22.02.2026
Teilnahme an Harvard-Schulung: Normative Case Study Course
Normative Case Study Course - organisiert vom EdEthics-Team (Harvard Graduate School of Education)
Dresdener Wissenschaftler:innen aus der Politikdidaktik, der evangelischen und katholischen Religionspädagogik nehmen seit Anfang Februar an der Harvard-Schulung "Normative Case Study Course" bei Justin Hauver (EdEthics, Harvard Graduate School of Education) teil. Dabei lernen sie den Ansatz des EdEthics-Team kennen, der als "Normative Case Studies" (NCS) bezeichnet wird. NCS sind
“richly described, realistic accounts of complex ethical dilemmas that arise within practice or policy contexts, in which protagonists must decide among courses of action, none of which is self-evident as the right one to take.”
Das Ziel der Schulung ist, dass die Teilnehmer:innen lernen, eigene Fälle zu verfassen und als später als Multiplikator:innen aufzutreten und anderen Personen (z.B. Studierenden) die entsprechenden Fähigkeiten zu vermitteln, selbst Fälle zu entwickeln. Die Fälle bewegen sich dabei im Bereich religiös-politischer Konfliktsituationen im Kontext schulischer Bildung. Die Schulung dient insbesondere zur Vorbereitung auf das Freiraum-Projekt "Kasuistische Demokratiebildung im Lehramt".
Der Einstieg in die Schulung umfasst die Auseinandersetzung mit diversen Fällen von der Harvard-Plattform "Justice in Schools": https://www.justiceinschools.org/ Die Fälle werden diskutiert und ihre Konstruktionsmechanismen werden offengelegt sowie reflektiert.
Derzeit lernen die Teilnehmer:innen, wie echte ethische Dilemmata narrativ konstruiert werden. Diese Stellen die Basis dafür da, eigene und kontextbezogene Fallvignetten zu entwickeln.
Für ein authentisches Dilemma braucht es 1) "a clear protagonist", 2) "decision points" und 3) "value trade-offs". Abgegrenzt werden ethische Dilemmata von 1) interessanten Themen ohne Entscheidungssituation; 2) strategischen Herausforderungen, bei denen die Entscheidung einfach zu finden, aber schwierig umzusetzen ist; 3) "an unfortunate public controversy", bei der es eine offensichtlich korrekte ethische Antwort gibt und 4) "an exotic hypothetical", die abstrakt formuliert ist und die sich eher Philosoph:innen als Praktiker:innen stellt.