wir uns für eine Woche in die fragile, auf Holzbalken gebaute, dem Beton trotzenden und dem Untergang geweihten Stadt Venedig. Die Exkursion zur Kunstbiennale von Venedig hat im Fachbereich Kunstpädagogik Tradition.
Im Jahr 2022 hatte die italienische Kuratorin Cecilia Alemani die 59. Biennale unter den Titel eines Buches der britischen Surrealistin Leonora Carrington gestellt. THE MILK OF DREAMS verhandelt eine magische Welt von Transformationsprozessen. Für Alemani Programm: Erstmalig bestand die Ausstellung zu 90% aus Werken von weiblichen & genderneutralen Künstler*innen. Das war ein starkes Statement, dem wir uns stellten, hingaben, diskutierten und: zeichneten, staunten.
Am 16. Juni 2022 haben die achten Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und ihre Kunstlehrerin Georgia Heidenreich uns Lehramtsstudierende der TU Dresden zum Tag der Kunst nach Nossen eingeladen, um in kleinen Gruppen künstlerisch zu experimentieren und zu gestalten. In insgesamt neun verschiedenen Workshops, von denen jede/r Schüler/in zwei besuchen konnte, haben wir gemeinsam …
… Geräuschen und Klängen auf dem Schulgelände nachgespürt.
… performend kleine Grenzen überschritten.
… gerissen, zerschnitten, geklebt und collagiert.
… mit Farben gekleckst und gedrippt und dem Zufall Raum gegeben.
… das Wechselspiel von Licht und Schatten beforscht.
… mit unseren Körpern spannende Skulpturen geformt.
… Mode mal ganz anders erlebt und präsentiert.
… genau hingeschaut und in Bildern Geschichten erzählt.
… mit Lebensmitteln (leckere!) Landschaften inszeniert und fotografiert.
Sehr schnell zeigte sich, mit welcher Offenheit und Neugier die Schüler*innen der achten Klassen auch manch herausfordernder Aufgabe oder ungewöhnlichem Material begegnet sind. Dafür bedarf es einer großen Freude am Experimentieren, Spielen und Gestalten, die in jedem einzelnen Workshop zu spüren war. Die vielfältigen entstandenen Ergebnisse wurden zum Sommerfest am 07. Juli 2022 ausgestellt und konnten in den Kunsträumen betrachtet werden.
Wie äußern sich junge Lernende künstlerisch? Was nehmen sie wahr? Wie positionieren Sie sich? An welchen Orten bewegen Sie sich? Was bedeutet Jungsein in der Gegenwart? Was wollen junge Lernende gestalten und erfahren? Wie kann man mit jungen Lernenden ästhetisch forschen?
Um sich diesen für eine spätere Unterrichtspraxis wichtigen Fragen zu widmen, kamen im Seminar forschungsbezogene Vermittlungsansätze in der Weise zur Anwendung, dass Formen der Spurensuche und Spurensicherung, des Sammelns von Materialien aus jugendlichen Lebenswelten, des Dokumentierens von Prozessen mit Fotoapparat und Videokamera oder des Auswertens von erhobenem Material mittels neuer Ordnungssysteme genutzt wurden. Während des Seminars haben die Studierenden künstlerische Workshops für die Klassenstufen 5 bis 8 konzipiert, die wiederholend an zwei Tagen mit Schüler/innen der SRH-Oberschule durchgeführt wurden. Die Workshops bedienten eine lebendige Bandbreite an gestalterischen, technischen und forschenden Zugängen, deren gemeinsames Ziel es war, die Schüler/innen zu aktivieren und in das künstlerische Geschehen fragend, experimentierend und agierend zu involvieren:
- Paper Town – Gestalte dein Dresden von morgen! (Marie Künstler und Linda Plotzky)
- Bewegter Alltag – Objekte im Animationsfilm (Claudia Hirrel und Aurélie Strohmaier)
- Invasion – Streetart im Schulhaus (Caroline Gross und Loise Schreiber)
- IRL – Im realen Leben (Angela Weber und Christin Siebert)
- The World in Paper – Papier mal anders (Franziska Leonhardi)
- Kampf der Gegensätze (Kaya Kramer und Kevin Ernst)
- Back to the Roots – Natur als Kunst (Anne Winkel und Isabel Kessler)
- Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt (Antje Siekierka)
Im Anschluss wurden die Erfahrungen in der Schule zur Grundlage, um im Kontext des
Seminars kunstdidaktische Dynamiken und Handlungsfelder beschreibend, analysierend und reflektierend in den Blick zu nehmen. Im Zuge der Nachbereitung werden wissenschaftliche Poster entstehen, die das Vermittlungsgeschehen visuell veranschaulichen und in den Fluren des Instituts für Kunst- und Musikwissenschaft an der TU Dresden präsentiert werden.