Apr 30, 2026
Fachtag „Sterben ist Leben“ am 12. Mai
Zum Flyer mit Programmablauf des Fachtages
Was sonst verborgen bleibt: Drei Veranstaltungen machen religiöse Erfahrungen in Sachsen sichtbar
Was geschieht, wenn religiöse Erfahrungen aus dem Privaten in die Öffentlichkeit treten? Und wie verändert sich unser gesellschaftliches Miteinander, wenn Glauben nicht abstrakt bleibt, sondern persönlich, sichtbar und diskutierbar wird? Die Veranstaltungsreihe „Sichtbare Vielfalt. Religionen in Sachsen“ schafft Räume, in denen genau das praktiziert wird.
Im Mittelpunkt steht am 29. April 2026 ein offener Gesprächsabend, der die Sichtbarkeit religiöser Identität im öffentlichen Raum beleuchtet. In unserem Alltag wird Religion häufig als Privatsache verstanden, doch was passiert, wenn sie im öffentlichen Raum sichtbar wird? Jüdische und muslimische Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner berichten von Erfahrungen zwischen Anerkennung und Ablehnung. Sichtbare Zeichen wie Kippa oder Kopftuch können Zugehörigkeit ausdrücken, zugleich aber auch Ablehnung hervorrufen. Die Veranstaltung greift damit eine hochaktuelle gesellschaftliche Debatte auf und eröffnet einen Perspektivwechsel: Nicht die Abwesenheit von Religion steht im Fokus, sondern ihre Sichtbarkeit.
Der Fachtag am 12. Mai 2026 führt diesen Gedanken weiter und richtet den Blick auf eine Erfahrung, die alle Menschen verbindet: Abschied, Sterben und Trauer. Unter dem Titel „Sterben ist Leben“ kommen Menschen unterschiedlicher religiöser Hintergründe ins Gespräch über Rituale, Deutungen und persönliche Erfahrungen. Statt theoretischer Zugänge stehen konkrete Praktiken und menschliche Begegnungen im Mittelpunkt. Gerade in diesen existenziellen Momenten wird erfahrbar, wie religiöse Unterschiede nicht trennen müssen, sondern neue Formen von Nähe und Verständnis ermöglichen.
Beide Veranstaltungen verbindet ein gemeinsamer Ansatz: Sie machen sichtbar, was oft verborgen bleibt. Persönliche Geschichten, gesellschaftliche Spannungsfelder und gemeinsame Rituale werden zugänglich und erfahrbar. Religion erscheint dabei nicht als Nischenthema, sondern als Teil gesellschaftlicher Wirklichkeit und als ein Raum, in dem Fragen von Zusammenleben, Respekt und Zugehörigkeit verhandelt werden.
„Wenn religiöse Erfahrungen sichtbar werden, fördern sie Verständnis und Empathie und genau darum geht es in diesen Gesprächen“, betont Dr. Verena Böll, Referentin für interkulturelle und interreligiöse Bildung und Mitorganisatorin der Reihe.
Unsere Veranstaltungen:
• Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, Offener Gesprächsabend mit jüdischen und muslimischen Gläubigen
29. April 2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Dresden, Haus der Kirche Dreikönigskirche
• Sterben ist Leben. Abschied und Trauer in verschiedenen Religionen in Sachsen, Fachtag
12. Mai 2026, 09:00 – 17:00 Uhr
Dresden, Haus der Kirche Dreikönigskirche