22.09.2026
Dresdener Religionspädagogik auf der ersten kooperativen Konferenz aller wissenschaftlichen Religionspädagogiken vertreten
Naciye Kamçılı-Yıldız und Jan-Hendrik Herbst: Vortrag zur wissenschaftstheoretischen Metareflexion am letzten Tag der Tagung
Vom 17.–19. September fand die erste kooperative Tagung aller wissenschaftlichen Religionspädagogiken im CJD Tagungs- und Gästehaus Bonn statt, an der neben der katholischen Religionspädagogik (AKRK), die evangelische Religionspädagogik (GWR), die Islamische Religionspädagogik (DEGITS) sowie die jüdische und orthodoxe Religionspädagogik teilnahmen. Zudem war der Arbeitskreis Gemeindepädagogik beteiligt. Dabei waren ca. 200 Teilnehmer:innen. Das Thema der Tagung, welches in der interreligiösen Kooperation gemeinsam erarbeitet wurde, lautete: „Konstruktionen religiösen Aufwachsens. Religiöse Bildungsbiografien zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Über die Tagung wurde und wird auch in überregionalen und sozialen Medien berichtet.
Tagungsmitschrift zum Abschlussvortrag von Jana Katharina Schmitz
Zum Abschluss der Tagung hielten Naciye Kamçılı-Yıldız und Jan-Hendrik Herbst einen Vortrag, mit dem Titel „Konstruktionen religiösen Aufwachsens. Religiöse Bildungsbiografien zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Eine Meta-Reflexion“. Im Vortrag selbst wurde James Fowlers Ansatz „Stages of Faith“ als Ausgangspunkt für eine wissenschaftstheoretische Grundlagenreflexion genommen, er diente als zeitdiagnostisches Prisma um den religionspädagogischen Blick auf religiöse Bildungsbiographien fachgeschichtlich einzubetten und gegenwärtige Prämissen thematisierbar zu machen.
Postersession
Auf der Tagung gab es neben weiteren Hauptvorträgen, Workshops und anderen Aktivitäten auch eine Möglichkeit, Projekte in Form von Postern vorzustellen. Dabei zeigte sich eine neue, sich anbahnende Kooperation des Dresdener Freiraumprojekts mit der Osnabrücker Religionspädagogik: Franziska Veer und Jan-Hendrik Herbst stellten ihre jeweiligen Projekte der Fallarbeit vor, wobei sie bei aller Ähnlichkeit der Ansätze vier komplementäre Differenzen im Verständnis von Fallarbeit voraussetzen: Während der Osnabrücker Ansatz stärker auf rekonstruktive Analyse, theologischen Fachbezug und reale Unterrichtsfälle setzt, um modellhafte Lösungsvorschläge für die Unterrichtspraxis zu erarbeiten, fokussiert der Dresdener Ansatz die ethische Urteilsbildung, interdisziplinäre Bezüge und fiktionalisierte Normative Case Studies in US-amerikanischer Tradition, wobei im Zentrum der Fälle ein unlösbares moralisches Dilemma steht, bei dem maximal inakzeptable Handlungsoptionen herausgearbeitet sowie bessere von schlechteren Bearbeitungsmöglichkeiten unterschieden werden können.